Kinderporträt
Eine grosse Gruppe von Kindern kommt vom Feld; aufgeregte Hühner und kleine, schwarzhaarige Ferkelchen im Gefolge. Die Kinder spielen mit selbst gebasteltem Spielzeug. Ein Stück Holz, Nüsse von einem Baum und schon breitet sich ein Lachen übers Gesicht ...
Das Porträt
Integration von lokalem Wissen in den Lehrplan
Die Regenwälder in Laos sind die letzten grossen Rückzugsgebiete Indochinas für viele Arten gefährdeter Tiere. Wilde Elefanten leben hier, der Tiger, der Leopard, der Nebelparder, die asiatische Goldkatze, die Marmorkatze – Tiere auf der roten Liste. Auch für die Laotinnen und Laoten ist der Wald Heimat und Geheimnis. Jeder Besuch ist für sie auch ein Besuch im Reich der Geister. Steine, Pflanzen, Bäche sind für sie belebt. Sie sammeln Kräuter, Brennholz zum Kochen, Baumaterial, Pflanzen zur Heilung, Honig und tierisches Eiweiss für die Nahrung. Sie leben vom Wald, sie brauchen keinen Supermarkt. Doch diese unnahbare Wildnis ist bedroht. Nicht nur vom Kahlschlag.
Das Wissen geht verloren. Fertigkeiten werden nicht weitergegeben. Was die Kinder und Jugendlichen in den Schulen lernen, ist städtisch geprägt. Die Partnerorganisationen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützen die Integration von lokalem Wissen und traditionellen Fertigkeiten in die Lehrpläne. Junge, ortsansässige Erwachsene werden ausgebildet, damit diese kindergerecht und interaktiv unterrichten. Statt Frontalunterricht arbeiten sie neu beispielsweise in Gruppen. Statt Theorie im Klassenzimmer suchen sie im Biologie-Unterricht in der Natur nach Pflanzen und Kräutern. Kinder werden in ihrer Muttersprache unterrichtet und lernen so leichter die offizielle Sprache, die eine Fremdsprache für sie ist.





