COVID-19 verhindert Zugang zu Bildung

Wie das Coronavirus unsere Arbeit in Honduras beeinflusst 30.07.2020 - 09:47 | Christian Possa

Honduras wurde von der Pandemie stark getroffen. Schon seit längerer Zeit haben die Schulen auf Fernunterricht umgestellt. Fehlende Ressourcen machen das Lernen schwierig.

Unsere Projekte stehen aufgrund der Quarantäne vor einer grossen Herausforderung. Der Schulunterricht wurde auf Fernunterricht umgestellt, doch nur rund 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Internetzugang oder können auf ein Mobiltelefon zurückgreifen. Neuanschaffungen können kaum getätigt werden, da das Geld für die Nahrungsmittelversorgung benötigt wird. In der Krisenzeit hat sich der Zugang zu Bildung massiv erschwert. Die Schulen drucken das Unterrichtsmaterial zwar aus, dennoch ist die Begleitung der Kinder und Jugendlichen ohne Internetzugang eine Herausforderung.

15.06.2020

Nothilfeprojekt für Honduras

Aufgrund von Covid-19 hat Honduras seit längerer Zeit auf Fernunterricht umgestellt. Doch fehlende Ressourcen und ungenügende Kompetenzen machen das Lernen schwierig. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und ihre lokale Partnerorganisation Compartir reagieren mit einem Nothilfeprojekt und vereinfachen somit die Rückkehr in die Schule.

Das Nothilfeprojekt wird vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 im Departement Fransisco Morazán an 19 Primarschulen und deren Gemeinden durchgeführt. 760 Mädchen und Jungen, 32 Lehrpersonen und rund 706 Familien sind im Projekt involviert. Kinder und Jugendliche werden unterstützt, damit sie trotz der erschwerten Bedingungen weiterhin lernen können, ihre Rückkehr in die Schule gut abläuft und sich die Kinder und deren Familien dank materieller Hilfe (Hygienekits) bei den Hygienemassnahmen sicher fühlen. Compartir wird im Anschluss mit der Unterstützung der SKP ein dreijähriges Projekt im gleichen Gebiet mit teilweise den gleichen Schulen weiterführen.

18.05.2020

Humanitäre Hilfe

Im Departement Francisco Morazán sowie im Sula-Tal unterstützt die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen bedürftige Familien mit Hygienebags und Lebensmittelbeuteln.

«In städtischen Randgebieten des Departementes Francisco Morazán konnten wir 150 Familien, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen sind, mit Lebensmitteln und Hygienebags beliefern», erzählt Magda Sofía Pérez, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Honduras. Ebenso erhielten 20 Familien im Sula-Tal Unterstützung in Form von Lebensmittelbeuteln. Zusätzlich zu dieser humanitären Hilfe sind unsere Projektpartner daran, die Projektaktivitäten den vorherrschenden Umständen anzupassen. So werden beispielsweise Fortbildungen von Lehrerinnen und Lehrern über Google Classroom durchgeführt.

12.05.2020

Hauptziel: Wiedereingliederung in Schulen

Das Bildungsministerium sorgt mit unterschiedlichen Anweisungen während der Krise bei Lehrpersonen, Schuldirektionen und Distriktdirektionen für Verwirrung. Positiv aufgenommen wird das Hauptanliegen des Ministeriums, die Wiedereingliederung von Kindern in die Schulen.

Um diesen Prozess zu vereinfachen, greift die oberste Bildungsbehörde des Landes auf angepasste Lehrpläne zurück, welche die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Comición de Acción Social Menonita (CASM) im Projekt «Ich komme zurück, lerne und bleibe» entwickelt hat. Man stehe derzeit in engem Kontakt mit dem Subminister für Bildung, sagt unsere Länderverantwortliche Magda Sofía Pérez und ergänzt: «Die Nutzung dieser curricularen Anpassung auf nationaler Ebene ist eine Chance für das Projekt.»

