Von seiner Liebe zur Natur getrieben

25.06.2020 - 17:15 | Milena Palm

Energisch und leidenschaftlich – so lässt sich Zung Ting, der Programmverantwortliche Umweltbildung im Projekt «Saubere und grüne Schulen» in Myanmar, beschreiben.

zung_tin_steht_vor_garten-stiftung_kinderdorf_pestalozzi
Zung Ting wünscht sich eine nachhaltige Entwicklung, die ein harmonisches Zusammenleben ermöglicht.

Aufgewachsen im Dorf Sagapa, bringt Zung Ting eine grosse Naturverbundenheit mit: «Unsere Nachbarschaft war einfach. Für uns war selbstverständlich, dass wir einander bei allem helfen. Wir haben Nahrungsmittel selber angebaut oder im Wald gesammelt und am Fluss gefischt.» Seine Naturverbundenheit nimmt er jeden Tag mit zur Arbeit. Die Gedanken an seine schöne Heimat spornen ihn jeden Morgen aufs Neue an. «Als ich im Dorf gelebt habe, habe ich morgens immer Vögel singen gehört. So aufzustehen, motiviert mich», erklärt er.

Von Sagapa in die Grossstadt

Trotz seiner Liebe zum ländlichen Leben, wohnen Zung Ting und seine Familie heute in der Stadt. Bereits 1987 musste der damals 18-jährige mit seinen Eltern die Heimat verlassen und nach Myitkyina fliehen, die Hauptstadt des Kachin-Staates. Der seit Jahrzehnten anhaltende bewaffnete Konflikt zwischen den rebellischen Unabhängigkeitskämpfern und der Armee der Zentralregierung zwang die Familie zum Aufbruch. Zurückkehren war keine Option. Stattdessen zog der vierfache Vater 2015 mit seiner Familie ein weiteres Mal um. «Es gibt kaum Arbeitsstellen. Bildungsqualität und Infrastruktur sind in meiner Heimatregion ebenfalls schlecht», erklärt er. Noch schwerer wog die schlechte Gesundheitsversorgung, von der die Familie abhängig war. Auch der bewaffnete Konflikt lodert nach wie vor. Nun lebt die Familie am anderen Zipfel des Landes in Yangon. Hier trat er auch seine Stelle bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi an. Bis anhin arbeitete er bei einer international tätigen NGO im Bereich der humanitären Hilfe sowie im Umweltbereich, was seine Leidenschaft für Umweltthemen entfachte.

Der Herzenswunsch

Seinen ersten Bachelor machte Zung Ting in Geschichte. Schon bald aber zog es ihn in die Wohltätigkeitsarbeit, wo er sich in diversen Community-Projekten engagierte. Eines davon war das «Community- Forest-Project», ein wichtiger Anstoss für seine jetzige Mission. «Viele Leute aus dem Dorf leben eng mit dem Wald zusammen, er ist ihre Lebensgrundlage. Verlieren sie den Wald, verlieren sie alles.» Zung Tings grosser Herzenswunsch ist deshalb ein nachhaltigeres Zusammenleben von Mensch und Umwelt. Seit 2016 treibt er als Programmverantwortlicher Umweltbildung bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi im Projekt «Saubere und grüne Schulen» sein Anliegen voran. 

Lernen, wie man der Umwelt Sorge trägt

Zung Ting macht seinen Job mit Freude und Herzblut. Für ihn ist wichtig, dass die Kinder für ein nachhaltiges Zusammenleben mit der Natur sensibilisiert werden. Denn Myanmar verfolge eine Entwicklungspolitik, die auf wirtschaftliches Wachstum fokussiere, sagt er. «Es laufen viele grosse Projekte, die unsere Umwelt bedrohen. Die Natur wird teilweise einfach zerstört. Wälder müssen etwa der Agrokultur weichen.» Die Kinder an den Projektschulen lernten praktisch und im Klassenzimmer, wie sie der Umwelt Sorge tragen können. Für seine Zukunft wünscht sich Zung Ting ein Leben in Frieden. Frieden zwischen den Menschen im Land und Frieden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, die ein harmonisches Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Menschen ermöglicht.

Weitere Artikel von Milena Palm

Spenden

Placeholder disclamer

Ja, ich möchte für die dringendsten Projekte spenden.

Ja ich möchte für das Kinderdorf spenden.

Ja ich möchte für Ostafrika spenden.

Ja ich möchte für Südostasien spenden.

Ja ich möchte für Südosteuropa spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja, ich möchte dem Freundeskreis beitreten.

Herzlichen Dank für Ihre Spende

Erzählen Sie Ihren Freunden vom Kinderdorf Pestalozzi.

Weitersagen