Methodik

Ich - Du - Wir - Welt

photo: Jugendliche im Kinderdorf Pestalozzi

Die Interkulturellen Austauschprojekte werden in Kooperation mit den Partnerorganisationen vor Ort vorbereitet, durchgeführt und nachbehandelt. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi setzt zusammen mit der Partnerorganisation die Themen des Camps, sodass der Aufenthalt zu einer verstärkten Intervention zu der Arbeit vor Ort beiträgt. Ausgehandelte Kriterien beschreiben die Art der Zusammenarbeit und der Verantwortlichkeiten.

 

Methodik eines Kurses (als Beispiel)

"Ich - Identität"

Um sich frei und unbefangen auf eine Kommunikation mit anderen Menschen einlassen zu können, bedarf es eines einigermassen selbstsicheren Charakters. Sich eine solche Selbstgewissheit zu erarbeiten, ist das Ziel der ersten Unterrichtseinheit "Ich - Identität". Die Basis dieser Selbstvergewisserung ist der eigene Körper. Dazu kommen die Biografie, welche sich in einem familiären Umfeld abspielt und entwickelt sowie das heimatliche Umfeld in einem etwas weiteren Rahmen wie Schule, Dorf, Stadtteil. Körper, Biografie und soziales Umfeld entwickeln sich miteinander. Ein Lernziel ist, sich dessen bewusst zu werden. Diese Bewusstwerdung geschieht wiederum vor allen Dingen im Austausch und in der Kommunikation mit den anderen Jugendlichen, welche andere Biografien, Umfelder und Körperwahrnehmungen aufweisen, sodass sich die Unterschiede gegenseitig "beleuchten" und somit auch aufklären können. Vorraussetzung für die Akzeptanz des/der Anderen ist die Akzeptanz der eigenen Person. 

 

"Du - Gruppe"

Ein Übungsfeld für alle Arten der Kommunikation ist sodann die "Peergroup", die "Clique" - ein wichtiges Entwicklungsstadium zwischen Pubertät und Erwachsensein, in welcher Jugendliche im kleineren Rahmen üben können, gemeinsame Ideen zu entwickeln, Ideale zu vertreten, sich Verbündete schaffen, Grenzen austesten, Kritik an Ungerechtigkeiten zu üben. Solche Ressourcen zu wecken ist der Inhalt des zweiten Teiles "Du – Gruppe". Nun ist es auch interessant, Fremdes kennen zu lernen. Das Fremde nicht in Form einer persönlichen biografischen Eigenschaft, wie im ersten Teil, sondern das Fremde als Ausdruck einer anderen Gruppe, einer anderen Kultur. Man kann erfahren, dass es auch das eigene Selbstbewusstsein steigert, wenn eine Gruppe gewinnt, nicht nur man selber als Individuum und dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, einen Teil zu dieser Gruppe beizutragen. 

 

"Wir - Welt"

Im dritten Teil öffnet sich dann der Blick für "die ganze Welt" und es werden nun auch politische Themen behandelt wie beispielsweise Kinderrechte oder die Entstehung respektive Verhütung rassistischer Gewalt, die man sich aus den entsprechenden anderen Kapiteln holen kann. Das ineinander Fügen der Erfahrungen als Individuum, Gruppe und Weltgemeinschaft in dieser Weise ist die Zielsetzung dieses dritten Teils "Wir - Welt". Auch hier ist die Basis immer noch die Erfahrung und Kommunikation in der Gruppe und der Austausch mit den anderen Jugendlichen, weshalb auch hier ein reiner Frontalunterricht oder das reine Abzielen auf den Input von Inhalten nur einen ganz kleinen Teil der Zeit beanspruchen. 

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