Jahresbericht 2019: Kinderdorf Pestalozzi

23.05.2020 - 15:42 | Christian Possa

Die Klimabewegung ist das Sinnbild einer Jugend, die ihre Rechte kennt und dafür einsteht. Bei vielen Projekten im Kinderdorf geht es genau darum: Teilnehmende entfalten ihr Potenzial und finden etwas, wofür sie einstehen wollen – für sich selber und für die Gesellschaft als Ganzes.

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Die Kinderkonferenz, das Summer Camp und das European Youth Forum Trogen (EYFT) zählen im Portfolio der Stiftung Kinderdorf Schweiz sicherlich zu denjenigen Projekten mit dem stärksten Fokus auf politische Bildung. Aber auch in den interkulturellen Austauschprojekten und den Radioprojekten ist klassische Demokratiebildung stets ein Thema. Werde wie beispielsweise mit den Radiomobilen direkt vom Pausenplatz gesendet, knüpfe dies an die Alltagsrealität der Kinder und Jugendlichen an, sagt Damian Zimmermann, Leiter Programme Schweiz. «Dann geht es stark darum, was die Schülerinnen und Schüler beschäftigt und wie sie ins Handeln kommen.

Für sich stark machen

2019 wehte der Geist dieser selbstbewussten und engagierten Jugend oft durchs Kinderdorf. Beispielsweise im März, als am EYFT 140 Jugendliche aus neun Ländern die Zukunft Europas diskutierten, verschiedene Szenarien für ein friedliches Zusammenleben skizzierten und konkrete Handlungspläne ausarbeiteten. Wer im August das Sommerfest besuchte, dem dürften die Jugendlichen aus Bosnien-Herzegowina, der Ukraine und der Schweiz in Erinnerung geblieben sein, die mit bunt gestalteten Plakaten auf die Kinderrechte aufmerksam machten und ihre Forderungen lautstark skandierten. Insgesamt 80 Kinder und Jugendliche gestalteten die Sonderprojektwoche «Kinder haben Recht» mit, und näherten sich dem Thema über verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Tanzen, Singen oder Malen an.

Im Oktober stand erstmals die Digiweek auf dem Programm. In den Augen von Damian Zimmermann ein gelungener Versuch, die Herausforderungen der Digitalisierung mit der Pädagogik im Kinderdorf in Verbindung zu bringen. 48 Kinder wagten sich in dieses Labor der Zukunft, lernten robotische Assistenzsysteme kennen, bauten tanzende Roboter und beschäftigten sich mit ethischen Fragen wie: Was sollen Roboter dürfen und was macht mich als Mensch aus?

Auch die Kinderkonferenz Mitte November warf viele Fragen auf, mit denen sich die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Deutschschweiz auseinandersetzten. Was können wir gegen Kinderarbeit tun? Oder was für Herausforderungen hinsichtlich der Kinderrechte bringen soziale Medien mit sich? Entstanden sind neun konkrete Forderungen ans Parlament in Bern.

Apropos Bern: Am 20. November verwandelte sich die Bundeshauptstadt in die Kinderrechtshauptstadt. 30 Jahre Kinderrechtskonvention – das wollte gebührend gefeiert werden. 50 Schulklassen mit insgesamt über 1000 Kindern und Jugendlichen bereicherten den Event, der mit einem Postenlauf durch die Berner Altstadt startete und auf dem Bundesplatz gipfelte. «Ich finde es schon sehr faszinierend, dass so viele Jugendliche so eine Kraft haben», schwärmt Damian Zimmermann.

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Zahlen und Fakten

  • 3159 Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz profitierten von unseren Radiomobilprojekten.
  • Von 1600 befragten Kindern und Jugendlichen haben 88 Prozent durch die Begegnungen im Kinderdorf neue Freunde gefunden.
  • 77 Prozent haben neue Seiten und Fähigkeiten bei sich entdeckt.
  • 85 Prozent haben erfahren, dass sie selbst Dinge verändern können.
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«Ich bin immer wieder überrascht, was für eine eigensinnige, bunte und lebensfrohe Kreativität aus den Jugendlichen sprudelt.»

Carole Schuler – Kursleiterin Projektwoche «Kinder haben Recht»

Recht haben sie

«Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.» Diese feinfühlige Beobachtung der weltberühmten Kinderbuchautorin Astrid Lindgren umfasst auch einen wichtigen Aspekt der Arbeitsweise der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi: das selber Erleben. Können sich Kinder und Jugendliche in einem wohlwollenden Rahmen mit sich selber und ihrer Umwelt auseinandersetzen, entsteht Raum, um zu wachsen. Die Kinderrechte sind dabei ihre Werkzeuge für ein selbstbestimmtes Leben. 2019 feierte die Kinderrechtskonvention ihren 30 Geburtstag. Grund genug, die Kinderrechte als Jahresmotto zusätzlich in die Projektarbeit der Stiftung zu integrieren. Ob im Projekt «Kinder haben Recht», an der Kinderkonferenz, an der Kinderrechtsfeier in Bern oder in allen weiteren Projekten im Kinderdorf – die Neugier der Kinder ist ungebrochen, ihre eigenen Rechte kennenzulernen und deren Umsetzung mitzugestalten.

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