Konfirmanden und Asylsuchende treffen sich im Kinderdorf

21.03.2018 - 08:43 | Michael Ulmann

Heute, am 21. März 2018, ist der internationale Tag gegen Rassismus. Die Überwindung der Rassendiskriminierung ist auch der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ein grosses Anliegen. Dementsprechend wird dieses Thema in all unseren Projekten thematisiert. Ein Beispiel dafür ist ein bisher einzigartiges Projekt, bei dem sich am vergangenen Wochenende im Kinderdorf zehn Jugendliche von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Winterthur-Mattenbach mit vier minderjährigen Asylsuchenden aus dem Kanton Zug austauschten.

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Die Konfirmanden, die Asylsuchenden und ihre Begleitpersonen posieren für ein Gruppenfoto.

Es war eine Premiere im Kinderdorf Pestalozzi. Ein Projekt in dieser Form hat es zuvor noch nie gegeben. Die zehn Jugendlichen aus Winterthur kamen im Rahmen ihres Konfirmandenunterrichts ins Kinderdorf nach Trogen. Begleitet wurden sie von der Pfarrerin der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Winterthur-Mattenbach. Die vier unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) aus dem Kanton Zug sind Eritreer und wurden von ihrer Sozialarbeiterin begleitet.

«Hat einfach gepasst»

Laut Monika Bont, die bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi für die Schulprojekte verantwortlich ist, kam das Projekt eher zufällig zustande. «Beide Gruppen haben unabhängig voneinander angefragt und sich für ein Austauschprojekt interessiert. Und weil ich gefunden habe, das passt, habe ich die beiden Gruppen zusammengebracht.» Gewohnt und übernachtet haben die 14- bis 16-jährigen Jugendlichen sowie ihre Begleitpersonen alle zusammen in einem Haus.

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Bei vielen Aktivitäten, wie dieser hier, war Teamwork gefragt.

Gemeinsame Aktivitäten

In den gemeinsamen Workshops wurden Themen wie Identität, Vorurteile, Stereotypen, Werte und eben auch Rassismus behandelt. «Es war eine grosse Herausforderung, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, sodass sich jede und jeder traute, vor der ganzen Gruppe etwas zu sagen. Ausserdem war es uns wichtig die Asylsuchenden spüren zu lassen, dass sie gleichwertige Mitglieder der Gruppe sind, obwohl sie in Unterzahl waren. Beides ist uns gelungen», sagt die zuständige Pädagogin Barbara Germann von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Beide Gruppen machten trotz des Wochenendes und einer strengen Woche motiviert mit und zeigten sich offen für Neues. Ausserdem reagierte die Gruppe aus Winterthur sehr wertschätzend auf die vier Asylsuchenden.

«Mir hat es sehr gefallen und ich habe mich im Kurs selber besser kennengelernt.»

Aline – Konfirmandin aus Winterthur

To be continued…

Auch die Teilnehmenden selber ziehen ein positives Fazit des knapp zweitägigen Austauschprojektes. Die Konfirmandin Aline sagt: «Mir hat es sehr gefallen. Ich habe mich im Kurs selber besser kennengelernt und fand es sehr spannend, dass wir auch die vier Jugendlichen aus Eritrea und ihre Geschichten kennengelernt haben. Es war gut, dass es ein gemeinsames Projekt war.» Dem pflichtet der Eritreer Zerisenai bei und ergänzt: «Auch mir hat es gefallen. Insbesondere die gemeinsamen Aktivitäten und das gemeinsame Spielen waren toll. Ausserdem war es spannend, etwas über die Geschichte des Kinderdorfes zu erfahren.» Dieses Projekt war also das erste in dieser Form, aber sicherlich nicht das letzte.

Im Rahmen des internationalen Tags gegen Rassismus findet in der Schweiz eine Aktionswoche gegen Rassismus statt. Eine Übersicht mit den Veranstaltungen in den verschiedenen Kantonen und Gemeinden gibt es hier.

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Bei einer Übung mussten die Teilnehmenden in verschiedene Rollen schlüpfen.

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