Chompol (10), Thailand

Wenn er erwachsen ist, möchte Chompol Schreiner werden und sich sein eigenes Haus bauen.

Chompol (10), Thailand

 

 

Chompol ist gerade mit dem Abwasch beschäftigt. Teller um Teller taucht er ins Becken und wischt sie mit einem Lappen sauber. Seine zwei Cousins im Kindergartenalter spielen mit runden Plastikchips Memory. Der 10-Jährige passt auf die beiden auf. Seine Eltern sind mit seiner jüngeren Schwester unterwegs. Der Vater besitzt ein Motorrad und bietet damit Taxi-Dienste von Dorf zu Dorf an.

 

Chompol lebt in Wangka, nordwestlich von Bangkok, nahe der burmesischen Grenze, und gehört dem Volk der Mon an. Die Mon sind die Urbevölkerung im heutigen Thailand sowie im benachbarten Bergland und im Kerngebiet von Myanmar/Burma. Die Mon waren einst Träger einer frühen, hochentwickelten buddhistischen Kultur und pflegen auch heute noch eine lebendige buddhistische Tradition. Wangka liegt an einem Stausee. Als dieser angelegt wurde, mussten die Leute, die hier wohnten, umziehen. Während die ethnischen Thai ihr Land vom Staat ersetzt bekamen, verloren die Mon ihres.

 

Der Abt des nahe gelegenen Klosters stelle ihnen ein Grundstück zur Verfügung, auf dem sie ihr Dorf wieder aufbauen durften. Die Mon wurden in den vergangenen Jahrhunderten von anderen, aus Norden eindringenden Völkern immer mehr verdrängt und stellen heute sowohl in Thailand wie in Myanmar/Burma eine stark benachteiligte ethnische Minderheit dar.

 

Ein wichtiger Erwerbszweig der Dorfbevölkerung ist der Fischfang aus dem Stausee. Zum Teil leben die DorfbewohnerInnen von Wangka auch vom Tourismus. Reisende besuchen das naheliegende Kloster, machen eine Fahrt auf dem Stausee. Die Schule von Wangka wird vom Kloster unterstützt. Chompol besucht in der Schule von Wangka die 4. Klasse. Im Rahmen des von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützten Projektes wird an seiner Schule der zweisprachige Unterricht in seiner Muttersprache Mon und in der offiziellen Landessprache Thai schon im Kindergarten eingeführt. So lernen die Kinder spielerisch beide Sprachen, was ihre Chancen erhöht, wie die Thai Kinder weiterführende Schulen zu besuchen. Es wird auch einfacher für sie, neue Sprachen zu lernen, zum Beispiel Englisch. Englisch gehört neben Kunst und Zeichnen zu Chompols Lieblingsfächern.

 

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