Ausnahmezustand verlängert

Wie das Coronavirus unsere Arbeit in Mosambik beeinflusst 02.06.2020 - 10:47 | Christian Possa

In Mosambik wurde der Ausnahmezustand bereits zum dritten Mal verlängert. Er soll er bis zum 31. Juli andauern. Gewisse Lockerungen sollen dennoch erfolgen.

Der mosambikanische Präsident Filipe Nyusi kündigte zum dritten Mal die Verlängerung des Ausnahmezustands an, wobei einige Massnahmen gelockert wurden, um inmitten der COVID-19-Pandemie eine neue Normalität zu suchen. Während der verlängerten Notstandsperiode wird der Prozess der Lockerung der restriktiven Massnahmen schrittweise erfolgen. Je nach Entwicklung der Pandemie könne der Ausnahmezustand auch rückgängig gemacht werden.

Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts

Nyusi erwähnte die Wiedereröffnung mehrerer Sektoren wie Bildung, Wirtschaft, Kultur und Tourismus, die seiner Meinung nach unter strikter Einhaltung der von den Gesundheitsbehörden festgelegten Präventivmassnahmen und Protokolle erfolgen müsse. Schulen dürfen nur geöffnet werden, wenn sie grundlegende Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 garantieren können. Viele der Schulen können jedoch die Voraussetzungen nicht erfüllen. Das mosambikanische Ministerium für Bildung und menschliche Entwicklung hält die Zukunft des derzeitigen Schulkalenders für unbekannt und sagt, dass es bisher keine konkreten Informationen darüber gibt, ob das Schuljahr gestrichen wird oder nicht.

In Projekten wird Maske getragen

Bei allen Veranstaltungen im Projekt, bei denen mehr als zehn Personen zusammenkommen müssen, werden Masken und Sanitäreinrichtungen zur Verfügung gestellt.

02.06.2020

Heimunterricht bis Ende Juni

In Mosambik wurde der Ausnahmezustand wegen des Corona-Virus' bis am 29. Juni verlängert. Die Kinder werden weiterhin daheim unterrichtet. Dafür wurde ein eigener Fernsehkanal eingerichtet, der den Unterricht für Primar- und Sekundarkinder präsentiert.

Kinder lernen mit dem Fernsehkanal und die Lehrperson bereitet eine Übung vor, die die Eltern wöchentlich abholen. So werden die Kinder beim Lernen unterstützen. Es gibt auch Herausforderungen für die Kinder, da sich die Dynamik des Lebens aufgrund des Virus' völlig verändert hat. «Die Kinder stehen vor einer neuen Phase des Lernens, die darin besteht, aus der Ferne zu lernen», berichtet Adriana Lins, Länderverantwortliche Mosambik. Dadurch werden sie weniger sozialisiert. «Es ist eine grosse Herausforderung, die Jungen und Mädchen konzentriert und motiviert zu halten», ergänzt Adriana Lins.

26.05.2020

Ausnahmezustand verlängert

Präsident Nyusi hat den Notstand in Mosambik ausgerufen und hält weiterhin daran fest. Ende Mai werden neue Empfehlungen erwartet, um die nächsten Schritte zu klären. Die Situation im Bildungsbereich bleibt für alle Beteiligten herausfordernd.

«Die Regierungsstrategie für den Heimunterricht besteht darin, einen Fernsehkanal einzurichten, auf dem der Unterricht von der Primar- bis zur Sekundarstufe präsentiert wird», erklärt Ariana Lins, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Zusätzlich bereiten Lehrpersonen Übungen vor, welche die Eltern wöchentlich an den Schulen abgeben. Der Ausnahmezustand im Land habe die Dynamik des Lebens und des Lernens völlig verändert. Ariana Lins beschreibt, dass es für die Kinder völlig neu sei, aus der Ferne zu lernen, nicht sozialisieren zu können, virtuell zu arbeiten und die Eltern als direkte UnterstützerInnen zu haben. Die Situation ist auch für viele Eltern schwierig. «Viele von ihnen sind Analphabeten, haben keine Berufe oder keine pädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten.» Die Wohnsituation vieler Menschen erschwere es zusätzlich, die geforderten Präventivmassnahmen einhalten zu können. Ebenso hindert die finanzielle Situation viele Menschen daran, Seife oder Masken zu kaufen.

