Elisabeth Rotten

Elisabeth Rotten

Elisabeth Rotten

Im März 1946 stiess die Reformpädagogin Elisabeth Rotten (1882-1964) zum Kinderdorf. Die beiden Frauen freundeten sich an und stützten einander gegenseitig in ihren Ideen zum Aufbau des Kinderdorfes. Sie teilten zusammen zentrale erzieherische Ansichten: Keine Gewalt und kein Zwang sollte in der Erziehung angewendet werden, sondern „das Heranwachsen dessen, was im Menschen keimhaft angelegt ist“. Dies ganz in Übereinstimmung mit Pestalozzi. Elisabeth Rotten forderte eine selbstständige Kinderdorfgemeinschaft, in der alle Personen über zehn Jahre stimmberechtigt sind.

 

Durch die Mitarbeit von Elisabeth Rotten sah sich das Kinderdorf von Anfang an in die Geschichte der pädagogischen Reformbewegung des 20. Jahrhunderts hineingestellt, als deren Exponentin Elisabeth Rotten in pädagogischen Kreisen seit langem grosses Ansehen geniesst. Bei Elisabeth Rotten ebenso so wie bei der Italienerin Maria Montessori stand die Individualität des Kindes vollkommen im Mittelpunkt. Beide glaubten an den Eigenwert des Kindes, dass Kinder frei lernen sollten, ohne Behinderung und Kritik. Diese Einsichten, die heute Allgemeingut geworden sind, waren damals so revolutionär und subversiv, dass Maria Montessori während des Zweiten Weltkrieges von Benito Mussolini aus ihrem Heimatland ausgewiesen wurde. Elisabeth Rotten gründete 1932 zusammen mit dem Schweizer Psychologen, Jean Piaget (1896-1980), die Schweizerische Montessori Gesellschaft. Sie gehörte zusammen mit Albert Einstein (1879–1955) und anderen zu den frühen Mitgliedern der 1914 gegründeten Deutschen Liga für Menschenrechte.

 

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