Florencia (18), Guatemala

Am liebsten würde sie weitermachen und in Cobán Medizin studieren.

Florencia (18), Guatemala

 

 

Florencia wirkt entschlossen, als sie ihre Geschichte erzählt. Sie ist kompetent und möchte das auch zeigen. Nach dem Abschluss der obligatorischen Schule in ihrem Dorf Primavera de Ixcan konnte sie für die Gemeinde Sekretariatsarbeiten erledigen. Doch sie träumte von einer Ausbildung als Krankenschwester. Ihre Eltern wollten es zuerst nicht zulassen. Denn in Guatemala brechen viele junge Frauen eine weitergehende Ausbildung ab, weil sie familiären Verpflichtungen nachkommen müssen. Ausserdem gab es nur im mehrere hundert Kilometer entfernten Cobán eine geeignete Ausbildungsstätte.

 

Florencia überzeugte schliesslich ihren Vater, ihr das Studium zu gestatten. Um näher bei ihrer Familie zu sein, entschied sie sich für die Lehrerausbildung in Pueblo Nuevo, einem Institut unserer Partnerorganisation Prodessa. Sie muss zur Versorgung in Pueblo Nuevo beitragen, mit Lebensmitteln und Geld. Ersteres erhält sie von ihrem Vater – er ist Bauer und pflanzt Kardamom, Reis und Bohnen an. Mit Geld ist es schon schwieriger, schliesslich besucht ihr acht Jahre jüngerer Bruder die Sekundarschule, ebenfalls in Pueblo Nuevo.

 

Florencia kommt gerade von einem viermonatigen Praktikum zurück, das sie in ihrer Wohngemeinde absolviert hat. Sie hat in dieser Zeit eine erste Klasse unterrichtet. Auch in ihrer Muttersprache Mam, die in Guatemala von 1,1 Millionen Menschen gesprochen wird. Allerdings hatte sie in ihrem Unterricht auch Schüler anderer Muttersprachen. Das ist die interkulturelle Komponente in diesem Projekt.

 

Florencia ist jetzt im letzten Jahr ihrer Lehrerausbildung. Am liebsten würde sie weitermachen und in Cobán Medizin studieren. Damit käme sie ihrem ursprünglichen Berufswunsch näher. „Meine Gemeinschaft braucht mich“, sagt sie. Mit dieser Entschlossenheit wird sie ihren Weg schaffen.

 

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