Was es bedeutet, stark zu sein

09.07.2020 - 12:06 | Christian Possa

Joseph und Emmanuel haben sich nicht zweimal bitten lassen, den Leseclub ihrer Schule anzuführen. Für sie ist es die perfekte Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen und für die Kinderrechte einzustehen.

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Machen sich in ihrem Klub für die Kinderrechte stark: Joseph und Emmanuel.

Die rund zwanzig Mitglieder treffen sich wöchentlich in der Bibliothek der Mseto Primarschule im tansanischen Geita. Dort besprechen sie Bücher oder üben Auftritte vor der Gruppe, um Selbstvertrauen aufzubauen. Vertrauen, das den Kindern hilft, eine Lehrperson anzusprechen oder einen Missstand zu melden. «Bücher zu lesen, ist das eine», erklärt der 12-jährige Emmanuel. «Kinderrechtsverletzungen zu melden, ist etwas anderes, wo man stark sein muss und nicht wegschauen darf.»

Plattform für Austausch

Neben der Ausbildung von Lehrpersonen und Verbesserungen der Infrastruktur bilden die verbesserten Partizipationsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Grundlage für eine gewaltfreie Lernumgebung. Joseph geniesst den direkten Austausch mit Gleichaltrigen, sei es im Klub, an Trainings der Partnerorganisation New Light Children Centre Organisation oder an Wettbewerben mit anderen Schulen. Die Zeit zu haben, als Kinder unter sich zu sein und Themen zu diskutieren, die ihr Leben betreffen, motiviert ihn. Seit er an einem Workshop zum Thema Kinderrechte und Kinderschutz teilgenommen hat, versteht Joseph seine Rolle als Whistleblower. Ausgestattet mit Stift und Notizblock schreibt er alle Kinderrechtsverletzungen auf, die er in seinem Alltag zu Gesicht bekommt. Es ist ein erfreulicher Fortschritt innerhalb des Projektes, dass Kinder wie Joseph oder Emmanuel ihre eigenen Rechte kennen und vor allem auch genau wissen, wo sie Missstände melden und Anliegen deponieren können.

Klare Vorstellung

So souverän die beiden Chefs des Leseklubs vor ihren Kolleginnen und Kollegen auftreten, so ausgereift sind ihre Pläne für die Zukunft. «Ich will Lehrer werden», sagt der 13-jährige Joseph. Er begründet seine Wahl mit zwei Argumenten. Einerseits sei es der einzige Job, in dem einem die Menschen Respekt entgegenbrächten. Andererseits glaube er fest daran, dass diese Arbeit Erfüllung bringe. «Dazu kommt», ergänzt er mit einem Augenzwinkern, «dass die meisten Politiker – beispielsweise der Präsident oder der Premierminister – in ihrer Vergangenheit Lehrer gewesen sind.» Emmanuel, der wie sein Kollege deutlich älter wirkt, wenn er spricht und gestikuliert, möchte eines Tages Arzt werden. «Es gibt mir die Möglichkeit, Menschen zu unterstützen, die hilflos sind.» Jenen zu helfen, die keine Möglichkeiten haben, fühle sich für ihn gut an – und sei bestimmt auch sehr erfüllend.

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