6.05.2020

Ausnahmezustand bis Ende Mai

Präsident Nyusi hat den Notstand in Mosambik um weitere 30 Tage verlängert. Die Situation im Bildungsbereich bleibt für alle Beteiligten herausfordernd.

«Die Regierungsstrategie für den Heimunterricht besteht darin, einen Fernsehkanal einzurichten, auf dem der Unterricht von der Primar- bis zur Sekundarstufe präsentiert wird», erklärt Ariana Lins, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Zusätzlich bereiten Lehrpersonen Übungen vor, welche die Eltern wöchentlich an den Schulen abgeben. Der Ausnahmezustand im Land habe die Dynamik des Lebens und des Lernens völlig verändert. Ariana Lins beschreibt, dass es für die Kinder völlig neu sei, aus der Ferne zu lernen, nicht sozialisieren zu können, virtuell zu arbeiten und die Eltern als direkte UnterstützerInnen zu haben. Die Situation ist auch für viele Eltern schwierig. «Viele von ihnen sind Analphabeten, haben keine Berufe oder keine pädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten.» Die Wohnsituation vieler Menschen erschwere es zusätzlich, die geforderten Präventivmassnahmen einhalten zu können. Ebenso hindert die finanzielle Situation viele Menschen daran, Seife oder Masken zu kaufen.

21.04.2020

Tücken des Fernsehunterrichts

Das Bildungsministerium in Mosambik hat eine TV-Schulstrategie entwickelt, welche Programme für die Grund- und die Sekundarschulstufe vorsieht. Das Problem: Viele Mädchen und Jungen im Land haben keinen Fernseher und verpassen so den Unterricht.

«Die TV-Strategie des Bildungsministeriums ist ausgezeichnet aufgebaut», lobt Ariana Lins, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Sie sei jedoch nicht umfassend genug, da die meisten mosambikanischen Familien nicht über einen Fernseher verfügten, um die Programme verfolgen zu können. Herausforderungen sieht sie auch darin, Schülerinnen und Schüler mit geringer Motivation sowie mit wenig Erfahrung im selbständigen Lernen für den Fernunterricht begeistern zu können.

Associação Rede da Criança, unsere Partnerorganisation in den Vororten der Hauptstadt Maputo, hat ein Informationsvideo realisiert, welches auf den sozialen Medien geteilt wird. ((Rebi Link)). Ebenfalls engagiert sich die Organisation beim virtuellen Notizbuch, in dem über UKW-Radio und andere digitale Plattformen akademische Inhalte zu Lese-, Schreib- und Rechenkenntnissen für Grundschulkinder geteilt werden.

Mosambik hat keinen vollständigen Lockdown verhängt, sondern setzt auf eine Mischung aus Regulierung und Überzeugungsarbeit. «Das Problem ist, dass so viele Menschen in diesem sehr armen Land von Tag zu Tag leben und knapp genug verdienen, um Lebensmittel zu kaufen», erzählt Ariana Lins. Hunger sei darum eine gegenwärtigere Bedrohung als Covid-19.

07.04.2020

Politik stiftet landesweit Verwirrung

Vergangene Dienstagnacht rief das Parlament den Ausnahmezustand aus. Da es den von Präsident Filipe Nyusi vorgeschlagenen Notstandsbeschluss kurzfristig wesentlich veränderte und am Mittwoch die Verkündigung der geltenden Regeln zweimal verschob, herrschte grosse Verunsicherung.

Nichtsdestotrotz begann die städtische Polizei in der Landeshauptstadt Maputo am Mittwoch damit, die Schliessung der meisten Geschäfte und Märkte zu erzwingen. Auch in anderen Gebieten gab es Berichte über Schliessungen, obwohl sich selbst AnwältInnen uneinig darüber waren, was die «Schliessung kommerzieller Einrichtungen» gemäss Erlass genau beinhaltet. Laut unserer Länderverantwortlichen Ariana Lins haben auch die drei Projektpartner der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ihre Büros für 30 Tage geschlossen. «Dort wo die Mitarbeitenden über Computer verfügen, wird weiterhin von zuhause aus gearbeitet.»

