«Die Anerkennung des Staates ist ein grosser Erfolg»

17.05.2019 - 16:27 | Christian Possa

Freudige Höhepunkte in Tansania, persönliche Rückschläge in Mosambik, umfassende Liberalisierung in Äthiopien. Im Interview berichtet die Programmverantwortliche Lucia Winkler über die Entwicklungen in den Projektländern der Region Ostafrika.

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Was sind Themen, die unsere Projektländer in Ostafrika derzeit bewegen?
Es ist schwierig, für diese grosse Region pauschale Aussagen zu machen. Wirtschaftlich entwickelt sich Ostafrika verglichen mit dem Rest von Afrika in einem gesunden Tempo. Jedoch hemmen schwer vorhersehbare Faktoren wie Dürren, politische Instabilität oder zivile Konflikte das Wachstum in regelmässigen Abständen. Die Region weist, wie der gesamte Kontinent, immense Infrastrukturdefizite auf. Darum ist die Beziehung zu China und dessen gigantische Investitionen ein grosses Thema.

In Mosambik stehen dieses Jahr Wahlen an, im nächsten Jahr dann in Äthiopien und Tansania. Was bedeutet das für unsere Projekte?
Wahlen können wechselnde Ansprechpartner zur Folge haben. Regierungswechsel können aber auch zu politischen Unruhen führen. In Äthiopien hat der neue Ministerpräsident Abiy Ahmed in kürzester Zeit zahlreiche Reformen eingeleitet. So hat er beispielsweise Tausende politische Gefangene freigelassen, den zwanzigjährigen Krieg mit Eritrea beendet sowie die Hälfte des Kabinetts mit Frauen besetzt. Zudem hat Äthiopien mit Sahle-Werk Zewde die erste weibliche Präsidentin. Diese Entwicklungen sind aus unserer Sicht sehr positiv. Jene, die vorher an der Macht waren und diese abgeben mussten, beobachten die rasanten Veränderungen mit Skepsis.

«Lehrkräfte aus unseren Projekten werden von der tansanischen Regierung eingesetzt, um nationale Bildungsprojekte umzusetzen.»

Welche Höhepunkte stehen 2019 an?
Im Süden Äthiopiens sind die neuen Klassenzimmer und sanitären Anlagen im Projekt «Zugang zu hochwertiger Bildung für äthiopische Kinder» beinahe fertiggestellt. Ich freue mich darauf, wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind und die Kinder die neuen Schulgebäude beziehen können.

Ein Höhepunkt ist unser Projekt in Tansania, welches Ende 2019 der Regierung übergeben wird. Neben der Produktion von kindergerechten Lesebüchern in der Lokalsprache Swahili war die Weiterbildung von Lehrpersonen ein grosses Thema. In Absprache mit der lokalen Regierung erhielten Lehrpersonen Zertifikate, wenn sie die Weiterbildungen durchliefen und die Unterrichtsmethoden richtig anwendeten. Einige von ihnen werden von der Regierung jetzt eingesetzt, um nationale Bildungsprojekte umzusetzen. Diese Anerkennung des Staates ist ein grosser Erfolg.

Wie ist das erste Projekt in Mosambik angelaufen?
In Mosambik hatten wir einen harten Start, da unser lokaler Projektmanager bei einem Verkehrsunfall starb. Das hat das ganze Projekt zurückgeworfen. Von achtzehn geplanten Aktivitäten konnten wir 2018 nur fünf umsetzen. Wir werden nun versuchen, möglichst viele davon zusätzlich im laufenden Jahr zu realisieren. Dies ist aber auch abhängig von den Kapazitäten unserer lokalen Partnerorganisation.

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