«Nachhaltigkeit beginnt schon vor dem Projekt»

15.04.2019 - 17:13 | Christian Possa

Damian Zimmermann, Leiter Programme Schweiz, erzählt im Interview, wie sich sein Departement laufend mit den gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzt, wie man die Nachhaltigkeit der Projekte zu steigern versucht und was diese bei den Kindern und Jugendlichen auslösen.

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Damian Zimmermann ist Leiter Programme Schweiz der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Mit welchen Themen setzt sich Programme Schweiz derzeit auseinander?
Neben strategischen Fragen beobachten wir die gesellschaftlichen Veränderungen und greifen diese in unseren Projekten auf. Einerseits auf der Angebotsseite, wo es darum geht, genau hinzuhören, was gefragt ist. Andererseits in der Methodik. Als nonformaler Akteur wollen wir immer kindzentriert arbeiten und zwar in all unseren Projekten.

Gibt es ein Beispiel dafür?
Es sind Projekte wie das European Youth Forum Trogen, die Kinderkonferenz oder neu auch die Digiweek, bei denen wir uns noch stärker auf das Kind und dessen Austausch innerhalb der Gruppe fokussieren wollen. Es geht um das Ich als Subjekt im Verhältnis zur Welt – und dies unter dem Fokus des friedlichen Zusammenlebens.

Was sind wichtige Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahr?
Die Nachhaltigkeit von unseren Projekten wird immer wieder diskutiert. Wie gelingt es uns, die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu befähigen, damit sie auch nach der Zeit im Kinderdorf Aktionen umsetzen und Erfahrungen mit ihrem Umfeld teilen? Einerseits sollen die Gruppen bereits vor dem Projekt abmachen, auf welche Themen sie sich fokussieren wollen. Andererseits räumen wir den Teilnehmenden vor Ort genügend Zeit ein, damit sie ihre geplanten Aktionen erproben und diskutieren können.

Welche Herausforderungen stehen den Programmen Schweiz 2019 bevor?
Zukünftig wollen wir noch stärker in die Richtung gehen, dass sich einzelne Jugendliche für Projekte bei uns anmelden können. Bisher läuft dies meist über Schulen und Partnerorganisationen. Einzelanmeldungen sind herausfordernd, da zusätzlicher administrativer Aufwand entsteht. Kürzlich ist die Idee entstanden, dass eine Gruppe von Kindern gemeinsam mit Pädagogen und Künstlern einen Programmpunkt zu unserem Jahresthema «30 Jahre Kinderrechte» erarbeitet und am Sommerfest im Kinderdorf präsentiert.

Was sind die Höhepunkte des vergangenen Jahres aus dem Department Programme Schweiz?
Wir erhalten viele positive Rückmeldungen – von Kindern und Jugendlichen sowie von erwachsenen Begleitpersonen. Sie berichten uns, wie wichtig dieser Aufenthalt für sie gewesen sei. Immer wieder höre ich Aussagen wie: «Hier habe ich den wichtigsten Moment in meinem Leben erlebt.» Die Erfahrung zu machen, sich selber in den Projekten zu entwickeln und um seine Meinung gefragt zu werden, nehmen Kinder und Jugendliche als ganz besonders wahr. Es gibt auch viele spezifische Rückmeldungen wie: «Ich habe gemerkt, dass ich mutiger geworden bin. Ich bin selbstbewusster geworden. Ich trete für meine Meinung ein. Meine Kollegen nehmen mich auf eine andere Art wahr.», oder: «Ich habe ganz viel Solidarität in dieser Gruppe erlebt.»

Dieser Artikel ist im Patenschaftsbericht 01|2019 erschienen.

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