Junge Stimmen finden Gehör

04.06.2019 - 08:14 | Christian Possa

Seit acht Jahren stärkt die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi die Kinderrechte an 30 Schulen in Nordmazedonien. Ende Jahr endet das Projekt. Zurück bleibt ein fruchtbarer Boden, auf dem trotz herausfordernder gesellschaftlicher Verhältnisse selbstverantwortliche und engagierte Kinder und Jugendliche heranwachsen können.

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Fördert Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung: Pece Trifunovski, Schulkoordinator in Bitola.

«Ich habe Rechte, ich habe Verpflichtungen» steht über dem Eingang der Primarschule Elpida Karamandi in Bitola. Diese Worte sind hier keine Lippenbekenntnisse. Sie symbolisieren die erfreuliche Veränderung, die in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Und sie erinnern an die damit verbundenen Herausforderungen. «Zu Beginn wollten sich die Wenigsten in der Schülerorganisation engagieren, weil sie nicht wussten, warum sie dies tun sollten», erzählt Pece Trifunovski. Der Ethik-Lehrer ist seit 2015 Schulkoordinator für das Projekt «Kinderrechtskonvention als Schwerpunkt in Schulen» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Das zentrale Gerüst bilden das Parlament der Schülerpräsidentinnen und -präsidenten sowie die Kinderrechts-Ombudsstelle. Ersteres existierte bereits früher, letzteres ist eine Innovation aus dem Projekt. Verändert hat sich die Herangehensweise und dadurch die Wahrnehmung sämtlicher Beteiligter. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Kinderrechten hat bei allen Spuren hinterlassen. «Die Schülerinnen und Schüler haben gemerkt, dass sie mitbestimmen dürfen und etwas bewirken können», freut sich Pece Trifunovski. Und die Lehrpersonen haben realisiert, dass Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen, wenn man sie denn lässt.

«Vom Projektstart bis heute, wo uns die Kinder auf Probleme aufmerksam machen und Veränderungen einfordern, ist es ein Riesenunterschied.»»

Tatjana Damchevska – Schuldirektorin
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Lebt Kinderrechte im Schulalltag: Ombudsperson Hristijan.

Selbstbewusst in die Zukunft

Im Schülerparlament diskutieren die Jugendlichen zwar auch die lustigen Aspekte des Schulalltags, vor allem aber geht es um ernste Themen. «Derzeit besprechen wir mit ihnen, wie das Prüfungsverfahren der unterschiedlichen Fächer ablaufen soll», sagt Schuldirektorin Tatjana Damchevska. «Vom Projektstart bis heute, wo uns die Kinder auf Probleme aufmerksam machen und Veränderungen einfordern, ist es ein Riesenunterschied.»

Viel Lob hat Pece Trifunovski für Kinderrechtsombudsmann Hristijan übrig, der Ende Schuljahr in die Oberstufe wechselte. «Dank ihm hatten wir sehr wenig Probleme. Er war eine Persönlichkeit und hatte vor niemandem Angst, auch nicht vor den Lehrpersonen.»

Bei mancher Lehrperson stand zu Beginn des Projektes die Frage im Raum, warum man den Kindern so viel Macht geben sollte. «Jetzt, wo sie die Früchte sehen, haben sie diese Gedanken nicht mehr», sagt Pece Trifunovski lächelnd. Die Elpida Karamandi sei heute eine schönere Schule mit wundervollen Kindern. «Wir haben weniger Probleme, da die Kinder wissen, wie sie ihre Bedürfnisse mitteilen können.» Die positiven Erfahrungen, die sie in ihrer Primarschulzeit in Bitola gesammelt haben, geben ihnen ein gutes Selbstwertgefühl für die Oberstufe – und für ihr Leben. Sie wissen nun, dass ihre junge Stimme da ist, um gehört zu werden.

Dieser Artikel ist im Patenschaftsbericht 01|2019 erschienen.

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