Die Lage in Südosteuropa bleibt instabil

20.03.2019 - 16:58 | Simon Roth

Die Länder Südosteuropas sehnen sich nach Stabilität. Die Wirren des vergangenen Jahrhunderts haben ungelöste politische Fragen und gesellschaftliche Verwerfungen hinterlassen.

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In den Projektländern Moldawien, Nordmazedonien und Serbien unterstützt die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Bildungsprojekte, die den demokratischen Wandel fördern. Die Stiftung sieht in der Bildung den Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben. «Die interethnischen Beziehungen sind in Südosteuropa sehr fragil», sagt Programmdirektorin Argine Nahapetyan. Noch immer existieren ethnische Spannungen, Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Stiftung unterstützt in diesen Ländern deshalb Projekte, die Kindern Bildung zugänglich machen, interkulturelle Kompetenzen fördern oder über Kinderrechte aufklären.

Hoffnung auf die EU

Viele Länder Südosteuropas setzen ihre Hoffnungen auf einen Beitritt zur Europäischen Union. Dadurch entsteht eine einseitige Fokussierung auf Aussenbeziehungen. «Die politische Situation beeinflusst unsere Arbeit im Bildungsbereich stark», sagt Argine Nahapetyan. Die instabile Lage hat aber auch innenpolitische Auswirkungen wie etwa häufige Personalwechsel in den Ministerien zur Folge – insbesondere in Entscheidungspositionen. «Dadurch werden erwartete Ergebnisse verhindert oder verzögert», sagt Nahapetyan. Diese Wechsel stellen eine der grössten Herausforderungen in den Projektländern dar.

Für die Regierung Nordmazedoniens hat der Beitritt zur Europäischen Union höchste politische Priorität. Eine der Bedingungen für Beitrittsgespräche ist die Beilegung des langen Konflikts mit Griechenland. Für eine Einigung mit dem Nachbarland ist das mazedonische Parlament zu einer Umbenennung seines Landes zu Nordmazedonien bereit. Im Januar hat auch das griechische Parlament dem Abkommen zugestimmt. [Anm.: Der Namenswechsel wurde per 12. Februar 2019 vorgenommen, nach Redaktionsschluss dieses Textes.]

Auch Serbien möchte der EU beitreten. Brüssel verlangt dafür die Normalisierung der Beziehungen zum Nachbarland Kosovo. Im vergangenen Jahr gab die Meldung von einem möglichen Landabtausch zwischen Serbien und dem Kosovo Grund zur Sorge. «Käme ein solches Abkommen zustande, könnte es zu dramatischen Konsequenzen im Balkan führen und auch unser Projekt in Südserbien erheblich beeinträchtigen», sagt Nahapetyan.

In Moldawien ist die Gesellschaft in pro-russische und pro-europäische Anhänger gespalten. Diese Polarisierung verhindert eine weitere Annäherung an die EU. Erschwerend kommt hinzu, dass die Europäische Kommission angekündigt hat, ihre finanzielle Unterstützung zu kürzen. Sie hat Bedenken hinsichtlich der Rechtstaatlichkeit des Landes. Aufgrund der fehlenden Gelder plant Moldawiens Regierung nun, das Budget für den Bildungssektor um bis zu zehn Prozent zu senken.

Grundbildung sichern

Neben der Arbeit auf politischer Ebene fördert die Stiftung Modellschulen in den Projektländern. Diese sollen aufzeigen, wie Kinderrechte in den Unterricht einbezogen werden können, wie gelebter Dialog zwischen den Kulturen aussehen kann und wie benachteiligte Kinder in die Schulen integriert und unterstützt werden sollen. Oberstes Ziel ist es, dass diese Modellschulen auf nationaler Ebene anerkannt werden, um ihr Wissen weiterzugeben. Viele andere Hilfswerke haben sich aus Südosteuropa zurückgezogen oder engagieren sich mehr in der Berufsbildung. «Die Grundbildung ist die Basis für den weiteren Werdegang», sagt Nahapetyan. «Sie sollte nicht vergessen werden.»

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