Reflexion, Diskussion, Moderation

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi will mit ihren Projekten nachhaltig wirken. Darum enden Projektwochen nicht einfach mit dem letzten Tag im Kinderdorf, sondern meist mit einem Radiofolgetag. Dieser gibt den Kindern die Möglichkeit, das Erlebte nochmals Revue passieren zu lassen und ihre Erfahrungen in eigenen Radiobeiträgen mit vielen Menschen zu teilen.

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Eine Stunde Sendezeit pro Gruppe klingt im ersten Moment nach viel. Sind die Inhalte erst einmal aufgeteilt und die Musikstücke für zwischendurch ausgewählt, sieht es schon ganz anders aus. Um zu prüfen, ob ihr Lagerwochenrückblick auch genau ins vorgegebene Zeitfester passt, gehen die vier Primarschüler aus Gossau SG in einem Nebenraum des Klassenzimmers sämtliche Texte durch und stoppen die Zeit.
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Klassenlehrer Peter Götsch steht seinen Schülerinnen und Schülern bei Fragen jederzeit zur Seite. Ansonsten lässt er die Kinder ihre Beiträge jedoch völlig autonom erarbeiten. Im Hinblick auf den Radiofolgetag hat die Klasse an der Wandtafel Themen zusammengetragen, mit denen sie während der Projektwoche im Kinderdorf in Berührung gekommen war, wie beispielsweise Kinderrechte, Cybermobbing, Umweltschutz oder Rassismus. Die einzelnen Gruppen haben dann eines ausgewählt, sich über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen darin vertieft und eine einstündige Sendung vorbereitet.
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Am Tag der Livesendung sind zwei Radio-Pädagoginnen des Kinderdorfes vor Ort, um die Schulklasse zu unterstützen. Jeweils abwechselnd fahren sie im Radiomobil Sendungen oder helfen den Schülerinnen und Schülern im Schulzimmer bei den letzten Vorbereitungen.
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Moreno (im roten Pullover) und Cedric haben für ihre Sendung unter anderem das Thema Rassismus gewählt. Dazu haben sie in einem Einkaufszentrum Passantinnen und Passanten zu ihren persönlichen Erfahrungen befragt. Moreno konnte zudem seinen Nachbarn Thomas Alder, einen ehemaligen Spieler des FC St. Gallen, für ein Interview gewinnen. Dabei haben sie ihn nicht nur zu seinen fussballerischen Hochs und Tiefs befragt, sondern auch das Thema Rassismus einfliessen lassen.
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Im Radiomobil der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi erleben die Kinder eine unmittelbare Selbstwirksamkeit. Dadurch, dass sie von Klassenkameradinnen und Klassenkameraden, Eltern, Freunden und Bekannten direkte Rückmeldungen erhalten, merken sie, dass sie gehört werden und dass das, was sie sagen, wichtig ist.
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Das Interesse an den Protagonistinnen und Protagonisten ist nicht nur innerhalb des Klassenverbundes gross. Immer wieder kommen einzelne Klassen aus dem Schulhaus mit ihren Lehrpersonen beim Radiomobil vorbei, hören zu, sprechen während der Musikpausen mit den jungen Radiomacher:innen und stellen neugierig Fragen.