„Jetzt muss kein Kind mehr Angst vor dem Unterricht haben."
Naw Twe Yi (10), Myanmar
Twe Yi, dies bedeutet jüngstes Kind. Naw Twe Yi ist die jüngste von vier Geschwistern. Ihre zwei Schwestern besuchen die Sekundarschule, der Bruder das Gymnasium. Mit dem Gehalt eines Holzarbeiters könnte ihr Vater Saw Win Lwin die vier Kinder kaum zur Schule schicken. „Jedes Jahr, wenn die Schule nach den Ferien wieder startete, hatten wir grosse Probleme. Aber dieses Jahr sind wir glücklich,“ erinnert sich Naw Twe Yi.
Dieses Jahr unterstützte die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi die Schule mit Lehrmaterial, mit Schreibheften, Bleistiften, Übungsheften, Büchern. Die 3500 Kyats (4 Franken) Schulgeld übersteigen in Myanmar schnell das Einkommen eines Arbeiters. Dazu kommen meist noch andere „versteckte“ Kosten, die den Betrag erhöhen.
Glücklich ist Naw Twe Yi aber auch, weil sich der Unterrichtstil geändert hat. Schlug der Lehrer früher mit dem Stock zu, wenn die Kinder ihre Hausaufgaben nicht auswendig aufsagen konnten, so wird heute der Unterricht kindergerechter gestaltet. Unsere Partnerorganisationen fördern die Weiterbildung der LehrerInnen, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern. Lehrbücher werden überarbeitet mit dem Fokus auf Basiswissen, Kultur und Sprache der Kinder, die ethnischen Minderheiten angehören. Die Kinder können kreativer sein, dürfen Fragen stellen und interessieren sich für den Unterricht. Und sie lernen mehr.
„Jetzt muss kein Kinder mehr Angst vor dem Unterricht haben“, sagt Naw Twe Yi. Denn es kam auch vor, dass Kinder aus Angst vor Schlägen die Schule nicht mehr besuchten. Naw Twe Yi geht jetzt gerne in die Schule und möchte wie ihr grosser Bruder aufs Gymnasium.




