Knall und Fall steht das Leben Kopf

12.05.2020 - 11:05 | Christian Possa

Dorina ist sieben, als sie ins Kinderheim von Stefan Voda gebracht wird. Das fürsorgliche Umfeld dort hilft dem Mädchen, Selbstvertrauen zu gewinnen und in der Schule aufzuholen.

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Wiedervereintes Familienglück: Mutter Nelea, Dorina und Grossmutter Natalia

Alles beginnt mit einem grossen Knall. Im Haus, wo Dorina mit ihren Eltern und ihren Grosseltern lebt, explodiert völlig unerwartet der Ofen. Ohne Heizung wird die schon vorher fragile Wohnsituation im ländlichen Cioburciu untragbar für das Kind. Dazu kommt, dass Grossmutter Natalia an Krebs erkrankt und sich Mutter Nelea die kommenden Jahre intensiv um sie kümmern muss. Schweren Herzens gibt die Familie Dorina ins Kinderheim.

Stefan Voda ist eines von sechs sogenannten Placement Zentren in Moldawien, wo sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gemeinsam mit der lokalen NGO Centre for Childhood, Adolescence and Family (CCAF) für Kinder und Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf stark macht. Im Mittelpunkt stehen die Integration in die Schule, die damit verbundene Sensibilisierung aller Involvierter sowie die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Heimen und Schulen.

Klassenlehrerin Liuba Chetrari erinnert sich noch gut daran, wie Dorina mitten im Schuljahr zu ihr in die erste Klasse kam. «Anfangs hatte sie Lernschwierigkeiten und Verhaltensprobleme, da ihre Familiensituation sehr schwierig war.» Das Mädchen sei aber sehr talentiert und wissbegierig gewesen. Durch die Nachhilfe im Ressourcenzentrum und die individuelle Unterstützung im Heim konnte sie rasch zu ihren Klassenkameradinnen und -kameraden aufschliessen. Zudem hätten ihr diese auch während der Pausen beim Lesen und Schreiben geholfen. In zusätzlichen Workshops habe Dorina ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln können.

«Meine Grossmutter ist gesund, meine Mutter ist glücklich, so bin ich auch glücklich.»

Dorina – 10 Jahre

Im Kinderheim entdeckt die heute 10-Jährige ihre Leidenschaft fürs Malen und Singen. «Sich kreativ ausdrücken zu können, hat ihr geholfen, ihr Selbstvertrauen zu steigern», freut sich Heimleiter Vadim Dimitreo. Der grossgewachsene Mann mit den breiten Schultern und dem kraftstrotzenden Händedruck ist nicht nur optisch der Schutzpatron der Kinder und Jugendlichen von Stefan Voda. Die zwölf Jahre, die er sich alleine ohne Mutter durchs Leben schlagen musste, haben ihn geprägt und sein Herz mit Empathie für die Verletzlichsten der Gesellschaft gefüllt. Er steht Dorina sehr nahe, wie die innige Umarmung beim Besuch in Cioburciu zeigt. Nach zweieinhalb Jahren im Kinderheim konnte die Familie Dorina endlich wieder zu sich holen. Mutter Nelea plagen immer noch Schuldgefühle, dass sie ihre Tochter hat weggeben müssen. Es überwiegt jedoch die Freude, ihr Kind wieder bei sich zu haben. Dorina meint dazu mit einem Strahlen im Gesicht: «Meine Grossmutter ist gesund, meine Mutter ist glücklich, so bin ich auch glücklich.»

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