Die Vielfalt erhalten

11.08.2020 - 10:05 | Christian Possa

Ein neues Projekt im Süden Thailands sorgt mit interkultureller Bildung und mit auf Muttersprache basierten Unterrichtsmethoden für mehr Verständnis gegenüber der Lebensweise und Kultur der ehemaligen Seenomaden Urak Lawoi.

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Interkultureller und auf Muttersprache basierter, mehrsprachiger Unterricht soll helfen, damit kein Kind mehr hinten anstehen muss, wenn es um die Bildung geht.

Das indigene Volk der Urak Lawoi lebt dort, wo andere Ferien machen: auf Koh Lanta, einer Inselgruppe in der südthailändischen Provinz Krabi. Die malerische Landschaft täuscht darüber hinweg, wie herausfordernd das Leben der gebürtigen Seenomaden in der mittlerweile hochtouristischen Region ist. Lange Zeit waren die Urak Lawoi staatenlos. Erst der vergangene König verlieh ihnen die thailändische Staatsbürgerschaft. Zusammen mit diesem Stück Identität erhielt das Volk auch neue Nachnamen. Namen wie beispielsweise Wasserelefant, die einen engen Bezug zur Herkunft der Urak Lawoi aufweisen. «Die Absicht war sehr gut», lobt Su Suriyamonton, Länderverantwortliche der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Jedoch sei die Wirkung eine andere gewesen. «Andere lachen darüber und wissen gleich, dass sie vom Volk der Seenomaden sind. So entsteht Diskriminierung.»

Das Projekt auf der Inselgruppe rund 800 Kilometer südlich von Bangkok steht auf zwei Säulen: interkultureller Austausch und interkulturelle Bildung sowie auf Muttersprache basierte mehrsprachige Bildung. «Das Bedürfnis nach einem besseren Verständnis für die ethnischen Minderheiten ist gross», sagt Su Suriyamonton. Mit dem Center for Documentation and Revitalization of Endangered Languages and Cultures (CD-RELC) – einem Departement der Mahidol Universität – konnte ein wertvoller lokaler Partner im Bereich der muttersprachlichen Bildung gewonnen werden. «Eine Organisation mit sehr viel Erfahrung, wenn es darum geht, Kultur zu stärken.»

Das Projekt «Friedliches Zusammenleben in der multikulturellen Gesellschaft der Urak Lawoi» ist im Oktober 2019 gestartet. In der Anfangsphase liegt der Fokus vor allem auf den Trainings der Lehrerinnen und Lehrer. An den 14 Projektschulen werden knapp 3700 Kinder davon profitieren, dass interkulturelle Bildung in die bestehenden Lehrpläne integriert wird. Mit der Möglichkeit, bereits im Kindergarten auf Basis der eigenen Sprache lernen zu können, tun sich den Kindern auf ihrem Bildungsweg neue Chancen auf.

Su Suriyamonton weiss, dass den Grundbedürfnissen der Urak Lawoi über das gesamte Projekt hinweg eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Als Beispiel zieht sie Parallelen zu indigenen Völkern in den Bergregionen Thailands, wo wenigstens jede Familie ein wenig Land habe, um sich selber zu versorgen. «Hier in dieser touristischen Region ist alles in den Händen einiger grosser Firmen. Darum sind die indigenen Gemeinschaften hier noch verletzlicher.»

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