Bauen für eine bessere Welt

10.04.2018 - 08:54 | Bianca Schellander

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi besuchte vor kurzem ihre zwei Projekte in Äthiopien, einem Land mit neun UNESCO Welterbestätten. Hauptziel dieser Besuche war die Verbesserung der mangelhaften Schulinfrastruktur. Denn nur wenn die Kinder in einer sicheren und zweckmässigen Umgebung zur Schule gehen können, wird auch die Unterrichtsqualität in den unterstützen Schulen langfristig gesteigert.

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Kinder wie diese hier in einer Grundschule im Bena Tsemay Distrikt im Süden Äthiopiens profitieren von den Projekten der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Das erste Projekt der Stiftung befindet sich im Norden des Landes, in der Afar-Region, und wird von der lokalen Partnerorganisation Afar Pastoralist Development Association durchgeführt. Diese Gegend ist für ihre bedeutenden Fossilienfunde bekannt. So wurden hier die über drei Millionen Jahre alten Knochen von «Lucy» gefunden, die als älteste, menschliche Vorfahrin gilt. Die Region teilt ihren Namen mit dem wandernden Hirtenvolk der Afar, die mit ihren Ziegen, Eseln und Kamelen durch die brache, trockene und heisse Landschaft ziehen.

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Eine typische «alternative» Grundschule, Afar-Region.

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützt in diesem Projekt 34 Schulen, wovon allerdings 31 sogenannte «alternative» Grundschulen sind. Dabei handelt es sich um Einrichtungen, die über keine feste Gebäudestruktur verfügen und an strategisch wichtigen Orten für die wandernden Afar stehen. In unserem Projekt werden Lehrpersonen für diese Schulen ausgebildet, obwohl diese Bildungseinrichtungen vorläufig noch nicht von der Regierung unterstütz werden. Darauf wird jedoch hingearbeitet.  Die restlichen drei Schulen sind staatliche Einrichtungen, die in festen Siedlungen der Afar gebaut wurden. Die Bildung der Kinder der Afar steht im Mittelpunkt aller Schulen des Projektes. Dazu werden vor allem Aktivitäten durchgeführt, die den Lehrpersonen helfen die Qualität ihres Unterrichts zu verbessern, indem sie diesen aktiv gestalten und Unterrichtsmaterialien in der lokalen Sprache Afar herstellen und verwenden.

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Klassenzimmer der Vorschule in Talalak, Afar-Region. Hier sind Renovationen nicht mehr möglich.

Doch selbst der beste Unterricht nützt wenig, wenn die dafür entsprechende Infrastruktur fehlt. Die drei staatlichen Schulen mit fester Gebäudestruktur in unserem Projekt sind marode, spärlich möbliert oder zum Teil so gebaut, dass sie dem nächsten starken Windstoss zum Opfer fallen könnten. Das Hauptziel unseres Besuches hier waren deshalb Renovationsarbeiten: Fenster wurden neu eingesetzt, Wände verstärkt und gestrichen, Türen installiert und der Bau von Latrinen geplant, damit sich die Bedingungen für die Sicherstellung von qualitativem Unterricht verbessern. Dabei wurde die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi tatkräftig von einem Konsulent der Firma Skat Consulting aus St. Gallen, unterstützt und es konnten weitere Schritte definiert werden. Ebenfalls involviert waren die jeweiligen Direktoren und auch Vertreter der Gemeinden, die uns ihre weitere Unterstützung zusicherten und ihr Interesse an der Zusammenarbeit bestärkten.

Das Ziel unseres zweiten Besuches in Äthiopien war der Bena Tsemay Distrikt im Süden des Landes, wo wir die lokale Partnerorganisation Center of Concern treffen. In der «Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker» leben – wie es der Name schon vermuten lässt – über 45 indigene, ethnische Gruppen. Von zwölf staatlichen Projektschulen, die die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi hier unterstützt, befinden sich sieben noch in der Planungsphase. Nach dem Besuch dieser sieben Schulen konnte für jede einzelne ein individueller Plan – auch wiederum dank der Zusammenarbeit mit der Firma Skat Consulting - erarbeitet werden, der genau festlegt, was 2018 umgesetzt werden wird. Unter anderem werden dringend benötigte Klassenzimmer für die jüngsten Kinder gebaut. Ihr Unterricht findet oft im Freien und unter Bäumen statt. Zudem werden auch Möglichkeiten für einen gesicherten Wasserzugang abgeklärt, um die Grundbedürfnisse der Kinder und Erwachsenen in den Schulen stillen zu können. Denn obwohl diese Gegend hier im Vergleich zum Norden eine bessere Infrastruktur aufweist und sogar geradezu grün wirkt, so sind auch hier Dürre und Wasserknappheit ein grosses Problem. Dies spürte die äthiopische Bevölkerung nicht zuletzt in den vergangenen zwei Jahren durch die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño, wodurch – laut OCHA (Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, Abteilung des UN-Sekretariats) – beinahe 18 Millionen Menschen auf Katastrophenhilfe angewiesen waren.

Durch die zwei Besuche und der intensiven Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen, dem involvierten Schulpersonal und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern auf Gemeindeebene, kann die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi dort effiziente Hilfe leisten, wo diese am dringendsten benötigt wird. So wird die Grundlage geschaffen, die die Unterrichtsqualität verbessert und den Kindern eine bessere Zukunft ermöglicht.

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Unterricht der Kleinsten im Freien, im Bena Tsemay Distrikt.

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