„Auf der Karte gibt es unser Dorf erst seit zwei Jahren, weil wir Roma sind."
Anatolii (13), Moldawien
Mein Name ist Anatolii. Ich wohne in Moldawien, in dem kleinen Dorf Schinoasa. Unser Dorf gibt es schon lange. Jedenfalls ist schon meine Grossmutter hier aufgewachsen und das ist so lange her... Aber auf der Karte von Moldawien gibt es unser Dorf erst seit zwei Jahren, weil wir Roma sind. Ich weiss auch nicht, warum uns in Moldawien niemand so richtig gern hat. Ich bin von der 1. bis 4. Klasse hier zur Schule gegangen. Die meisten von uns haben nach vier Schuljahren ihre Ausbildung schon abgeschlossen und machen die Arbeiten, die sie von ihren Eltern kennen. Ich wollte aber noch mehr lernen, und musste dafür ins Nachbardorf gehen, das sieben Kilometer entfernt ist.
Aber es gefiel mir überhaupt nicht in dieser Schule. Die haben mich dort überhaupt nicht gemocht und haben mir immer solche Sachen gesagt wie „Zigeuner“ und dass ich dreckig sei. Ich glaube, ich war wirklich dreckig – wir haben daheim auch kein Badezimmer. Und ich wusste nicht richtig, wie ich mich in der Schule verhalten sollte. Jedenfalls hatte ich nach ein paar Tagen genug von dieser Schule und ich ging einfach nicht mehr hin. Meine Eltern verstanden das – sie wissen gut, wie es ist, wenn man verachtet wird, weil man Roma ist.
Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit dem Projekt „Schritt für Schritt können Roma Kinder vorwärts kommen“ in Moldawien die Voraussetzungen, um diese Hürden abzubauen oder zu überwinden.




