Corona durch die Augen der Kinder

Über das Corona-Virus sprechen meist Erwachsene – Wissenschaftler, Politikerinnen, Lehrpersonen. Doch wie denken Kinder darüber? Was sind ihre Ängste? Zwei Jugendliche aus unseren Projektschulen in Serbien gewähren in kurzen Texten Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt.

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«Das Virus ist, als ob einen jemand in eine Kiste einsperrt und man nicht mehr herauskommt. Leider hat dieses Jahr nicht so begonnen, wie ich es mir gewünscht habe –  Kobe Bryant verlor sein Leben, das Corona-Virus beherrscht die Welt. Es scheint, dass es auch über die Ausserirdischen herrscht. Wenn sie niesen, dreht sie die Erde um 180 Grad. Mir gefällt der Unterricht im Fernsehen überhaupt nicht. Es macht keinen Sinn, dass eine Lehrerin im Fernsehen einen Vortrag hält und sie mich nicht hören kann. Ich verstehe nicht, wie ich Noten bekomme soll. Wie kann ich die Einheit verstehen, wenn die Lehrerin mir keine Erklärungen geben kann? Ich habe Angst um meinen Vater, der als Lastwagenfahrer ins Ausland fährt. Meistens geht er nach Deutschland oder Spanien. Ich will so nicht mehr weitermachen. Ich wiederhole jeden Tag: Wenn das nur ein Ende hat und mein Vater zu uns zurückkommen kann.»

David Lijeskić, IV 6, Primarschule Aleksa Dejović, Sevojno

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«Der Ausnahmezustand hat am 15. März begonnen. Furcht, Angst und Panik ist in den Augen aller. Ist dies ein Traum oder Realität? Hunderte von Fragen auf einmal. Gespannt höre ich den Älteren zu, die jede einzelne Ankündigung im Fernsehen genau verfolgen. Wenn ich ihre Gesichter lese, wird mir klar, dass die Situation äusserst ernst ist. Jeder Tag scheint schwieriger als der Vorhergehende. Es herrscht eine grosse Angst um das Leben unserer Lieben. Es gibt keinen Frieden und keine Ruhe mehr. Ich vermisse mein altes Leben: die Schule, meine Freunde, die Geburtstagsfeiern, die Ausflüge, das Kino – einfach alles! Ich fühle mich bestraft und es ist, als würde ich unter Hausarrest stehen. Aber dann wird mir bewusst, dass das Leben von jemand anderen von meinem Verhalten abhängt. Ich fühle mich niedergeschlagen. Aber ich versuche zu widerstehen.

Ich verfolge regelmässig die Lektionen und bemühe mich wirklich, sie zu verstehen. Es ist aber nicht dasselbe wie in der Schule, auch wenn die Lehrer sehr gut erklären. Ich versuche, meine Freizeit zu nutzen: Ich räume mein Zimmer auf, ich lese Bücher, ich erledige meine Hausaufgaben, ich schreib Tagebuch oder spiele. Ich tausche mich mit meinen "Mitgefangenen" aus und wir machen Gedankenspiele. Es geht darum, die eigene Vorstellungskraft zu nutzen und den Eltern beispielsweise von Abenteuern zu erzählen, von denen sie noch nie gehört haben. Oder man kann sie von ihrer Kindheit erzählen lassen. Spass innerhalb der Familie zu haben – jetzt ist der richtige Moment dazu.

Bleibt zuhause! Die Kinder dieses Planeten rufen die Wissenschaft und alle Superhirne dieser Welt dazu auf, solche Viren nicht frei herumlaufen zu lassen. Auch sie sollen zuhause bleiben!»

Lana Drndarević, V3, Primarschule Slobodan Sekulić, Užice

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