Damit Kinder ihre Rechte wahrnehmen lernen

Im Jubiläumsjahr 2021 beschenkt die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 75 Schulklassen mit Kinderrechtsworkshops. Die Rückmeldungen zeigen: Viele Kinder fühlen sich ermutigt, eigene Aktionen ins Leben zu rufen und sich so für ihre eigenen Rechte starkzumachen.

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Auftakt der Kinderrechtstour in Walenstadt: Die Primarschülerinnen Elsa und Michelle diskutieren über ihre Rechte.

Mit dieser Jubiläumstournee postuliert die Stiftung die Wichtigkeit der Kinderrechte auch für Schweizer Kinder. «Oft haben die Schülerinnen und Schüler schon einmal davon gehört», sagt Pascal Haltiner, verantwortlicher Projektleiter bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Viele glauben jedoch, dass es nur um Themen wie Kinderarbeit gehe und deshalb vor allem Länder in weiter Ferne betreffe. «Wenn die Kinder dann realisieren, dass die Rechte viele ihrer persönlichen Lebensbereiche tangieren, ist dies sehr bewegend.»

Partizipativer Aufbau

«Ich habe nicht gewusst, dass ich so viele Rechte habe und dass die Kinderrechte so wichtig sind», erzählt eine Schülerin aus Diepoldsau. Sie steht mit dieser Feststellung nicht alleine da. Den meisten Kindern gefällt die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Der Aufbau der Kurse in einen handlungsorientierten Workshop und eine Werkstatt hat den Schülerinnen und Schülern viel Wahlfreiheit gelassen. Jedes Kind konnte seiner eigenen Neugier folgen und sich mit demjenigen Kinderrecht beschäftigen, welches es am stärksten interessierte.

«Es bewegt, wenn Kinder realisieren, dass Kinderrechte viele persönliche Lebensbereiche tangieren. »

Pascal Haltiner – Pädagoge

Realisieren und agieren

Lukas aus Walenstadt hat durch den Workshop nicht nur neue Kinderrechte wie das Recht auf Nichtdiskriminierung kennengelernt. Dem 11-Jährigen ist auch bewusst geworden, dass Menschen mit einem Handicap häufig ungleich behandelt werden. Klassen­kameradin Michelle hat dazu eine ganz konkrete Handlungsdevise entwickelt: «Wenn jemand mit einer Behinderung ausgelacht wird, kann man fragen, warum die Person lacht und warum es lustig ist.» Gemeinsam haben die Primarschülerinnen und Primarschüler aus Walenstadt die für sie wichtigsten Erkenntnisse aus dem Workshop auf A3-Plakaten zusammengefasst und als grosse Stellwand direkt beim Eingang allen anderen Kindern im Schulhaus zugänglich gemacht.

Auch im zürcherischen Feuerthalen sind die Workshop-Teilnehmenden der vierten und sechsten Klasse aktiv geworden. So haben Aida, Maren, Suela, Leony und Anisa in der Schülerzeitung einen Artikel zum Kinderrechtsworkshop publiziert und darin ihre Erfahrungen mit den anderen Kindern im Schulhaus geteilt.

«Ich habe nicht gewusst, dass ich so viele Rechte habe und dass die Kinderrechte so wichtig sind. »