Erste Parlamentswahlen unter neuem Namen

Wie das Coronavirus unsere Arbeit in Nordmazedonien beeinflusst 11.11.2020 - 11:40 | Veronica Gmünder

In Nordmazedonien wurde zum ersten Mal gewählt, seit das Land seinen Namen geändert hat. Die Parlamentswahl haben die pro-europäischen Sozialdemokraten des früheren Ministerpräsidenten Zoran Zaev mit knappem Vorsprung gewonnen.

Die Bevölkerung hat trotz der COVID-19-Pandemie am 15. Juli ein neues Parlament gewählt. Wahlberechtigt waren rund 1,8 Millionen Menschen. Es war die erste Wahl, seitdem das Balkanland im Februar 2019 unter Zaev seinen Namen in Nordmazedonien geändert hat.

Neue Beschränkung eingeführt

COVID-19 hat das Land weiterhin im Griff. Die Zahl der infizierten Personen ist rapide angestiegen und erreichte am 8. November rund 1300 Fälle. Aus diesem Grund wurden im Land neue Massnahmen festgelegt, die das Leben in der Öffentlichkeit einschränken. So bleiben Restaurants und Bars nur bis 21 Uhr offen. Danach dürfen sich jeweils maximal vier Personen als Gruppe im öffentlichen Raum aufhalten. Es wird jedoch empfohlen, sich nach neun Uhr abends nicht mehr draussen zu befinden.

30.07.20

Viel Arbeit für das Bildungsministerium

Die Lage in Nordmazedonien ist angespannt. Das Bildungsministerium hat zwar mit dem Erstellen der neuen Lehrpläne angefangen doch vor Kurzem wurden sie Opfer eines Cyberangriffs.

Das Bildungsministerium in Nordmazedonien hat verkündet, dass ab dem 1. August die neuen Schullehrpläne vorliegen. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit werden verschiedene Modelle für die Umsetzung des Unterrichts während der Pandemie angedacht. Zudem berichtete das Bildungsministerium und das Ministerium für Gesundheit, dass ihre beiden Websites zum Einsturz gebracht wurden. Grund dafür sind Cyberangriffe von der Hackergruppe «Anonopsmkd».

13.07.2020

Schweigen – trotz steigender Fallzahlen

In Nordmazedonien herrscht momentan nationales Schweigen. Grund dafür ist nicht die Pandemie, sondern die nationalen Wahlen, die diese Woche stattfinden werden.

Trotz steigender Fallzahlen herrscht momentan in Nordmazedonien die sogennante «pre-election silence». Das Schweigen der WählerInnen oder das Schweigen im Wahlkampf ist ein Verbot politischer Kampagnen vor und in einigen Ländern während der Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen. Nach dieser Regel ist es verboten, zu versuchen, Menschen davon zu überzeugen, am Wahltag für einen bestimmten Kandidierenden oder eine bestimmte politische Partei zu stimmen. Die Wahlen sind auf den 15. Juli angesetzt und wurden von der Regierung als offiziellen arbeitsfreien Tag ernannt.

Schulbeginn 2020 noch unklar

Das Bildungsministerium bereitet ein Konzept zum Fernunterricht vor. Es handelt sich um ein Dokument zur Einführung und Umsetzung eines Fernunterrichts als Teil des Bildungssystems, das jedoch nicht spezifisch auf die aktuelle Pandemie zugeschnitten ist und keine Anleitung für die Arbeitsweise der Schulen ab September 2020 enthält. Bislang gibt es keine offiziellen Informationen über die Umsetzung des Unterrichts im neuen Schuljahr, das im September beginnt.

Neue Einreisebestimmungen

Obwohl die Grenzübergänge seit dem 26. Juni vollständig geöffnet sind, wurde aufgrund der momentanen Lage eine Anpassung der Einreisebestimmungen vorgenommen. Seit 9. Juli ist für die Einreise von BürgerInnen aus Serbien, Kosovo, Montenegro und Bosnien und Herzegowina ein negativer PCR-Test erforderlich, der bis zu 72 Stunden vor der Einreise durchgeführt worden sein muss.

