Ich will, dass mein Unterricht von Nutzen ist

23.04.2020 - 17:15 | Christian Possa

Wanaree Wanaweerakit unterrichtet an der Saw Kea Kla Primarschule. Im Interview erzählt die 30-Jährige von ihrer Arbeit mit sprachlichen Minderheiten und erklärt, warum Erfahrungen aus ihrer Kindheit ihren Unterrichtsstil beeinflussen.

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Wanaree Wanaweerakit, Lehrerin an der Saw Kea Kla Primarschule, während einer Unterrichtseinheit.

Die Tak Provinz im Nordwesten Thailands ist ebenso weitläufig, wie dünn besiedelt. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Tak Border Child Assistance Foundation (TBCAF) engagiert sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi seit 2017 für eine bessere Bildungsqualität für ethnische Minderheiten. Schwerpunkt ist die Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Auf Muttersprache basierte, mehrsprachige Unterrichtsmaterialien und lokale Lehrpläne schärfen das Bewusstsein für kindzentrierte Ansätze. Wanaree Wanaweerakit arbeitet seit drei Jahren als Lehrerin an einer dieser abgelegenen Projektschulen.  

Wanaree Wanaweerakit, welches Fach unterrichten Sie am liebsten?
Thai, da es mich als Lehrerin herausfordert. Für die Karen-Kinder ist Thai eine Zweitsprache. Wenn es mir gelingt, ihnen schreiben, lesen und sprechen beizubringen, dann ist das ein Erfolg.

Was ist Ihnen bei ihrer Arbeit wichtig?
Ich bemühe mich darum, nicht einfach nur von Tag zu Tag zu unterrichten. Ich will, dass meine Lektionen für die Kinder von Nutzen sind.

Woher kommt dieser Antrieb?
Als ich selber noch zur Schule ging, war ich sehr schüchtern. Einer meiner Lehrer, der damals Thai unterrichtete, überprüfte nie, ob die Klasse den Stoff auch verstanden hatte. Er beendete einfach die Lektion und fertig. Diesen Fehler will ich nicht wiederholen. Bei sprachlichen Minderheiten wie den Karen ist es wichtig, achtsam zu sein, Fragen zu stellen, zu prüfen und zu repetieren.

Wie wurden Sie auf die Arbeit an dieser ländlichen Schule vorbereitet?
TBCAF führte verschiedene Trainings durch. Dort lernte ich zum Beispiel, wie man lokale Lehrpläne erarbeitet oder was für Besonderheiten das Unterrichten in abgelegenen Regionen mit sich bringt.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus diesen Workshops mitgenommen haben?
Der Themenblock zu den grossformatigen Bilderbüchern hat mir sehr geholfen. Die Schülerinnen und Schüler werden sehr aufmerksam, wenn ich Geschichten mit Namen oder Inhalten aus ihrer Gemeinschaft erzähle. Daneben empfinde ich die ganzheitliche Sprachlehrmethode «Total physical response» als sehr hilfreich. Hierbei reagieren die Lernenden auf sprachliche Befehle und verleiben sich so Elemente der zu erlernenden Fremdsprache ein. Wenn ich Mathematik oder Thai unterrichte und nach zwei Stunden merke, dass die Kinder die Konzentration verlieren, dann ist dies ein sehr gutes Mittel.

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