UNESCO-Auszeichnung

Ehemalige «emPower»-Studentin gewinnt Preis Thu, 11/17/2016 - 15:14 | Manuela Flattich

Die Guatemaltekin Raisa Nineth Palala Martínez absolvierte im Jahr 2014 den «emPower»-Lehrgang im Kinderdorf Pestalozzi. Jetzt gewann die Pädagogin den ersten Preis für «Beispielhafte Bildungsmodelle für den Frieden». Die erstmalige Auszeichnung wurde von der UNESCO-Kommission in Guatemala und dem guatemaltekischen Bildungsministerium verliehen.

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Raisa Nineth Palala Martínez nahm am 17. November 2016 den ersten Preis für «Beispielhafte Bildungsmodelle für den Frieden» entgegen.

Im Hauptsitz des Bildungsministeriums in Guatemala-Stadt durfte Raisa Nineth Palala Martínez am 17. November 2016 den ersten Preis für «Beispielhafte Bildungsmodelle für den Frieden» entgegennehmen. Unter 31 eingereichten pädagogischen Konzepten aus dem ganzen Land gewann die ehemalige «emPower»-Studentin die Ausschreibung mit dem Bildungsmodell «Bildung für den Frieden: Kreative Lösungsansätze für Konflikte im Schulzimmer».

Ursachen statt Konflikte lösen

Ihr Bildungsmodell legt vor, dass der Fokus nicht auf den Konflikten, sondern auf deren Ursachen liegt. So beobachtet Raisa Auseinandersetzungen zwischen Schulkindern und ermittelt jedes Mal deren Ursprung. Daraus entwickelt sie kreative Lösungsansätze, die den Anlass des Konflikts beheben und nicht den Konflikt selber ansteuern. Damit werden die Konflikte nicht eliminiert, sondern gelöst. Die 29-Jährige motiviert Kinder, miteinander zu sprechen und lehrt sie, sich gegenseitig zu tolerieren und Verständnis füreinander zu zeigen.  

Im Kinderdorf weitergebildet

Raisa arbeitet seit mehreren Jahren als Lehrerin in Guatemala und beobachtete schon viele Konflikte im Klassenzimmer. Sie sah, wie sich Schülerinnen und Schüler stritten, schlugen und beleidigten. «Kinder mit Verhaltensproblemen und einem niedrigen Selbstwertgefühl benutzen diese Form des Verteidigens. Sie denken, dass sich so Probleme lösen lassen», erklärt Raisa. Im Jahr 2014 besuchte die Lehrerin dann den achtmonatigen Lehrgang «emPower» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. In Kursen lernte sie die Ursachen zu unterscheiden, welche Konflikte provozieren und wie diese gelöst werden können. Für die Diplomarbeit der «emPower»-Weiterbildung vertiefte sich Raisa noch intensiver mit dem Thema «Konfliktlösung» und untersuchte die «Herausforderungen des Unterrichtens für eine Bildung mit Frieden in Guatemala».

Kindern Alternativen aufzeigen

An der «Escuela Oficial Rural Mixta La Paz» liess Raisa die Erkenntnisse aus dem «emPower»-Lehrgang und der Diplomarbeit im Kinderdorf in den Unterricht mit ihren Fünftklässlern miteinfliessen. Daraus entstand dann ihr Bildungsmodell. «Ich nutze Streit als eine Gelegenheit, den Jungen und Mädchen zu zeigen, wie sie sich zu benehmen haben und in gemässigter Weise zu antworten».

«Für uns ist dieser Preis eine Anerkennung dafür, dass sich unsere Arbeit lohnt und wir zu einer besseren Bildung sowie einem friedlicheren Zusammenleben beitragen können.»

Raisa Nineth Palala Martínez – Lehrerin der fünften Stufe an der «Escuela Oficial Rural Mixta La Paz» in Villa Nueva, Guatemala

Engagement würdigen

Die Auszeichnung wurde von der guatemaltekischen UNESCO-Kommission und dem Bildungsministerium ins Leben gerufen. Bildungsfachkräfte werden für ihr Engagement in Bildungseinrichtungen in den Bereichen Menschenrechte, Geschichte, Bildung für den Frieden und nachhaltige Entwicklung geehrt. Auf Empfehlungen von unabhängigen Experten wurden die Gewinner von der UNESCO-Kommission in Guatemala und dem Bildungsministerium ausgewählt.

Frieden als Verantwortung

Den ersten Preis für ihr Engagement nahm Raisa mit Freude und Dank entgegen: «Für uns ist dieser Preis eine Anerkennung dafür, dass sich unsere Arbeit lohnt und wir zu einer besseren Bildung sowie einem friedlicheren Zusammenleben beitragen können.» Denn laut der «emPower»-Absolventin geht es beim Unterrichten für den Frieden um mehr als gute Noten. «Es ist meine Verantwortung, den Kindern zu zeigen, wie Konflikte gelöst werden, damit sie das menschliche Zusammenleben lernen. Dieses Zusammenleben wiederum basiert auf dem Respekt der Menschenrechte. So können wir die Gewalt in Guatemala langfristig reduzieren.»

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