22.06.2020

Gesundheitssystem unter Druck

Die Fallzahlen in Nordmazedonien steigen rapide. Auch die Zahl der hospitalisierten Personen nimmt zu. Trotzdem geht der verlängerte Ausnahmezustand zu Ende.

Nordmazedonien verzeichnet am 21. Juni 5026 Covid-19-Fälle. Insbesondere in der Hauptstadt Skopje steigen die Zahlen rasant an. Die Situation bringt das Gesundheitssystem in Bedrängnis, denn immer mehr Personen werden hospitalisiert. Trotz der angespannten Lage hat die Regierung beschlossen, Restaurants und Bars ohne zeitliche Einschränkungen zu öffnen. Der Ausnahmezustand in Nordmazedonien ist zu Ende, die Flughäfen sind jedoch immer noch offiziell geschlossen.

02.06.2020

Nordmazedonien stellt die Polizeistunde wieder ein

Bürger Nordmazedoniens können sich unter Einhaltung der Präventivmassnahmen wieder frei in der Öffentlichkeit bewegen. Der Ausnahmezustand wurde aber trotzdem um weitere 14 Tage verlängert.

Laut den aktuellsten Zahlen aus Nordmazedonien sind insgesamt 2'226 Personen am Virus erkrankt, 133 verstorben und 1'552 bereits wieder genesen.

Die Regierung hat beschlossen, die Polizeistunden ab dem 27.05.2020 abzuschaffen. Die BürgerInnen können sich unter Einhaltung der Präventivmassnahmen (Desinfektion, Distanzierung, Masken) ohne Einschränkung wieder in der Öffentlichkeit bewegen. Jedoch kündigte der Präsident am 30.05.2020 die Verlängerung des Ausnahmezustands um weitere 14 Tage an. Das erklärte Hauptziel besteht darin, der Regierung die Möglichkeit zu geben, sich in erster Linie mit den gesundheitlichen, aber auch mit den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie zu befassen. Alle Restaurants und Kaffeebars haben aber wieder geöffnet.

Laut Angaben sind rund 85'550 Vollzeitarbeitsplätze wegen der Pandemie verloren gegangen. Es wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung in Nordmazedonien von 3,5 Prozent erwartet.

Seit dem 28. Mai bis zum 8. Juni wird die neue Fernsehserie "Das Wort der Strasse" für SchülerInnen und Studierende der Sekundarstufe und der Universität ausgestrahlt. Hauptziel ist es, die Englischkenntnisse von Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahren zu verbessern und mit der britischen Kultur vertraut zu machen.

26.05.2020

Schulen bleiben geschlossen

Laut den aktuellsten Zahlen sind in Nordmazedonien insgesamt 1978 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen liegt immer noch bei 20 bis 35 Personen. Deshalb bleiben die Schulen geschlossen.

Im Bildungsbereich gibt es keine neuen Entwicklungen. Die Schulen werden bis zum Ende des Schuljahres am 10 Juni geschlossen bleiben. Der Bildungsminister kündigte finanzielle Unterstützung für benachteiligte Familien an. So können sie ihren Kindern die Produkte für Homeschooling kaufen. «Auch die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi hat in ihren Projektschulen 150 Tablets organisiert, die zu einem vereinfachten Unterricht beitragen», berichtet Azbija Memedova, Länderverantwortliche Nordmazedonien.

Die Universitätsstudenten werden ihre Prüfungen im Juni/Juli ablegen. Jede Fakultät kann entscheiden, ob die Prüfungen online oder persönlich abgehalten werden, wobei alle Präventivmassnahmen sichergestellt werden.

19.05.2020

Infektionszahlen sind rückläufig

Alle Schulen bleiben in Nordmazedonien bis Ende des Semesters geschlossen. Auch der Ausnahmezustand wurde bis Ende Mai verlängert. Dies obwohl die Infektionszahlen zurückgegangen sind.

Laut den aktuellsten Zahlen sind in Nordmazedonien insgesamt 1792 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bereits 293 Personen sind wieder genesen, jedoch 101 Personen sind an den Folgen des Virus verstorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist aber rückläufig. Der Ausnahmezustand wird trotzdem um weitere 14 Tage verlängert. StaatsbeamtInnen dürfen wieder ins Ausland reisen, falls es für staatliche Aufgaben nötig ist, wobei strikte Massnahmen eingehalten werden müssen.

