Kinder an die Macht

Die Luft ist spannungsgeladen an jenem Herbsttag im Primarschulhaus Kaltenbach. Die Schüler und Schülerinnen wählen zum ersten Mal ein Schülerparlament. Aufgeregt wuseln sie durch die Gänge, und auf dem Pausenplatz sind die Wahlen das wichtigste Gesprächsthema. Wer wird wohl Abgeordnete oder Abgeordneter aus den jeweiligen Klassen? Und noch viel wichtiger: Wer wird den Schülerrat präsidieren? Die Wahlzettel haben die 1. bis 6.-Klässlerinnen und -Klässler bereits in die Urne gelegt. Das Lehrerkollegium zählt diese während der Pause aus.

Mitbestimmen und mitarbeiten

Vor mehr als einem Jahr haben die Lehrpersonen dieser kleinen Thurgauer Dorfschule beschlossen, dass die Kinder ein institutionalisiertes Mitspracherecht haben sollen. Am besten eignet sich hierfür ein Schülerrat oder eben Schülerparlament. Aber dies den Schülerinnen und Schülern einfach aufstülpen, wollte man nicht. Die Kinder sollten daran mitarbeiten. Dazu sollten sie aber ihre Rechte kennen und lernen, wie (Kinder-)Politik funktioniert. Also wurden ein Mädchen und ein Junge ins Kinderdorf Pestalozzi entsandt, um an der dort jährlich stattfindenden nationalen Kinderkonferenz teilzunehmen. Annika und Matteo wussten bis dahin kaum, was Kinderrechte sind. Offen und neugierig und natürlich den Auftrag der Schule stets im Hinterkopf, haben sie sich darauf eingelassen. «Ich habe viel über die Kinderrechte in der Schweiz gelernt und vor allem auch, welche noch nicht so gut umgesetzt werden», sagt die 11-jährige Annika. Überdies habe sie viele neue Freunde gewonnen während dieser vier Tage im Kinderdorf. Ihr gleichaltriges Gspändli Matteo hat sich an der Kinderkonferenz stark mit dem Thema Cybermobbing auseinandergesetzt und gelernt, was man im Internet darf und was nicht. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen haben sie aktiv in die Gestaltung des künftigen Parlaments eingebracht. Covid-19 und die Auswirkungen haben das Projekt kurzfristig etwas ausgebremst, nun, ein halbes Jahr später, sind sie jedoch kurz vor dem Ziel. Egal, was der heutige Wahltag entscheidet: Schulleiterin Martina Rottmeier ist sehr stolz auf die Kinder und ihr Engagement. Sie ist überzeugt: «Eine gesunde und starke Schule kann es nur geben, wenn die Schülerinnen und Schüler auch das Recht haben, mitzureden und mitzugestalten. Die Kinder sind der wichtigste Teil einer Schule.» Mit der Einführung ihres Schülerparlaments lernten die Kinder aber auch Demokratie kennen, erfuhren Erfolge und Niederlagen und lernten, damit umzugehen. Die Kinderkonferenz im Kinderdorf sei ein echter Glücksfall für die Schule und für die Schaffung eines Schülerparlaments, sagt die Schulleiterin.

kinder-an-die-macht_stiftung-kinderdorf-pestalozzi
Haben mit ihrem Fachwissen aus der Kinderkonferenz im Kinderdorf den Aufbau des Schulparlaments massgeblich mitgeprägt: die frisch gewählten Präsidierenden Annika und Matteo.

Spenden

Placeholder disclamer

Ja, ich möchte für die dringendsten Projekte spenden.

Ja ich möchte für das Kinderdorf spenden.

Ja ich möchte für Ostafrika spenden.

Ja ich möchte für Südostasien spenden.

Ja ich möchte für Südosteuropa spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja, ich möchte dem Freundeskreis beitreten.

Herzlichen Dank für Ihre Spende

Erzählen Sie Ihren Freunden vom Kinderdorf Pestalozzi.

Weitersagen