Honduras zählte am 9. Mai 1171 bestätigte Fälle. Das Sula-Tal ist einer der Hotspots der Pandemie. Darum steht die Region bis am 17. Mai unter absoluter Quarantäne. Diese Massnahmen tangiere die geplante humanitäre Hilfe. «CASM hat mit einem lokalen Supermarkt die Abgabe von digitalen Gutscheinen für besonders bedürftige Familien geplant. Diese Soforthilfe ist im Moment leider blockiert.» Im Projekt selber nutzt unsere Partnerorganisation Tools wie Google Classroom, um mit Lehrerinnen und Lehrern am Thema Kinderrechtsbildung zu arbeiten. «Die Motivation der Lehrkräfte ist gross», sagt Magda Sofía Pérez, «ebenso die Herausforderung aufgrund fehlender Internetzugänge.»

Die lokale Partnerorganisation Alternativas y Opportunidades (AyO) wird nächste Woche 150 Familien mit Lebensmittel und Hygienepaketen unterstützen. Davon profitierten laut unserer Länderverantwortlichen vor allem alleinerziehende Mütter mit Kindern. Bei den Trainings des Schulpersonals setzt AyO ebenfalls auf Google Classroom. «Derzeit unterstützt die Organisation 6 Schulleiterinnen und 26 Lehrpersonen im Umgang mit virtuellen Plattformen.»

05.05.2020

Besorgniserregende Ungerechtigkeit

In Honduras ist keine Strategie zur Rückkehr in die Schulen in Sicht. In der Corona-Krise öffnet sich die Schere zwischen arm und reich weiter.

«Die Ungerechtigkeit im Land ist besorgniserregend», betont Magda Sofía Pérez, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Das Bildungsministerium habe noch keine Strategie für die Rückkehr in die Schulen. Fest steht hingegen jetzt schon, dass die möglichen Lösungen nur einen Teil der Kinder erreichen werden und zwar abhängig von ihrem wirtschaftlichen Status.

Honduras zählte am Montag 1010 bestätigte Fälle. Das Bildungsministerium wird von zwei lokalen Sendern beim Unterricht im Fernsehen unterstützt. Laut Magda Sofía Pérez schöpfen die lokalen Partnerorganisationen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ihre Möglichkeiten aus, Kinder, Eltern aber auch Lehrpersonen oder Schulleiter zu unterstützen. So habe die Organisation Comisión de Acción Social Menonita beispielsweise die psychologische Unterstützung für zurückgekehrte Migrantenkinder und ihre Familien per Mobiltelefon fortgesetzt. «Alternativas y Oportunidades, eine weitere Partnerorganisation von uns, führt Ausbildungen von SchulleiterInnen oder Lehrpersonen aktuell im virtuellen Klassenzimmer von Google durch.»

27.04.2020

Finanzielle Unterstützung angefragt

Das Bildungsministerium ersucht NGOs um finanzielle Hilfe bei der Produktion von Büchern, um damit Kinder in ländlichen Gebieten ohne Internet oder Elektrizität zu erreichen. Vorschläge des Bildungsministeriums hinsichtlich virtueller Bildung sind bisher so gut wie inexistent.

Vergangene Woche hat das Bildungsministerium die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi sowie weitere Organisationen der internationalen Zusammenarbeit um finanzielle Unterstützung beim Druck von Büchern gebeten. «Das Ziel ist es, damit Kinder und Jugendliche zu erreichen, die in ländlichen Gebieten ohne Internet oder elektrische Energie leben», erklärt Magda Sofía Pérez. Laut der Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi habe das Bildungsministerium noch nicht damit begonnen, Unterrichtsequenzen im nationalen Fernsehen auszustrahlen.

Bei der Bewältigung der Corona-Krise wird die Regierung vom Runden Tisch der G16 beraten. Dieser wurde als Reaktion auf den Hurrikan Mitch im Jahr 1998 gegründet, als die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung Honduras' zusammenkam. Das Bildungsministerium erwägt, die durch das Coronavirus hervorgerufenen Herausforderungen im Bildungswesen mit verschiedenen Strategien zu bewältigen:

  1. Die Schulpläne zwischen Juni 2020 und Mai 2021 werden geändert
  2. Umsetzung der virtuellen Strategien und allmähliche Rückkehr der Kinder in die Schulen im zweiten Halbjahr (Juni 2020)
  3. Aussetzung des Schuljahrs und Bereitstellung von virtuellen Klassen sowie von gedruckten Büchern

Magda Sofía Pérez ist den angedachten Massnahmen gegenüber kritisch eingestellt. «Der ungleiche Zugang zu Bildung ist eine Herausforderung, da mindestens 60 Prozent der Bevölkerung im Land in Armut lebt.» Zudem habe das Bildungsministerium bisher zu gut wie keine Vorschläge für den virtuellen Unterricht gemacht.

