Der Ball liegt bei Teodora

12.03.2020 - 16:52 | Christian Possa

Teodora ist noch keine vierzehn, als das Leben ihre Zukunftspläne über den Haufen wirft. Heute erkennt die 16-Jährige genau in diesem Ereignis den Startpunkt, wo sich für sie alles zum Besseren veränderte.

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Hat bei der Partnerorganisation der SKP, der Group 484, ihre Berufung gefunden: Teodora bei einer Veranstaltung in der Fakultät von Bujanovac.

Die Aussicht auf eine professionelle Basketballkarriere beim Belgrader Sportverein Roter Stern liess Teodoras Herz höherschlagen und trieb sie an. Es war ihre Perspektive für eine bessere Zukunft, ihr Ticket aus der Heimatstadt Bujanovac. Als sie sich beim Training am Knie verletzte, zerbarsten ihre Träume auf einen Schlag. «Ich war deprimiert. Alles kollabierte und plötzlich war nichts mehr da», erinnert sich Teodora. Und dann kam das Projekt «Interkulturelles Verständnis und Toleranz» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in ihre Stadt im Süden von Serbien. Und damit verbunden Möglichkeiten, der Welt so viel zu geben, wie es ihr mit Basketball nie möglich gewesen wäre.

Veränderungen beginnen bei den Jungen

Das im Süden gelegene Bujanovac hinkt der Entwicklung in Serbien in fast allen Bereichen des Lebens hinterher. Die Separation der einzelnen Bevölkerungsgruppen lähmt die Stadt zusätzlich. Genau hier setzen die lokalen Partnerorganisationen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi an, indem sie Schülerinnen und Schüler aus serbischen, albanischen und Roma-Gemeinden zusammenbringen. «Unser Aktivismus braucht viel Mut», sagt Teodora und schildert Reaktionen, die ihr widerfahren. «Wenn wir gemeinsam abhängen, beschimpfen sie uns als Schlampen, Betrüger oder Spione.» Zuerst habe sie gedacht, dass es in Bujanovac keine Menschen wie sie gäbe. Doch über die Organisation Group 484 lernte sie andere Menschen kennen, die ihre Vision teilen und eine bessere Welt für die nächste Generation wollen. Im Projekt ist ihr eines bewusst geworden, «dass wir merken, wie ähnlich wir uns eigentlich sind, wenn wir uns wirklich begegnen.»

Das Ziel vor Augen

Beschreibt Teodora ihre eigenen Vorstellungen und Ideen der Zukunft, artikuliert sie diese mit Bedacht. Sätze wie «Wissen hilft mir, zu wachsen, denn Bildung ist unser Weg, die Welt zu verändern», hören sich aus dem Mund der jungen Frau erwachsen und dennoch authentisch an. Ihre Energie und ihr Enthusiasmus widerspiegeln die Kraft der heranwachsenden Generation, an den bestehenden Strukturen der Gesellschaft zu rütteln. Teodora arbeitet darauf hin, internationale Beziehungen zu studieren. Und sie will eine eigene gemeinnützige Organisation gründen, die Jugendlichen – speziell Mädchen – dabei hilft, ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Als Mädchen in einem patriarchischen System habe sie immer gedacht, dass Mädchen dieses oder jenes nicht dürften. «Ich möchte Mädchen und Jungen davon überzeugen, dass sie dazu fähig sind, alles zu erreichen.»

«Wenn wir uns wirklich begegnen, merken wir, wie ähnlich wir uns eigentlich sind.»

Blickt Teodora auf die vergangenen Jahre zurück, spielt das interkulturelle Austauschprojekt im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen eine ganz wichtige Rolle. «Ich habe da so viel gelernt und ich habe realisiert, was ich mit meinem Leben machen will», schwärmt sie. Als sich ein Lehrer in Bujanovac nach ihren Erfahrungen in der Schweiz erkundigte, antwortete sie ihm: «Es war unglaublich. Das ist etwas, das jede Person erfahren sollte, denn sie würde verändert nach Hause gehen.»

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