Sie bringt alle an einen Tisch

Die Länderverantwortliche von Tansania im Portrait 21.06.2019 - 10:35 | Simon Roth

Mangelhafte Infrastruktur oder Schulmaterial, das die Lebenswelt der Kinder zu wenig einbezieht: Tansanias Probleme im Bildungsbereich sind vielfältig. Um Kindern eine bessere Zukunft zu bieten, holt Serapia Minja verschiedene Partner ins Boot. Die Methode der Länderverantwortlichen zeigt beachtliche Erfolge.

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«Qualitativ hochstehende Bildung ist in Tansania gefragter denn je.» Serapia Minja, Länderverantwortliche Tansania

Qualitativ hochstehende Bildung ist in Tansania gefragter denn je. Der technologische Fortschritt verändert die Arbeitswelt auch in Tansania, spezialisierte Fähigkeiten sind immer gefragter. Junge Erwachsene sind auf diesen Wandel nicht vorbereitet und finden keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. «Die Kompetenzen, die sie in der Schule erlernen, und jene, die in der Geschäftswelt verlangt werden, stimmen nicht überein», sagt Serapia Minja.

Serapia Minja ist Ökonomin und arbeitet für die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi als Länderverantwortliche in Tansania. Sie bringt viel Erfahrung in der Arbeit mit Nichtregierungsorganisationen mit. «Ich möchte mit Kindern, Gemeinschaften und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, um einen Wandel herbeizuführen », sagt die Tansanierin.

Mangelhafte Infrastruktur

Eine grosse Herausforderung stellt die mangelhafte Infrastruktur dar. Der Entscheid des ostafrikanischen Landes, im Jahr 2002 die Schulgebühren aufzuheben, hatte nicht nur positive Auswirkungen. Zwar erhalten seither mehr Kinder Zugang zu Bildung, die steigende Anzahl von Schülerinnen und Schülern überfordert jedoch Lehrpersonen und übersteigt die Kapazität der Klassenräume. Es ist keine Seltenheit, dass eine Lehrperson zwischen 80 und 100 Kinder unterrichtet.

Die Ausbildung der Lehrpersonen in Primarschulen lässt in Tansania zu wünschen übrig. Deswegen schult ein Projekt der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Lehrpersonen in partizipativen Lehrmethoden. Mit Hilfe von Bildern und anhand konkreter Beispiele lernen sie die aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Unterricht zu fördern.

«Ich möchte mit Kindern, Gemeinschaften und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, um einen Wandel herbeizuführen.»

In den Schulbüchern fehlt oft die konkrete Verbindung zur Lebenswelt der Kinder, sofern sie deren Inhalt denn verstehen. Ein weiteres Projekt fördert deshalb die Produktion von kindgerechten und für sie relevanten Schulbüchern in der lokalen Sprache. Die Themen sind näher an der Lebenswelt der Kinder. So lernen sie Kompetenzen, die sie in ihrer konkreten Lebenssituation weiterbringen. Die Netzwerkerin Minja Serapia arbeitet für das Projekt mit der Regierung zusammen, um die neuen Bücher auch in anderen Regionen zu verteilen und somit deren Wirkung und Reichweite zu vergrössern.

Verbesserung zeichnet sich ab

Leseklubs und Bibliotheken verbessern Lese- und Schreibfähigkeiten der am Projekt beteiligten Kinder. Es zeigen sich bereits erste Erfolge: «Durch die Zusammenarbeit der Regierung, NGOs und weiteren Partnern konnte die Leistung in der standardisierten Vergleichsprüfung von 2017 auf 2018 um fünf Prozent gesteigert werden», sagt Serapia Minja. Der Test wird landesweit durchgeführt, um die Qualität des Schulwesens zu überprüfen. Um die Lernmotivation der Kinder zu steigern, wirbt Serapia Minja in den Projekten für die Kinderrechte. Kinder sind in Tansania oft körperlicher Züchtigung ausgesetzt. Schulräte aus Lehrpersonen und Schülerschaft sollen Kinderschutzbestimmungen erarbeiten und deren Einhaltung überprüfen. Auch die Eltern bezieht Minja in den Prozess mit ein. Sie weiss, dass nur unter Einbezug aller relevanten Akteure ein nachhaltiger Wandel möglich ist.

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