Nuru (8), Tansania

Von diesem Augenblick an war er nicht mehr in seiner eigenen Welt isoliert.

Nuru (8), Tansania

 

 

Nuru war vier Jahre alt, als er in die Schule kam. Damals war er immer sehr aufgebracht, schrie oft, lag am Boden und schlug wild um sich. Er wusste nicht, wie er mit anderen Menschen kommunizieren sollte. Nuru konnte seine Gefühle nicht ausdrücken. Er hörte ja nichts – und verstand darum niemanden. In der «Shule ya Viziwi» (Schule für gehörlose Kinder) lernte Nuru die Gebärdensprache. Schritt für Schritt.

 

Nuru hatte verstanden, dass er seine Hände einsetzen konnte, um mit seinen Freunden, seiner Familie und seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Von diesem Augenblick an war er nicht mehr in seiner eigenen Welt isoliert. Er gehört jetzt dazu und kann seine Gefühle, seine Gedanken und seine Meinung mitteilen.

 

Kinder mit körperlichen Behinderungen haben das gleiche Recht auf Bildung wie andere Kinder. Das ist in Tansania keine Selbstverständlichkeit. Das Programm «Gemeinsame Schule» sieht einen gemeinsamen, integrierten Schulunterricht für Kinder mit und ohne körperliche Behinderungen vor. Oft schämen sich die Eltern für ihre behinderten Kinder, schliessen sie vom gesellschaftlichen Leben aus und schicken sie nicht in den Unterricht. Zudem fühlen sich Lehrpersonen überfordert mit der Aufgabe, diese Kinder zu unterrichten. Die Türen sind für Rollstühle zu schmal. Sehbehinderte haben keine Brillen. Und den Schulen fehlen die Bücher in Blindenschrift. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi räumt in diesem Projekt die Stolpersteine aus dem Weg und ermöglicht den betroffenen Kindern eine Grundbildung und damit ein eigenständiges Leben.

 

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