Alle Schulen bleiben bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020, am 10. Juni, geschlossen. Leider mangelt es noch immer an der Bereitstellung des Internetzugangs für den Onlineunterricht. Viele Familien haben daheim nicht die Technik dafür. Jedoch wurde bekannt gegeben, dass das Bildungsministerium eine finanzielle Unterstützung für SchülerInnen und Studierende (Primar-, Sekundar- und Universitätsebene) zur Verbesserung der Informations- und Kommunikationsfähigkeiten bereitstellen wird. Genauere Informationen liegen noch nicht vor, folgen aber im Verlauf der nächsten Woche.

11.05.2020

Flughäfen bereiten sich auf den Betrieb vor

Bislang sind in Nordmazedonien noch alle Massnahmen des Ausnahmezustandes in Kraft. Trotzdem bereiten sich die Flughäfen bereits auf ihre Wiedereröffnung vor.

Laut den aktuellsten Zahlen aus Nordmazedonien haben sich 1'642 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Davon sind 91 Personen an den Folgen der Krankheit verstorben und 1'136 genesen.

An den Massnahmen hat sich bislang nicht geändert, die wegen des Virus' getroffen wurden. Es wurde vermutet, dass diese Woche erste Lockerungen in Kraft treten würden. Bestätigt wurden das vom Gesundheitsministerium jedoch nicht, denn die Anzahl der Infizierten sind noch zu hoch. Jedoch wurde als vorläufiger Termin der 15. Mai gesetzt. So bereiten sich zum Beispiel die beiden Flughäfen im Land auf ihre Wiedereröffnung vor.

Laut den jüngste Informationen wurde bekannt, dass Schulen aus ländlichen Gebieten noch immer auf sich allein gestellt sind. Allen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, erweist sich als schwierig, denn in ländlichen Gebieten ist der Zugang zum Internet nur sehr selten gewährleistet, was das Homeschooling schwierig macht.

04.05.2020

Verfassungsgericht annulliert Hilfspaket

Die Zahl der Infizierten nimmt in Nordmazedonien weiter ab. Trotzdem werden die verschärften Massnahmen weitergeführt. Auch wurde ein von der Regierung geplantes Hilfspaket annulliert

Laut den aktuellsten Zahlen aus Nordmazedonien sind 1'511 Personen am Virus erkrankt, 84 Personen an den Folgen verstorben und 945 bereits wieder genesen. Aus den letzten Informationen des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass die Zahl der genesenen Patienten zunimmt, während die Zahl der neu infizierten Personen zurückgeht. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Testanfragen ab, was den positiven Trend bestätigt. Der Lockdown setzt sich jedoch mit den verstärkten Präventionsmassnahmen der letzten Woche fort.

Die Regierung plante ausserdem, 240 Millionen MKD für Sofortmassnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus' durch Kürzung der Gehälter von 2'600 Beamten, Abgeordneten, Richtern und Direktoren für April und Mai zur Verfügung zu stellen. Der Regierungserlass wurde jedoch vom Verfassungsgericht annulliert.

Nach den letzten Informationen verloren rund 9000 Menschen aufgrund der Abriegelung ihre Arbeitsstelle.

Die Stiftung Open Society hat 1'260 humanitäre Pakete an Roma-Familien gespendet, die wirtschaftlich am stärksten vom Corona-Virus betroffen sind. Die Pakete werden in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz verteilt.

Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe können ab dem 10. Juni wieder zur Schule gehen. Das heisst, dass der Fernunterricht noch bis Ende des Schuljahres weitergeführt wird. Der Bildungsminister teilte auch mit, dass der Fernunterricht ab September fortgesetzt werden kann, wenn sich die Situation nicht verbessere. Die staatliche Matura, die Schulmaturität und die Abschlussprüfung wurden für dieses Schuljahr abgesagt. Alle erhalten ein Gymnasialdiplom mit der gleichen Gewichtung, wie jene aus den vergangen Jahren. Ausserdem beginnt die Einschulung der Erstklässler erst im Juni anstatt wie üblich im Mai.

