Lehren und lernen gelernt

10.06.2020 - 15:31 | Christian Possa

Neun Jahre hat sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in den tansanischen Distrikten Kongwa und Chalinze engagiert. 2019 endet das Projekt «Hochwertige Schulbücher für Kinder in ihrer Muttersprache Swahili». Im Interview spricht der Bildungsbeauftragte Emmanuel Sanga Factory über Projekterfolge und bevorstehende Herausforderungen.

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Emmanuel Sanga Factory, Bildungsbeauftragter des Distrikts Kongwa.

Emmanuel Sanga Factory, mit welchen Gefühlen blicken Sie dem Ende der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (SKP) und der lokalen Partnerorganisation Children’s Book Project Tanzania (CBP) entgegen?

Das Zusammenspiel funktionierte sehr gut. Die Arbeit hat viel dazu beigetragen, die Situation unserer Leute an den Schulen zu verbessern. Natürlich wäre es besser für uns, wenn CBP hierbleiben würde. Wir werden die Zusammenarbeit sicherlich auch weiterhin pflegen, damit sich unser Distrikt weiterentwickeln kann.

Ende Jahr wird das Projekt der Regierung übergeben. Wie geht es dann weiter?

Wir werden im Distrikt Trainings für Lehrerinnen und Lehrer organisieren, um das Wissen, welches wir erarbeitet haben, zu bewahren und weitergeben zu können. Dank CBP konnten sich an den 45 Projektschulen weit über 1000 Lehrkräfte weiterbilden. Diese werden wir einsetzen, um innerhalb unseres Distriktes weitere Lehrpersonen zu schulen.

Was sind aus Ihrer Perspektive die grössten Erfolge des Projektes?

Die schulischen Leistungen der Kinder haben sich deutlich verbessert. Seit wir starteten, ist die Erfolgsquote bei den nationalen Abschlussprüfungen der 7. Klassen von 45 auf 72 Prozent gestiegen. Das ist ein wirklich grosser Erfolg. Früher herrschten an unseren Schulen desaströse Zustände. Viele Kinder erreichten die 7. Klasse, ohne wirklich lesen, schreiben und rechnen zu können. Heute haben die meisten Schülerinnen und Schüler diese Fähigkeiten bereits in der 2. Klasse erworben.

Worauf führen Sie dies zurück?

Die meisten Kinder mögen es, in die Schule zu gehen und Bücher zu lesen. Und sie mögen vor allem die Art und Weise, wie Lehrpersonen heute unterrichten. Die Unterrichtsmethoden haben sich stark verbessert. CBP hat viele Workshops abgehalten, welche die Gemeinde oder die Regierung nicht hätten machen können, beispielsweise zu kinderzentrierten oder partizipativen Lehrmethoden. Diese Seminare haben den Lehrerinnen und Lehrern neue Wege aufgezeigt und ihre Fähigkeiten verbessert, zu unterrichten und gutes Unterrichtsmaterial vorzubereiten.

Wie schätzen Sie den Einfluss der neuen Schulbibliotheken ein?

Viele Schulen in Tansania haben nur wenige Bücher. Wir im Gegenteil haben mehr erhalten. Wenn die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Bücher lesen können, erweitern sie ihre Perspektiven. Durch die Bibliotheken machen viele Kinder die Erfahrung, dass sie gerne Bücher lesen. Sie entwickeln eine positive Einstellung gegenüber dem Lernen. Die Bibliotheken fördern auch die Sozialisierung der Kinder, denn hier diskutieren sie, fassen zusammen und das ist sehr wichtig für ihre Entwicklung. Alle Aktivitäten des Projektes zielen darauf ab, die akademischen Leistungen der Kinder und dadurch ihr Leben zu verbessern.

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