Fachtagung Medienpädagogik 2021

Digitale Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen

An der Fachtagung für Medienpädagogik informierten sich Lehrpersonen, Pädagogen und Mitarbeiterinnen der Jugendarbeit über Gefahren und Chancen der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen.

Die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen wird oft und kontrovers diskutiert. Dabei stehen insbesondere die digitalen Gefahren wie Cybermobbing, Sexting oder Onlinesucht sehr oft im Fokus der (medialen) Aufmerksamkeit. Die Befürchtung, Kinder und Jugendliche verlören den Bezug zur realen Welt und würden allesamt zu Zombies, die sich nur noch mit dem Blick auf ihr Smartphone durch die Welt bewegten, ist weit verbreitet. Die zunehmende Digitalisierung des (Schul-)Alltags, die durch Corona nochmals stark zugenommen hat, bereitet nicht nur Eltern, sondern auch vielen Lehrpersonen und Jugendarbeiter*innen Sorge. Die Befürchtungen und Ängste sind vielschichtig und diffus, die Unsicherheit nimmt auch bei Fachpersonen eher zu.

Die Perspektive von Kindern und Jugendlichen kennen

Über die Sichtweise der betroffenen Gruppe der Kinder und Jugendlichen herrscht oft grosses Unwissen. Prof. Dr. Rahel Heeg, Co-Leiterin des Instituts für Kinder- und Jugendhilfe der Fachhochschule Nordwestschweiz, untersuchte diesen Aspekt in zwei Studien. Darin beschreibt sie die neuen Möglichkeiten der digitalen Welt und die Herausforderungen aus Sicht der Jugendlichen. Sie weist darauf hin, wie wichtig es ist, mit den Jugendlichen einen Dialog auf Augenhöhe zu führen.

Mit Methodik die Ziele der Medienbildung erreichen

Für eine methodische Arbeitsweise mit Kindern und Jugendlichen muss erst mal geklärt werden, was Medienkompetenz überhaupt bedeutet und was eine Medienbildung beinhalten muss oder soll. Die verschiedenen theoretischen Modelle wurden mit Blick auf ihre gestalterische und praktische Umsetzung erläutert. Frank Egle, Co-Fachleiter Medien und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Luzern, erklärte wie sich kreatives Potenzial und kommunikative Kompetenzen in die Medienbildung miteinbeziehen lassen. Mit der praktischen und handlungsorientierten Medienarbeit können die Ziele der Medienbildung durch kreatives und gestalterisches Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen ausgearbeitet werden.

Praktische Medienbildung in der Schule Diepoldsau-Schmitter

Der ausgebildete Primarlehrer, Armin Lüchinger, erläuterte anhand von verschiedenen Beispielen, wie Tablets und Computer im Unterricht optimal integriert werden können. Dabei ist es wichtig, dass bei Lehrpersonen und den Eltern das Verständnis für den Nutzen der Medien im Unterricht gefördert wird. Werden digitale Medien als Werkzeuge im Unterricht genutzt, wird automatisch die Medienbildung der Lernenden gefördert.

«learning by doing»

Wer selbst aktiv mit Medien gestaltet, muss sich unweigerlich mit vielen medienpädagogischen Aspekten auseinandersetzen. Armin Röösli, Sekundarlehrer und ICT-Verantwortlicher der Volksschule Kriens, brachte verschiedene Beispiele von Fake-Fotos, Lernvideos oder der Radiowoche Powerup. Schülerinnen und Schüler konnten in seinen Medienprojekten jeweils mit dem eigenen Notebook oder Smartphone Beiträge umsetzen und dabei auf die Unterstützung der Lehrpersonen zählen.

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Speaker*innen und Moderator*in

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Prof. Dr. Rahel Heeg ist Co-Leiterin des Instituts Kinder- und Jugendhilfe der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie studierte Soziologie, Psychologie und Soziale Verhaltenswissenschaften an der Universität Zürich und der Fernuniversität Hagen. Seit 2009 forscht und lehrt sie an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW im Institut Kinder- und Jugendhilfe. Zentrale Themenschwerpunkte waren in den letzten Jahren die (mediatisierten) Lebenswelten Heranwachsender und der Umgang der Sozialen Arbeit mit medienbezogenen Themen. Sie ist Mitautorin der Berichte zum partizipativen Forschungsprojekt «Generation Smartphone», zur repräsentativen Studie «always on» und der Berichte und Arbeitsmaterialien im Kontext von «MEKiS – Medienkompetenz in der Sozialen Arbeit».

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Frank Egle studierte Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln und Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Von 2007-2011 war Frank Egle für die fachliche Leitung der Medienwerkstatt der Medien- und Theaterfalle Basel verantwortlich. Seit 2011 arbeitet er freiberuflich in der Konzeption und Durchführung von medienpädagogischen Projekten. Seit 2020 ist Frank Egle Co – Fachleiter Medien und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Luzern.
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Armin Röösli studierte Sekundarlehrer phil. II an der Universität Bern und unterrichtete anschliessend mehrere Jahre als Klassenlehrperson auf der Sekundarstufe. Seit 2015 ist er ICT Verantwortlicher an der Volksschule der Stadt Kriens. In dieser Funktion initiiert und leitet er pädagogische und technische Projekte im ICT Bereich. Dazu gehören Highlights wie die Radio Projektwoche mit dem Powerup Radio im vergangenen Sommer. Damit er die "Endkunden" seiner Tätigkeit nicht aus den Augen verliert, unterrichtet er nach wie vor ein kleines Pensum Medien und Informatik.
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Armin Lüchinger ist ausgebildeter Primarlehrer und unterrichtete während 15 Jahren an verschiedenen Schulen auf der Mittelstufe. Nach Weiterbildungen im Bereich Medien und Informatik, schloss er 2014 den MAS in Social Informatics ab. Seit 2017 leitet Armin Lüchinger den technischen und pädagogischen Support an der Schule Diepoldsau-Schmitter. Ausserdem ist er seit vielen Jahren in der Lehrpersonen-Weiterbildung tätig und arbeitet seit 2020 im Teilpensum an der PHSG im Institut ICT und Medien.

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Philipp Kröger, Moderation. Er unterrichtete nach dem Lehrerseminar Kreuzlingen einige Jahre als Primarlehrer. Dann wechselte er zum Radio. Dort war er u.a. Morgenstimme und Moderationsleiter bei FM1 und später Geschäftsführer des Ausbildungsradios toxic.fm in St.Gallen. Seit Ende 2020 ist er Bereichsleiter der Aus- und Weiterbildung an der Radioschule klipp+klang und Fachhochschul-Student im Bereich Digital Learning.

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Fachtagung 2020

Am Freitag, 16. Oktober 2020, findet die Fachtagung Medienpädagogik für Lehrpersonen, Pädagoginnen und Pädagogen, Mitarbeitende der Jugendarbeit sowie Studierende im Kinderdorf Pestalozzi statt.

Ihre Kontaktperson

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«Sie haben Fragen zur Fachtagung Medienpädagogik? Melden Sie sich bei mir, ich erzähle Ihnen gerne mehr darüber.»

Florian Karrer
Projektleitung

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