Mit der Muttersprache zu mehr Wissen

25.08.2020 - 13:29 | Lina Ehlert

Vom 24. bis zum 26. September 2019 hat in Bangkok die Konferenz zu Integration, Mobilität und multilingualer Bildung in Südostasien stattgefunden. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi stellte in diesem Rahmen die Unterrichtsmethode Mother Tongue Based Multilingual Education (MTBMLE) vor

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Vom 24. bis zum 26. September 2019 hat in Bangkok die Konferenz zu Integration, Mobilität und multilingualer Bildung in Südostasien stattgefunden. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi stellte in diesem Rahmen die Unterrichtsmethode Mother Tongue Based Multilingual Education (MTBMLE) vor

Es herrscht ein geschäftiges Treiben an der MTBMLE-Konferenz in Bangkok. In den Konferenzsälen wird das Mikrofon zwischen den Fachpersonen hin und her gereicht. In Podiumsdiskussionen tauschen sich Mitglieder der Regierung, Forscherinnen und Forscher sowie Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen über die Zukunft der Bildung Südostasiens aus. Unter ihnen ist auch der 15-jährige Shitipol Hrue aus der Provinz Chiang Mai. Während seiner Primarschulzeit lernte er dank MTBMLE thailändisch. «Dadurch hat mir der Unterricht so gut gefallen, dass ich heute am liebsten wieder in die Schule zurückginge», erzählt er.

Neben Shitipol sitzen seine ehemalige Lehrerin Preeyaporn Saichonkhamchun und Wanna Tienmee, die Direktorin der Foundation for Applied Linguistics (FAL). Gemeinsam stellen sie die MTBMLE-Unterrichtsmethode vor und zeigen deren Vorteile auf. «Die Methode erlaubt es mir, systematisch auf zwei Sprachen zu unterrichten», berichtet Preeyaporn Saichonkhamchun. «Die Kinder gewinnen so viel mehr Selbstvertrauen, um sich im Unterricht zu äussern.» Zweisprachiger Unterricht ist für die Kinder in Thailand wichtig, weil viele von ihnen einer ethnischen Minderheit angehören und kein Thai verstehen.

Schritt für Schritt zur Zweitsprache

Seit 2007 integriert die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gemeinsam mit der FAL die auf Muttersprache basierten, multilingualen Unterrichtsmethoden in ihre Projekte. Sie stützen sich auf zweisprachige Unterrichtsmaterialien und auf Weiterbildungen für Lehrpersonen. Die Einführung von Thai erfolgt schrittweise ab der ersten Klasse. Kurze Geschichten oder Lieder ergänzen die zweisprachigen Schulbücher. Erst ab der vierten Klasse wird Thai vollständig zur primären Unterrichtssprache. So können die Kinder ihre Sprachkompetenz stetig aufbauen und aktiver am Unterricht teilnehmen. Das Resultat: Weniger Kinder brechen die Schule ab. 25 Schulen im Norden Thailands und ein Flüchtlingscamp profitieren seit 2007 von diesem Ansatz.

Zusammenarbeit über Landesgrenze hinweg

Doch nicht nur in Thailand kommen Sprachbarrieren im Schulunterricht vor. Auch in den Nachbarländern Myanmar und Laos hadern Kinder mit der Unterrichtssprache. Deswegen nehmen an der MTBMLE-Konferenz neben den thailändischen Schulbehörden auch solche aus Myanmar und Laos teil. Su Suriyamonton, Länderverantwortliche Thailand der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, empfindet den länderübergreifenden Austausch mit den Schulbehörden als bereichernd: «Die Konferenz bot eine wertvolle Plattform, um voneinander zu lernen, sich auszutauschen und die Zusammenarbeit zu fördern.»

Einig waren sich alle Teilnehmenden: MTBMLE wirkt und soll an weiteren Schulen eingeführt werden. Synergien sollen in Zukunft noch besser genutzt werden, um die Qualität der Schulbildung in Südostasien flächendeckend zu verbessern. Damit auch wirklich alle Kinder, egal welche Sprache sie sprechen, von einer guten Schulbildung profitieren können.   

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