Mit dem Garten wächst das Wissen

08.12.2020 - 15:27 | Christian Possa

Neben der Ausbildung von Lehrpersonen fokussiert das Projekt «Chancengleichheit für Kinder aus ethnischen Minderheiten» auf die Umweltbildung. Was ein simpler Schulgarten bewirken kann, zeigt ein Besuch im Dorf Yae im Osten von Laos.

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Eingebettet zwischen China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar ist Laos der einzige Binnenstaat in Südostasien. Das Land ist aber auch ein Vielvölkerstaat. 49 unterschiedliche Ethnien sprechen über 80 verschiedene Sprachen. Standardisierte nationale Lehrpläne werden den lokalen Bedürfnissen nicht gerecht und beschneiden die Bildungsmöglichkeiten ethnischer Minderheiten. Darum engagiert sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in zwölf Dörfern im Viengxay Distrikt im Osten des Landes – mit Aus- und Weiterbildungen für Lehrpersonen, der thematischen Mitwirkung der indigenen Gemeinschaften sowie mit breit angelegter Umweltbildung.

Wer sät, kann ernten

Boun Chan ist 45 Jahre alt und Stellvertreter des Dorfchefs. Im Projekt hat der vierfache Familienvater an verschiedenen Schulungen und Diskussionen teilgenommen, beispielsweise zur Qualität der Schule oder zur Schul-Umwelt. «Da begann ich zu verstehen, was es für eine gute Schule braucht», erklärt er begeistert. Besonders stolz ist er darauf, dass er mit dem neuen Wissen und den Erkenntnissen aus den Workshops auch die Dorfrepräsentanten und die Bevölkerung zu überzeugen vermochte. «Ich habe die gelernten Lektionen mit den Vertreterinnen und Vertretern des Dorfes geteilt. Sie verstanden mein Anliegen und organisierten ein Treffen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes.»

Dies führte dazu, dass die Gemeinschaft zusammen mit den Schülerinnen und Schülern unweit der Schule einen Garten mit Bananen, Zuckerrohr, Taro, Maniok und anderen Pflanzen anlegte. Die Produkte aus dem Schulgarten kommen dann den Schülerinnen und Schülern als Snack zugute. Dies entlaste das Budget der Familien im Dorf, erklärt Boun Chan. «Bei uns gibt es viele, die sich weder Lehrmaterial noch Zwischenverpflegung für ihre Kinder leisten können.» Der Schulgarten hat aber noch einen weiteren positiven Effekt, und zwar der einer Lehr- und Inspirationsquelle. Pflegen Schülerinnen und Schüler ihren Garten, lernen sie gleichzeitig den Wachstumsprozess der Pflanzen kennen. Boun Chan ist sich sicher, dass mit dem Schulgarten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht ist: «Wir werden den Garten erweitern, einen Zaun errichten und hoffentlich noch mehr Bäume pflanzen. So kann unsere Schule zu einer grünen Schule werden, wo die Kinder Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung haben.»

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