Aus dem Schulalltag moldawischer Heimkinder

13.03.17 | Christin Eugster

Für die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi reiste der Fotograf und Pädagoge Peter Käser in das südosteuropäische Moldawien und dokumentierte fotografisch die Bildungsprojekte, die von der Stiftung unterstützt werden. An seinem ersten Tag begleitete Käser die zwölfjährige Elena, die mit ihren zwei Geschwistern in einem Kinderheim lebt, durch ihren Schulalltag. Was er erlebt hat, erzählt er in einem persönlichen Bericht.

© Stiftung Kinderdorf Pestalozzi

Die langen Korridore im schmucklosen Schulhaus führen mich zu einem Klassenzimmer, in dem emsig gearbeitet wird. Mit lauter Stimme bespricht die Lehrerin eine moldawische Abenteuergeschichte, während die Schülerinnen und Schüler schriftlich Fragen dazu beantworten.

Neben Elena sitzt Mariana und hilft ihr, die Aufgabe zu lösen. Mariana ist Heilpädagogin. Ohne ihre Hilfe wäre Elena überfordert, denn in den vergangenen Jahren, als sie noch bei ihrer alkoholkranken Mutter gelebt hat, hatte sie keine Unterstützung und oft die Schule geschwänzt. Mariana fördert Heimkinder in der Bewältigung der schulischen Aufgaben. Die gute Beziehung zwischen Elena und Mariana ist spürbar. Nur dank dieser zusätzlichen Betreuung können die Heimkinder dem Klassenunterricht folgen.

Um 14 Uhr ist Schulschluss. Nach einem kurzen Marsch durch das triste Quartier komme ich mit Elena im Heim an. Dort lebt sie zusammen mit 14 anderen Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren. Nach einem leichten Mittagessen begeben sich die Kinder in den heimeigenen Schulungsraum und erledigen ihre Hausaufgaben. Ich staune nicht schlecht, als ich höre, dass in Moldawien dafür üblicherweise täglich drei bis vier Stunden aufgewendet werden müssen. Da sind die Heimkinder sehr froh über die Unterstützung durch die Aufgabenbetreuerin Danjela. Geduldig hilft sie bei Schwierigkeiten, sorgt für eine entspannte Lernatmosphäre und unterstützt bei Motivationsproblemen. Diese Angebote sind nur dank der Unterstützung der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi möglich. Ebenso das Basteln im Kreativ-Labor und das Spielen in der Ludothek. In den anderen staatlichen Heimen fehlt all das.   von Peter Käser

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