Spielball internationaler Beziehungen

Warum landet Abfall aus der Schweiz in Afrika, und warum treffen globale Krisen arme Länder viel härter? Zwei Oberstufenklassen aus Stettbach haben die Probe aufs Exempel gemacht und sind im Rahmen eines Planspiels in die Rollen einzelner Projektregionen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi geschlüpft.

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Spielleiter und Spielmiterfinder Samuel Maeder (links im Bild) beobachtet die lebhaften Verhandlungen zweier Spielparteien.

Die roten Spieljetons symbolisieren die harte Währung: das Geld. Die Plastikspritzen stehen für die Gesundheitssituation, die Plastikbecher für die Trinkwasserreserven und die zerdrückten PETFlaschen für die Abfallmenge. Die Spielressourcen sind von Beginn an ungleich verteilt, wobei sich der Verteilschlüssel am Bruttoinlandprodukt der jeweiligen Region orientiert. Vor den fünf Repräsentantinnen der Schweiz erheben sich die Spielsteine wie die für das Land so typischen Berge vom Spieltisch. Anders sieht es bei den Gruppen aus, die als Vertreterinnen und Vertreter der Regionen Ostafrika, Zentralamerika, Südostasien oder Südosteuropa ins Planspiel starten.

Umweltsituation und Verhalten reflektieren

«Riskopoly» ist eine Mischung aus den Gesellschaftsspielen «Monopoly» und «Risiko». Entwickelt haben es sechs Praktikantinnen und Praktikanten der Stiftung Kinderdorf. «Bei diesem Planspiel geht es darum, Jugendliche auf die globalen Ungerechtigkeiten unserer Welt aufmerksam zu machen und sie für die Umweltprobleme in den einzelnen Regionen zu sensibilisieren», erklärt Mitinitiant Samuel Maeder. Weiter ziele die Übung darauf ab, sich innerhalb der Gruppe mit den vorherrschenden Bedingungen auseinanderzusetzen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie die Probleme angegangen werden könnten. In den ersten zwei Spielrunden ist die Stimmung noch entspannt. Es kommt zwar schon zu ersten Ressourcenverschiebungen, jedoch können sich alle Regionen noch über dem geforderten Mindestniveau der spielinternen Weltbank halten. Mit zunehmender Umverteilung gehen die Wogen unter den Jugend lichen hoch. Lautstark beschweren sich die fünf Vertreter der Region Ostafri ka über die reiche Schweiz und deren harte Verhandlungsposition. «Ihr habt uns ausgenommen, und wir haben uns schlecht dabei gefühlt», resümieren sie bei der anschliessenden Reflexion. Es sei schwierig gewesen, die eigenen Anliegen durchzubringen, wenn man von Anfang an nichts habe. Die Repräsentantinnen der Schweiz hingegen empfanden es als ungerecht, ständig als herzlos bezeichnet zu werden und als Sündenbock herhalten zu müssen. Gleichzeitig hätten sie während des Spiels Mitleid mit den ärmeren Regionen empfunden. Für die Vierergruppe aus Zentralamerika lag die Schwierigkeit darin, dass sie von Anfang an wenig Ressourcen besass. «Dadurch war es schwierig, mit anderen Regionen zu verhandeln, da diese auch wenig hatten und die Schweiz sehr geizig und arrogant war.»

Individuelle Lösungen suchen

Vergleicht man die Ressourcenbestände zu Beginn und zum Ende des Spiels, lassen sich durchaus Parallelen zur echten Welt ziehen. So hat beispielsweise die Abfallmenge in der reichen Schweiz abund in den ärmeren Regionen zugenommen. In der Folge beschäftigten sich die Jugendlichen aus Stettbach auch mit der Frage, was sie als Individuen tun können, um die Welt gerechter zu machen. Dabei fielen Vorschläge wie: Plastikverbrauch reduzieren, lokal einkaufen, fair hergestellte Produkte konsumieren, Abfall trennen oder Geld spenden. «Und wir können unsere Politikerinnen und Politiker darauf aufmerksam machen», findet Schülerin Fiona. Der Rest des Nachmittags bot den Jugendlichen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Sie wurden eingeladen, die Themen, die bei ihnen Betroffenheit auslösten, aufzugreifen und kreativ umzusetzen und so die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Dies konnte zum Beispiel in Form von Plakaten, Kurzfilmen oder Fotostorys geschehen.

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