Geld, um die Bevölkerung in der Krise zu unterstützen, hat auch der Nationalkongress genehmigt. 140 Millionen Lempiras, also rund 5,4 Millionen Franken, wurden gesprochen. Die Bevölkerung fordert Transparenz bei der Verwendung dieser Mittel. Laut Magda Sofía Pérez prangerten Menschen in den Gemeinden an, dass diese humanitäre Hilfe für politische Kampagnen verwendet würde und nur den Angehörigen der offiziellen Partei zugutekomme. Honduras zählte bis Anfang Woche 457 bestätigte Fälle. Hochrechnungen zufolge wird die Quarantäne noch mindestens 8 oder 10 Wochen länger dauern. Das Hauptproblem im Kampf gegen das Virus sei in der Hauptstadt der Zugang zu Wasser, sagt Magda Sofía Pérez. «Die Kinder müssen saubere Hände haben, aber das ist eine Herausforderung.»

20.04.2020

Direkthilfe für bedürftige Familien

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützt in Honduras einmalig rund 100 Familien, die besonders stark unter der Krise leiden, mit Nahrungsmitteln und Schulunterlagen. Koordiniert wird die Abgabe über unsere Partnerorganisation Comisión de Acción Social Menonita (CASM).

Das Projekt «Ich komme zurück, ich lerne, ich bleibe» unterstützt Kinder und Jugendliche, die einen missglückten Migrationsversuch hinter sich haben, bei der Reintegration ins Schulsystem. «Die Familien der Zurückgekehrten arbeiten nicht in formellen Jobs, sondern leben von informellen Verkäufen auf der Strasse», erklärt unsere Länderverantwortliche Magda Sofía Pérez. Da sie während der aktuellen Quarantäne nichts verkaufen können, haben sie kein Geld, um Lebensmittel zu kaufen. «Darum setzen wir nun ein Budget von etwa 5000 Dollar, welches für Workshops eingeplant war, für Lebensmittel und Schulunterlagen ein.» CASM wird mit einem grossen Supermarkt einen Vertrag abschliessen, sodass die betroffenen Familien dort einkaufen können. «Der Anbieter konnte bis jetzt aber noch nicht bestätigen, dass er in der Lage ist, den Familien Hilfsgüter zu liefern», so Magda Sofía Perez. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass einige Nahrungsmittel im Land derzeit Mangelware seien. Geld, um die Bevölkerung in der Krise zu unterstützen, hat auch der Nationalkongress genehmigt. 140 Millionen Lempiras, also rund 5,4 Millionen Franken, wurden gesprochen. Die Bevölkerung fordert Transparenz bei der Verwendung dieser Mittel. Laut Magda Sofía Pérez prangerten Menschen in den Gemeinden an, dass diese humanitäre Hilfe für politische Kampagnen verwendet würde und nur den Angehörigen der offiziellen Partei zugutekomme. Honduras zählte bis Anfang Woche 457 bestätigte Fälle. Hochrechnungen zufolge wird die Quarantäne noch mindestens 8 oder 10 Wochen länger dauern. Das Hauptproblem im Kampf gegen das Virus sei in der Hauptstadt der Zugang zu Wasser, sagt Magda Sofía Pérez. «Die Kinder müssen saubere Hände haben, aber das ist eine Herausforderung.»

07.04.2020

Sieben Tage die Woche Bildung im Fernsehen

Das Bildungsministerium von Honduras hat bekannt gegeben, dass bald ein Fernsehprogramm als Bildungskanal bereit stehe. Die Zahl der Infizierten steigt weiter an.

Auch in Honduras steigt die Zahl der Infizierten weiter an. Momentan sind 222 Personen infiziert und 15 am Coronavirus gestorben. Die Ausgangssperre ist weiterhin bin zum 12. April aktiv, jedoch wird davon ausgegangen, dass sie verlängert wird. Die Kommission für Sozialwesen hat im Rahmen der psychologischen Begleitung Gespräche mit Familien und zurückgekehrten Migrantenkindern geführt. Im Allgemeinen haben die Familien dieser Kinder eine schwache wirtschaftliche Situation und Schwierigkeiten, Lebensmittel und Medikamente zu kaufen.

