Kinder sind die Zukunft jedes Landes

04.09.2020 - 13:17 | Manuel Walder

Moldawien ist ein Land, das von arbeitsbedingter Migration geprägt ist. Darunter leiden Kinder am meisten. Das Projekt, das letzten August gestartet ist, zielt darauf ab, Kindern die nötige Unterstützung zu bieten, damit sie eine erfolgreiche Zukunft haben können.

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Die Leidtragenden der Arbeitsmigration: Zehntausende moldawische Kinder werden zu Sozialwaisen, wenn ihre Eltern auf Arbeitssuche ins Ausland gehen.
Armut, Arbeitslosigkeit und tiefe Löhne sind in Moldawien noch immer die Hauptgründe, weshalb viele BürgerInnen auswandern, um in anderen Ländern zu arbeiten. Dabei lassen viele Eltern ihre Kinder in der Heimat zurück, was psychologisch tiefe Narben hinterlässt. Das im letzten August gestartete Projekt der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi fokussiert sich genau auf diese Zurückgebliebenen, auch Sozialwaisen genannt. «Meist migrieren die Eltern auf der Suche nach Arbeit nach Italien, Russland oder Spanien», erzählt die Programmverantwortliche Argine Nahapetyan. Nach Moldawien kehren sie aber nur sehr selten zurück. Schätzungsweise einen Monat im Jahr oder gar alle zwei Jahre besuchen sie ihre Heimat und ihre Kinder. Diese Treffen sind jedoch oft von Unverständnis und Distanz geprägt. Die grösste Herausforderung bei der Rückkehr der Eltern besteht in der Tatsache, dass zwischen Eltern und Kindern eine psychologische und emotionale Distanz entstanden ist. Ihre Beziehung beruhte hauptsächlich auf der finanziellen Unterstützung, welche die Bedürfnisse der Kinder abdecken soll. Für die meisten Kinder ist dies nicht zu verstehen – wieso sie zurückgelassen wurden, fragen sich viele.

«Ich wünsche mir, dass wir alle ehrgeizigen Ziele, die wir uns für das Projekt gesetzt haben, erreichen und so das Leben dieser Kinder verbessern können.»

Argine Nahapetyan – Programmverantwortliche Südosteuropa

Mehr Integration für bessere Chancen in der Zukunft

Das Hauptziel des Projektes ist, zurückgelassene Kinder in die Gesellschaft zu integrieren. Es wird darauf hingearbeitet, ihnen bessere Lebenschancen und Beschäftigungsmöglichkeiten zu verschaffen. Sie haben keine Eltern, die ihnen Ratschlägen für ihre Zukunft geben können. Deshalb ist es dringend nötig, dass sie nicht auf sich alleine gestellt sind. Dieses Ziel wird auf drei verschiedenen Ebenen angegangen. Auf der individuellen Ebene konzentriert sich das Projekt darauf, Kinder psychologisch zu unterstützen und ihnen dadurch zu helfen, Beziehungen zu Gleichaltrigen und sonstigen Personen aufbauen zu können. Verlustängste und Misstrauen sind dabei grosse Hürden. Ausserdem spielt das Bildungsniveau eine entscheidende Rolle. Wenn es ihnen gelingt, ihre kognitiven, emotionalen, psychologischen und sozialen Fähigkeiten zu verbessern, ist das ein wichtiger Schritt. Diese Fähigkeiten helfen ihnen, Altes zu verarbeiten und Neuem offener zu begegnen. Auf institutioneller Ebene konzentrieren sich die Massnahmen darauf, Lehrpersonen der zuständigen lokalen Institutionen in ihren Fähigkeiten zu stärken. Die Lehrkräfte erhalten Schulungen, wie mit Kindern auf pädagogischer und psychosozialer Ebene umgegangen werden soll. Dazu gehört auch, dass Erziehungsberechtigte für ihre Rolle als Pflichtträger sensibilisiert werden. Sie sollen die Kinder in ihrem täglichen Leben besser unterstützen können. Auf politischer Ebene zielt das Projekt darauf ab, die sektorübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Kurz gesagt sollen das Bildungsministerium, das Ministerium für Arbeit, soziale Sicherheit und Familie sowie der Dienst für psychologische Unterstützung Hand in Hand arbeiten und so einen nachhaltigen Nutzen schaffen.

Nationale Tragödie

Die grosse Anzahl der zurückgelassenen Kinder wird in Moldawien als nationale Tragödie bezeichnet und hat zur Einführung der neuen Terminologie der Sozialwaisen geführt. Einem Bericht aus dem Jahr 2013 zufolge erreichte die Zahl der Mädchen und Jungen offiziell 50 000, inoffiziell wird jedoch von 100 000 berichtet. In den letzten Jahren hat die Migration enorm zugenommen. Deshalb wirft diese Problematik einen Schatten auf die Zukunft Moldawiens. Denn Kinder sind die Zukunft jedes Landes.

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