Mit Kopf, Herz und Hand für die Kinderrechte

Einblick in eine kreative Projektwoche 29.10.2019 - 14:51 | Lina Ehlert

Tanzen, Singen, Malen, Werken – beschäftigen wir uns auf kreative Art mit einem Thema, so eröffnen sich oftmals neue Sichtweisen darauf. In diesem Sinne nahmen Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina, der Ukraine, von Moldawien und der Schweiz Anfang August an einer besonderen Projektwoche im Kinderdorf teil.

In Workshops zu Bühnenbau, Malerei, Gesang und Tanz betrachten die Jugendlichen das Thema Kinderrechte aus einer künstlerischen Perspektive. Mit der Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern aus Berlin, Köln und Wien erschaffen sie inspirierende Kunstwerke. Ein Höhepunkt der Woche ist die Aufführung des Kinderrechtsliedes, welches die Jugendlichen während der Projektwoche komponiert haben.

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Ein Spiel für Riesen

In der Werkstatt ist es laut. Die Jugendlichen sägen und schleifen Holzplatten. Sie bauen ein Kartenspiel in Riesendimensionen. Andrii aus der Ukraine gibt hier einer riesigen Spielkarte den Feinschliff. Im Workshop «Bühnenbau» mit Szenenbildner Uli Tegetmeier steht das Recht auf Spiel und Freizeit im Mittelpunkt.
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Die Jugendlichen geben dem Kartenspiel den Namen «ONOX». Das riesige Kartenspiel braucht viel Platz und so verwandelt sich das Fussballfeld im Kinderdorf zum Spielbrett. In vier Teams treten sie gegeneinander an. Innerhalb des Teams bestimmen sie, welche Karte als nächstes zum Zug kommt. Es herrscht ein emsiges Treiben auf dem Spielbrett.

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Mit Farbe ein Zeichen setzen

Fordernde Rufe hallen durch das Kinderdorf: «Stop Discrimination!», «Join the fight for children's rights!». Eine bunte Traube von Jugendlichen bahnt sich demonstrierend ihren Weg. Beim Workshop «Performance und Malerei» mit Medienkünstler Oliver Hangl geht es um das Recht auf Partizipation und Mitbestimmung.

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Für die Demonstration haben die Jugendlichen bunte Schilder gestaltet. Ihre dringlichsten Anliegen sind darauf formuliert. «Die Ideen und Inhalte der Jugendlichen sind eins zu eins in die Kunstwerke eingeflossen», erzählt Oliver Hangl.

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Ein Lied für Kinderrechte

Im Musikzimmer des Kinderdorfes singen die Jugendlichen aus voller Kehle. Einige von ihnen wippen und tanzen im Takt. Im Workshop «Gesang» haben sie gemeinsam mit Schauspielerin und Sängerin Carol Schuler ein bewegendes Lied zu Kinderrechten geschrieben. «It is hard to be me» handelt von Freundschaft, Freiheit und Liebe. Es bringt zum Ausdruck, dass die Jugendlichen alles tun, um ihre Rechte zu verteidigen. Carol Schuler ist die Enkeltochter des Kinderdorf-Gründers Walter Robert Corti. Ab 2020 spielt sie im Schweizer «Tatort» eine Kommissarin.
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Als Band bringen die Jugendlichen ihr musikalisches Talent ein: Sie spielen Gitarre, klimpern auf dem Klavier und klingeln mit den Schellen. Carol Schuler erlebt die Jugendlichen als offen, neugierig und motiviert: «Ich bin immer wieder überrascht, was für eine eigensinnige, bunte und lebensfrohe Kreativität aus ihnen sprudelt.»
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Akrobatische Höchstleistungen

Im Workshop «Tanz» mit Balletttänzerin Mara Natterer studieren die Jugendlichen wagemutige Choreografien ein. Ihr akrobatisches Talent stellen zwei Jugendliche beim Radschlag und beim Spagat unter Beweis. Dazu klatschen und schnippen die anderen Gruppenmitglieder mit den Fingern. Gegenseitig geben sie sich ein Feedback, um ihre Choreografie weiter zu verbessern.

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Am Sommerfest führen die Jugendlichen ihre Choreografien vor den Besucherinnen und Besuchern auf. Lachend tanzen sie im Kreis. Die ausgelassene Stimmung steckt an. Es ist spürbar, dass zwischen den Jugendlichen neue Freundschaften entstanden sind.

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Auch Projektleiterin Lukrecija Kocmanic macht bei den Aufführungen der Jugendlichen am Sommerfest mit. Sie erklärt, warum das kreative Schaffen so wertvoll ist: «Indem sich die Jugendlichen kreativ verwirklichen, machen sie ihre Gedanken fühlbar, hörbar und sehbar. So verstehen sie die Kinderrechte mit Kopf, Herz und Hand.»

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Reise in die Kindheit

Während all der erlebnisreichen Aktivitäten haben die Jugendlichen aber auch Zeit, um zu sich zu finden. Im Schulzimmer ist es ganz still. Einzig die ruhige Stimme der Kursleiterin Kate Heller schwebt durch den Raum. Die Jugendlichen sitzen mit geschlossenen Augen auf dem Boden. Während der geführten Meditation rufen sich die Jugendliche besondere Kindheitsmomente in Erinnerung. Einige von ihnen schmunzeln, bei manchen kullert sogar eine Träne herunter. Kate Heller rollt ein riesiges Pergamentpapier auf dem Boden aus.

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Die Jugendlichen greifen zu Pinsel und Farben und malen Bilder ihrer emotionalen Erinnerungen. Manche tauschen ihre Geschichten miteinander aus und lernen sich so noch besser kennen.

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