Das Bildungsministerium hat ausserdem einen Zeitplan veröffentlicht, um über einen staatlichen Fernsehkanal Unterricht für Kinder anzubieten. Voraussichtlich findet der Unterricht jeden Tag von 14 bis 16 Uhr statt.

Das Unterrichtsprogram nach Schulstufe ist auf alle sieben Wochentage aufgeteilt. So haben zum Beispiel die Klassen der Stufe eins und zwei am Montag Unterricht und die elfte Klasse am Samstag und Sonntag.

31.03.2020

Fehlende Technik und Know-how in Honduras

In Honduras wurde die Ausgangssperre verlängert und es darf nur noch eine Person an einem Tag der Woche einkaufen gehen. Ausserdem zeigt das Bildungssystem noch einige Mankos, die es zu beheben gilt.

Laut den aktuellsten Zahlen sind in Honduras insgesamt 139 Personen am Virus erkrankt und es gab 7 Todesfälle. Aus diesem Grund hat die Regierung die Ausgangsperre bis zum 12. April verlängert. «Der Bevölkerung ist es momentan nur noch an einem Tag in der Woche erlaubt, in den Supermarkt oder in die Apotheke zu gehen.», erzählt unsere Länderverantwortliche Magda Sofía Pérez. Auch Schulen bleiben weiterhin geschlossen und das Bildungsministerium arbeitet ebenfalls im Homeoffice.

Besonders hart trifft die Ausgangsperre die Menschen, die in der informellen Wirtschaft, also in nicht staatlich registrierten Sektoren, tätig sind. Wegen der hohen Armutsrate wurden in Randgebieten auf der Suche nach Lebensmittel bereits Autos aufgebrochen. «Die Wirtschaft in Honduras ist schwach und diese Situation kann sich noch verschlimmern», berichtet unsere Länderverantwortliche.

In Sachen Fernunterricht fehlt es in Honduras an der Technologie und dem Know-How. Auf der E-Learning Plattform «Educatrachos» können noch keine virtuellen Workshops aufgeschaltet werden, lediglich Dokumente können hochgeladen werden. Die Generaldirektion für berufliche Entwicklung des Ministeriums für Bildung hat der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi mitgeteilt, dass sie dieses Thema diskutieren werden, sobald sich die Situation verbessert hat. Vorerst arbeiten die Lehrpersonen mit WhatsApp. Sie senden den Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler alle Informationen, die diese dann weitergeben.

23.03.2020

Krise in schwierigem Umfeld

Honduras' Schulen sind geschlossen. Da die meisten Kinder im öffentlichen Bildungssystem keinen Zugang zu Internet oder Computern haben – und so manche Lehrperson ebenfalls nicht – gibt’s die Hausaufgaben aufs Handy der Eltern.

Die Lage im Land hat sich innert weniger Tage massiv verschärft. 24 bestätigte Corona-Fälle – zwei davon Kinder – haben die Regierung dazu veranlasst, eine einwöchige Ausgangssperre auszurufen. «Wir befinden uns in den zwei Wochen, wo eine Ansteckung am wahrscheinlichsten ist», sagt Magda Sofía Pérez, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Sie arbeitet wie der Rest ihres Teams von zuhause aus und steht in engem Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Partnerorganisationen. Gemeinsam sei man momentan daran, die Projektaktivitäten neu zu planen. «Wo möglich werden Aktivitäten auch virtuell, am Handy oder auf Skype durchgeführt.» Wenn jedoch die Ausgangssperre fortgesetzt werde, bedeute jede Woche eine Verzögerung bei der Umsetzung der Projekte.

Die Schulen im Land sind aufgrund der Krise geschlossen. Hausaufgaben werden per Handy an die Eltern übermittelt. Magda Sofá Pérez befürchtet, dass von der Ausnahmesituation im Land die besonders Verletzlichen am stärksten betroffen sein werden. Denn im Allgemeinen hätten Kinder in prekären Situationen keinen ständigen Zugang zu Wasser. «Dazu kommt, dass das öffentliche Gesundheitssystem sehr schwach ist.» Die Behörden seien sehr besorgt über diese Situation. Die Länderverantwortliche hält es für sehr wahrscheinlich, dass die nationale Quarantäne noch länger andauern werde.

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