21.04.2020

Komplette Abriegelung über die Ostertage

Die Regierung von Nordmazedonien hat über die Ostertage verschärfte Massnahmen verordnet. In absehbarer Zukunft sei jedoch laut Regierung mit einer Milderung der Massnahmen zu rechnen. In Sachen Online-Unterricht wurden noch keine Fortschritte erzielt; inzwischen wurde aber eine Kurzbefragung zum Stand der Dinge durchgeführt.

In Nordmazedonien ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 1207 Infizierte angestiegen. Über die Osterfeiertage gab die Regierung eine vollständige Abriegelung bekannt, damit an den freien Tagen keine unnötigen Ansteckungen erfolgen. Ausserdem kündigte die Regierung an, im Mai einige der strengen Massnahmen zu mildern.

Im Moment gelten die Massnahmen aber noch: Es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern, man darf nicht in einer Gruppe von mehr als zwei Personen unterwegs sein und ein Mundschutz ist Pflicht. Ausser dürfen während der Arbeitstage alle Menschen über 67 Jahren nur zwischen 22 und 12 Uhr ausgehen, alle unter 18 Jahren nur zwischen 13 und 15 Uhr.

Im Bereich Bildung wurde bislang noch kein Fortschritt verzeichnet. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die keinen Zugang zu E-Learning haben, ist noch immer nicht bekannt. Jedoch zeigt eine Umfrage unter einer kleinen Anzahl von Lehrkräften Folgendes:

  • Viele Lehrkräfte sind nicht bereit, die Lerninhalte an die Bedürfnisse aller Studierenden anzupassen. Der fehlende persönliche Kontakt erschwert Bemühungen in diese Richtung zusätzlich.
  • Der Kontakt zu den Eltern ist genauso wichtig wie der zu den Schülerinnen und Schülern.
  • Da die Kinder und Jugendlichen momentan vieles mit den Eltern zusammen erarbeiten, kann nicht definitiv gesagt werden, ob die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsmaterial wirklich verstanden haben.

15.04.2020

Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt

Nordmazedonien antwortet mit verschärften Massnahmen auf die steigende Anzahl bestätigter Fälle. Montag bis Freitag zwischen 16 und 5 Uhr ist es mit wenigen Ausnahmen verboten, sich draussen zu bewegen. An den Wochenenden gilt ein komplettes Ausgangsverbot.

Die Isolationsmassnahmen seien verstärkt worden, da sich die Zahl der Infizierten mehr als verdoppelte, erklärt Azbija Memedova. Im Allgemeinen herrsche Unzufriedenheit unten den Eltern und den Schülerinnen und Schülern. «Einerseits wegen der grossen Arbeitsbelastung, andererseits wegen nicht ausreichender Ressourcen für den Fernunterricht», so die Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Unter dem Lehrpersonal wachse die Besorgnis über die vom Bildungsministerium geforderte Bewertung der Schülerinnen und Schüler. Viele Lehrerinnen und Lehrer finden, dass sie unter solchen Bedingungen keine relevanten Bewertungen vornehmen könnten und die Zeit zu kurz sei, was zusätzlichen Stress für Schüler und ihre Eltern bedeute.

Das Länderbüro der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi hat sich zum zweiten Mal an das Bildungsministerium gewandt. Die Anfrage zur Unterstützung der am stärksten marginalisierten und ausgegrenzten Kinder bezüglich Online-Unterricht blieb jedoch unbeantwortet. Erfreulich ist laut Maja Cvetanoska, Bildungsverantwortliche im Länderbüro, dass das Ministerium für Informationsgesellschaft und Verwaltung und die Telekom eine Vereinbarung zugunsten von 30'000 Grund- und Sekundarschüler aus 18'400 finanziell schwachen Familien unterzeichnet haben. Diese Kinder und Jugendlichen erhalten nun Gutscheine für ein Datenvolumen von jeweils 10 GB. «Diese Gutscheine könnten nur für die Bildungsprogramme und Lernplattformen verwendet werden, die von den MOES empfohlen werden», ergänzt Maja Cvetanoska.

