Sensibilisiert, selbstbewusst, sozialkompetent

Im Projekt «Kinderrechtsbildung in Serbien» ist der Name Programm. Seit acht Jahren setzt sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi für die Kinderrechte ein – mit spürbaren Veränderungen bei Kindern, Jugendlichen, Lehrpersonen und Eltern.

Vier pädagogische Hochschulen in Serbien haben Kinderrechtsbildung in ihren Lehrplan integriert und dadurch 221 angehenden Lehrerinnen und Lehrern einen wichtigen Kompetenzzuwachs in diesem Bereich ermöglicht. An den 30 Projektschulen der Stiftung haben 470 Lehrpersonen im ersten Halbjahr 2231 Unterrichtslektionen zu den Kinderrechten erarbeitet und umgesetzt. Davon haben 17947 Kinder und Jugendliche profitiert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Projekt, welches vor Ort mit der lokalen NGO Uzice Child Rights Centre umgesetzt wird, ist auf gutem Weg, Kinderrechtsbildung nachhaltig in den Lehrplänen des südosteuropäischen Landes zu verankern.

Veränderungen miterleben

Zahlen sind das eine, persönliche Erfahrungen und Beobachtungen das andere. Die Primarschule Ucitelj Tasa gilt nicht nur als eine der ältesten Bildungsinstitutionen von Niš, sie zählt auch im Projekt zu den Schulen der ersten Stunde. Die Lehrpersonen haben am eigenen Leibe erlebt, wie sich die Schülerinnen und Schüler über die Jahre verändert haben und mit ihnen die Unterrichts- und Beteiligungskultur. «Ich stelle fest, dass meine Studierenden gelernt haben, ein Problem, eine Angst oder ein Bedürfnis auszudrücken. Das ist der zentrale Punkt, wo die ganze Veränderung beginnt», sagt Englischlehrerin Ivana Stevanovic. Kollegin Svetlana Medar pflichtet ihr bei und ergänzt: «Die Kinder nehmen an Entscheidungsprozessen teil und sind im Unterricht viel stärker eingebunden.» Manchmal sei es echte Partizipation, «manchmal ist es aber auch immer noch so, dass wir sie lehren, wie es funktioniert.»

«Seit Projektbeginn ist die Sozialkompetenz der Kinder massiv gestiegen.»

Zana Veljic – Lehrerin
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Im Gespräch mit dem Kernteam für Kinderrechtsbildung wird schnell klar: das Ganze ist ein Prozess, insbesondere auch für die Lehrpersonen. Die anfänglichen Widerstände und Ängste sind den zahlreichen positiven Erfahrungen gewichen. Svetlana Medar ist davon überzeugt, dass die Veränderung gross ist. Gerade auch deshalb, weil sie sich in den Trainings selber verändert und voll reingekniet habe. Milena Mladenovic unterrichtet Mathematik und empfand es zu Beginn als sehr anstrengend, Elemente der Kinderrechtsbildung in ihren Unterricht zu integrieren. «Die Lehrperson im traditionellen Sinn hat das Bedürfnis, alles an sich zu nehmen.» Darum sei es so wichtig gewesen, die Veränderung selber mitzuerleben. «Ich habe gesehen, dass ich kein Kontrollfreak sein muss. Ich kann loslassen und mich darauf konzentrieren, die Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.»

Veränderungen fördern Sozialisation

Zana Veljic ist sehr dankbar für die Arbeit mit den Kinderrechten. Insbesondere seit sie realisiert hat, dass sich diese über ihr Fach, die serbische Sprache, bestens integrieren lassen. So beschäftigt sich ihre Klasse beispielsweise anhand Anne Franks Tagebuch mit Themen wie Toleranz oder Diskriminierung. An der Primarschule Ucitelj Tasa seien die wenigen Minderheitsgruppen gut integriert, diesbezüglich habe sich viel verändert. «Seit Projektbeginn ist die Sozialkompetenz der Kinder massiv gestiegen», schwärmt die Lehrerin. «Es gibt einige Kinder mit mentalen Schwierigkeiten und mit individuellen Lernplänen. Sie sind voll integriert – in der Klasse sowie in der Gruppe.» Die grössten Veränderungen bringen laut der lokalen Koordinatorin Jovana Canji die interkulturellen Austausche im Kinderdorf in Trogen. «Man sieht an den Reaktionen der Eltern, dass sie die Veränderungen ihrer Kinder bemerken und dass es die ganze Familie beeinflusst.» Das sei etwas sehr wichtiges. Noch stärker als im Familienverbund verbreiten sich die Veränderungen unter den Jugendlichen. Zana Veljic beobachtet, dass der Einfluss in den Klassen dort am grössten sei, wo am meisten Kinder in einem Austauschprojekt waren. «Sie sind am meisten sensibilisiert, selbstbewusst und sie haben Wissen, das sie auch gerne teilen.»

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