Im Zeichen von Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit

Ein Projekt kann nur gedeihen, wenn es von der lokalen Gemeinschaft getragen wird. Die Meinungen, Bedenken und Bedürfnisse aller Involvierten fliessen bereits in der Planung mit ein. So können sie schon früh Verantwortung für ihr Projekt übernehmen.

rs13406_20190428_fv_tansania_522004_nelico_39
Von Kindern für Kinder: In Schulklubs können Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Bildungsprozess mitgestalten.

Dies beginnt bei den Primarschülerinnen und Primarschülern. Sie erhalten beispielsweise die Möglichkeit, sich in Schulklubs zu engagieren und so ihren Bildungsprozess mitzugestalten. Auch die Gemeinschaft wird direkt einbezogen und angeregt, schulische Aktivitäten regelmässig zu unterstützen. So haben Eltern beispielsweise den Bau von 40 Schulzimmern auf die Beine gestellt oder an 13 Schulen Verpflegungsprogramme organisiert. Letzteres ist in den Augen von Serapia Minja, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Tansania, ein Paradebeispiele punkto Nachhaltigkeit: «Es ist ein komplett von den Eltern etabliertes Programm ohne finanzielle Unterstützung des Projektes. Die Eltern geben alle eine gewisse Menge Getreide an die Schule und organisieren jemanden, der eine tägliche Mahlzeit für die Kinder zubereitet.» Für viele Kinder aus armen Familien ist dies die einzige vollwertige Verpflegung am Tag. So können Schulabbrüche verhindert und Anwesenheitsraten erhöht werden.

Verantwortung übergeben

Prozesse und Systeme, die von der betroffenen Bevölkerung betrieben werden, sind der Schlüssel zur Nachhaltigkeit. So zeichnen Schulleitungen für die Entwicklung ihrer Schulpläne verantwortlich, Jungen und Mädchen leiten die Schulklubs, Gemeinden warten die neu gebauten Wasserpumpen, und Kinderschutzkomitees definieren ihre eigenen Aktivitäten. Selbstverständlich stets eng begleitet durch die lokale Partnerorganisation Southern Highlands Participatory Organization und unterstützt durch die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Wissenskaskade

Im Hinblick auf die Ausbildung von Lehrpersonen will das Projekt Mentor-Lehrer*innen ausbilden, die ihren Berufskolleginnen an den 20 Projektschulen als Coaches zur Seite stehen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist dieser Prozess noch nicht so weit fortgeschritten wie geplant. Darum wird der Ausbildung der Mentorinnen und Mentoren im kommenden Jahr viel Gewicht beigemessen. Nach Abschluss des Projektes werden sie für die Sicherung der Unterrichtsqualität von entscheidender Bedeutung sein.