07.04.2020

Massives Haushaltsdefizit erwartet

Nordmazedonien rechnet mit schweren finanziellen Folgen aufgrund der Coronavirus-Krise. Neueste Schätzungen für das Haushaltsdefizit 2020 liegen bei 1,3 Milliarden Euro.

Bisher gingen Ökonomen von einem gut viermal kleineren Defizit aus. Die Regierung hat für die Monate April und Mai einen Mindestlohn von 250 Euro für alle gewählten Beamten auf nationaler und lokaler Ebene beschlossen. Davon ausgenommen sind Gesundheitseinrichtungen. Vorstandsmitglieder, AufsichtsrätInnen der Exekutive und der lokalen Regierungen sowie RatspräsidentInnen werden während der Krise ohne Entschädigung arbeiten.

Aktuell sind im Nordmazedonien 555 Corona-Fälle bestätigt. Alle Bildungseinrichtungen bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Die Regierung hat in einer neuen gesetzlichen Regelung während des Ausnahmezustandes Fernunterricht verfügt. «Mittel für die elektronische Kommunikation können beispielsweise Videokonferenzplattformen, E-Mail oder andere Systeme für den elektronischen Datenaustausch sein», erklärt Maja Cvetanoska, Verantwortliche Bildung im Länderbüro der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Welche Mittel eingesetzt werden, entscheidet die Schule. Die Regelung sieht auch vor, dass die Lehrpersonen ihre Schülerinnen und Schüler während des Fernunterrichts bewerten. Der von der Regierung initiierte E-Klassenraum bietet derzeit 500 Videolektionen für GrundschülerInnen an. Der Bildungsminister sagte kürzlich in einem Interview, dass die Zahl der SchülerInnen und Familien, die keinen Zugang zum Internet oder zu Informations- und Kommunikationstechnologie hätten, minimal sei. Konkrete Zahlen nannte er aber keine. An den Schulen des SKP-Projektes «Inklusion von schulabgängigen Roma-Kindern» zeigte sich ein anderes Bild. Von den 136 unterstützen Kindern und Jugendlichen hatten die meisten keinen Zugang zum Internet oder zu Computern, Tablets oder Mobiltelefonen. «Derzeit werden alle Möglichkeiten geprüft, diese Studierenden auf alternative Weise zu unterstützen», erzählt die Länderverantwortliche Azbija Memedova.

31.03.2020

E-Learing steht bereit, aber nicht für alle

Nordmazedonies Wirtschaft läuft Gefahr, massive Ausfälle einstecken zu müssen. Die Massnahmen der Regierung in Bezug auf E-Learning deckt indes viele aber nicht alle Schulstufen ab.

Die Isolation geht weiter; die Kinder können nicht zum Spielen hinausgehen; die Zahl der Studierenden, die keinen Zugang zu E-Learning haben, ist nicht bekannt; viele Eltern haben bereits Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. All dies kann negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit aller haben.

Die Maßnahmen der Regierung von letzter Woche sind weiterhin in Kraft. Bisher kann niemand die zu erwartenden Auswirkungen auf die Wirtschaft vorhersagen. Da aber rund 82 % der Exporte Nordmazedonies an Europäische Länder gehen, die nun womöglich den Import reduzieren, ist mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft zu rechnen. Als Massnahme bietet die Regierung kleinen und mittleren Unternehmen Kredite ohne Zinsen an, um die Mitarbeitenden bezahlen zu können.

Der Regierungsentscheid, jeder Schule die Möglichkeit zu geben, ihren Unterricht online zu organisieren, ist nach wie vor aktuell. «Es wurde ein E-Klassenraum für Schüler der 1. bis 9. Klasse eröffnet, in dem sie Video-Unterricht verfolgen können», sagt unsere Länderverantwortliche Azbija Memedova. Der E-Klassenraum ist Teil des Eduino, einer nationalen Web-Plattform für den Bildungsbereich, die sich noch in Vorbereitung befindet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bildungseinrichtungen hauptsächlich Video- und Fernsehkurse für die 1. bis 9. Klasse, einige Fernsehinhalte für Vorschulkinder und keine Inhalte für SchülerInnen der Sekundarstufe und der Universität anbieten.

