Interkulturalität und Identität
Guatemala ist eines der kulturell reichsten Länder Zentralamerikas. Über 20 verschiedene Maya-Sprachen werden dort gesprochen, neben Xinca, Garifuna und Spanisch. Doch obwohl die indigene Bevölkerung über 50 Prozent der Bevölkerung ausmacht, ist sie weitgehend von der Teilnahme an zahlreichen Lebensbereichen ausgeschlossen. Die Menschen leben oft in Armut und noch heute ist die Ansicht bei der privilegierter Bevölkerung stark verwurzelt, dass die indigene Bevölkerung rückständig sei und ein Gefälle zur modernen, den Staat repräsentierenden weissen und Mischlingsbevölkerung bestehe. Interkulturalität und Identität sind denn auch die Schwerpunkte unserer Projekte in Guatemala.
Wichtige Begegnungen der verschiedenen Kulturen
Eine Sensibilisierungskampagne, die mit einer Ausstellung und Begleitmaterial das Zusammenleben der vielfältigen ethnischen und sprachlichen Gruppen thematisiert, ebnet den Weg für konkrete Begegnungen der Bevölkerungsgruppen. Ein wichtiger Teil der Sensibilisierungsarbeit findet in den Schulen statt. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützt diesen Prozess mit einem pädagogischen Paket für den Unterricht auf der Primar- und Sekundarstufe. Ziel ist es, die Themen „interethnische Beziehungen“ und „friedliches Zusammenleben“ im Lehrplan zu verankern.
Jugendliche in ihrer Identität stärken
Im zweiten Projekt setzt sich unsere lokale Partnerorganisation Prodessa dafür ein, dass ein interkultureller Lehrplan auf Sekundarschulstufe Jugendliche in ihrer interkulturellen Identität und in ihren Rechten stärkt. Dies ist eine gute Basis, um darauf aufbauend den interkulturellen Austausch zwischen den verschiedenen Maya-Kulturen zu fördern.
Von einer Pädagogik des Schweigens zu einer Pädagogik der Partizipation
In der Lehrerausbildung wird die Pädagogik des Schweigens, welche eine Nachkriegsgesellschaft auszeichnet, immer und immer wieder zementiert. Unsere Partnerorganisation FLACSO hat bei ihrer Forschung Unterrichtsmaterial, Unterrichtsmethoden und Institutionen untersucht und festgestellt, dass schon die Kinder in der Grundschule keine Möglichkeit erhalten, in einem offenen und partizipativem Umfeld zu lernen. Unser drittes Projekt beginnt in zehn Lehrerseminaren mit der Entwicklung von Unterrichtsmethoden, die rege Beteiligung in der Schule und in einer Kultur des Friedens einen offenen Dialog über Geschichte, Kultur und Diskriminierung fördern.