Welche Regeln national gelten sollen, um die Corona-Situation in den Griff zu bekommen, hätte eigentlich bereits am Mittwoch nach dem Parlamentsbeschluss von Dienstagnacht verkündet werden sollen. Die Verkündung wurde aber zweimal festgesetzt und wieder abgesagt. Auch die für Donnerstagmorgen angekündigte Pressekonferenz wurde verschoben. Die ersten Regeln verlas die Justizministerin Helena Mateus Kida am späten Donnerstagnachmittag im nationalen Fernsehen und Radio. Für zusätzliche Verwirrung sorgte dabei ihre Aussage, dass jedes Ministerium seine eigenen Vorschriften erlassen werde.

Das Länderbüro der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist derweil mit den Projektpartnern daran, konkrete Massnahmen umzusetzen, um Bildung auch in der aktuellen Situation zu ermöglichen. So wird in einem Projekt beispielsweise ein virtuelles Notizbuch entwickelt, welches die Ausstrahlung von akademischen Inhalten zu den Themen Lesen, Schreiben und Rechnen über FM-Radio sowie andere digitale Plattformen ermöglichen soll.

31.03.2020

Keine internationalen Flüge in Mosambik mehr

In Mosambik stellen Fluggesellschaften ihre internationalen Flüge ein und die Zahl der Infizierten steigt an. Langfristige Entscheide für die abgesagten Schulprojekte wurden noch nicht getroffen und auf Mai oder Juni verschoben.

Mosambik verzeichnet inzwischen acht Fälle von Corona-Infizierten. Zwei von ihnen wurde durch eine lokale Übertragung infiziert und sechs haben sich im Ausland angesteckt.

Seit einer Woche müssen alle Einreisenden nach Mosambik im Rahmen einer vorgeschriebenen 14-tägigen Selbstquarantäne zuhausen bleiben. Ausserdem werden keine neuen Visa mehr ausgestellt und alte wurden annulliert. Aus diesem Grund haben Fluggesellschaften auch ihr Angebot an internationalen Flügen eingestellt. Anschlussflüge werden durch verschiedene Beschränkungen der Regierung unterbrochen.

Da die Schulen geschlossen sind, stehen auch unsere Projekte momentan still. Unsere Projektverantwortlichen haben sich zuhause im Homeoffice eingerichtet. Momentan werden neue Projektschritte geplant und neue Termine gesucht, damit Projektausfälle nachgeholt werden können. Da ein Ende der Krise momentan noch nicht definiert werden kann, wurde eine neue Orientierung auf den Mai oder Juni angesetzt.

24.03.2020

Infrastruktur hemmt Massnahmen

Die Mitarbeitenden unseres Länderbüros in Mosambik arbeiten seit gestern im Homeoffice. Herausfordernd ist es laut der Verantwortlichen Ariana Lins, die Kommunikation zu den Partnerorganisationen aufrecht zu erhalten, da diese zuhause nicht alle über Internet und Computer verfügten.

«Bis jetzt sind wir positiv eingestellt und unterstützen uns als Team gegenseitig, um die Herausforderungen von COVID-19 in einem Land zu bewältigen, in welchem die Armut sehr hoch und das Gesundheitssystem fragil ist.» Und trotzdem beginnen sich in dieser speziellen Situation erste gesellschaftliche Unterschiede abzuzeichnen, beispielsweise wenn es ums E-Learning geht. Während einzelne Privatschulen bereits ein Online-System eingerichtet hätten, um die Schülerinnen und Schüler weiterhin unterrichten zu können, seien die öffentlichen Schulen noch nicht so weit, sagt Ariana Lins. «Die öffentlichen Schulen haben nicht die gleichen Kapazitäten.» Mögliche Formen der Unterstützung für Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler würden da erst diskutiert. Was die Länderverantwortliche ebenfalls feststellt, ist ein fehlendes Bewusstsein für den Ernst der Lage – dies trotz landesweiter Ausstrahlungen im Fernsehen. «Heute habe ich einige Kinder in Schuluniformen auf dem Weg zur Schule gesehen, obwohl die Schulen offiziell geschlossen sind.» Die Regierung von Mosambik hat den ersten Corona-Fall am 22. März offiziell bestätigt. In der Folge wurden keine Visas mehr ausgestellt und bereits erteilte wieder annulliert. Alle Landesgrenzen – mit Ausnahme von Ressano-Garcia/Komatipoort zu Südafrika – wurden dichtgemacht. Der Flugverkehr wurde eingestellt.

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