Bis heute gibt es in Nordmazedonien 259 Fälle von Infektionen und 6 Todesfälle aufgrund des Coronavirus'.

24.03.2020

Angst macht sich breit

In Nordmazedonien ist gerade ein neuer Begriff dabei sich zu etablieren: Coronaphobie. Laut unserer Länderverantwortlichen Azbija Memedova hätten mittlerweile viele Menschen Angst davor, mit anderen in Kontakt zu kommen.

«Dies liegt sicher auch an den weit verbreiteten Empfehlungen, zuhause zu bleiben und nicht auszugehen, wenn es nicht nötig ist.», glaubt Azbija. Die Angst sei aber auch auf das schwache Gesundheitssystem zurückzuführen, welches nicht darauf ausgelegt sei, einer grossen Zahl von Patienten gleichzeitig Hilfe zu bieten. Azbija Memedova gibt offen zu, dass diese Angst nicht nur die anderen beschleiche. «Die Angst vor dem Virus ist gross.» Bis gestern ist die Zahl der Corona-Fälle auf 114 angestiegen.

Da sämtliche Bildungseinrichtungen bis zum 28. April geschlossen bleiben werden, hat der Bildungsminister die Schulen aufgefordert, mit Online-Vorlesungen zu beginnen. Neben der Verteilung einer Liste mit möglichen Online-Bildungsquellen und –Plattformen sowie der Ausstrahlung eines Fernsehprogrammes für die erste und zweite Klasse habe das Ministerium jedoch keine systematische Lösung angeboten. «Kurzfristig war und ist der Staat nicht auf Online-Vorlesungen vorbereitet», so Azbija Memedova. Ein Hoffnungsschimmer bildet das Projekt «Open the Windows» von UNICEF, welches Online-Trainings für Lehrpersonen durchführt. Bei Erfolg könne es auch in dem von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützten Projekt eingesetzt werden.

19.03.2020

Alle Projekte von Verzögerungen betroffen

In Nordmazedonien gab es Anfang Woche 31 bestätigte Fälle, ein markanter Anstieg wird erwartet. Sämtliche Schulen im Land sind geschlossen. Unser Länderbüro versucht derzeit gemeinsam mit den Partnerorganisationen, die Auswirkungen auf die Projekte abzuschätzen und Alternativen zu entwickeln.

Azbija Memedova arbeitet ebenso wie ihre beiden Teamkolleginnen des Länderbüros von Zuhause aus. «Uns geht es bisher gut und wir stehen in täglichen Kontakt mit unseren Projektpartnern», sagt die Länderverantwortliche. Seit der Schliessung der Schulen vom 9. März gehe es vor allem darum, gemeinsam mit den Partnern Aktivitäten zu organisieren, die mit politischen oder institutionellen Zielen in Zusammenhang stehen. Dabei geht es beispielsweise um Absichtserklärungen oder um Kommentare von Arbeitsgruppenmitgliedern zu politischen Dokumenten oder Analysen. Da sämtliche Schulen bis auf weiteres geschlossen bleiben und eine Abkehr von dieser Massnahme nicht absehbar ist, sind alle Projekte der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Nordmazedonien betroffen. «Gerade in Bezug auf die Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen wird es zu Verzögerungen kommen», so Azbija Memedova. Die Partnerorganisationen sind daran, eine Übersicht mit möglichen Auswirkungen auf die Projekte zu erstellen, falls die Situation im nächsten Monat oder im Juni gelöst wird. Dabei würden zwei bis drei Szenarien berücksichtigt.

Momentan sieht es aber noch nicht danach aus, dass sich die Situation entschärft. Das Gesundheitsministerium rechnet damit, dass die Anzahl bestätigter Corona-Fälle im nächsten Monat auf 2000 ansteigen wird. Entsprechend sind seitens der Regierung bereits folgende Massnahmen erlassen worden:

  • Schliessung der Grenzen
  • Schliessung des Flughafens ins Skopje
  • Schliessung sämtlicher Schulen im Land (seit 9. März)
  • Wo möglich Heimarbeit
  • Versammlungsverbot einschliesslich der Gebete in religiösen Einrichtungen

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