Vorbereitung für eine ungewisse Zukunft

Karenni Flüchtlingscamp in Thailand 10.07.2019 - 14:21 | Christian Possa

Das Ban Mai Nai Soi Flüchtlingscamp im Nordwesten Thailands existiert seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Über 10'000 Menschen, hauptsächlich Karenni, leben hier. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi setzt sich dafür ein, einen zweisprachigen Unterricht zu etablieren, damit die Kinder bestmöglich auf die Rückkehr in ihr Heimatland Myanmar vorbereitet sind.

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Shel Meh beim Unterricht im Ban Mai Nai Soi Flüchtlingscamp.

Optisch unterscheidet sich das Flüchtlingscamp kaum von einem thailändischen Dorf, wie man es in dieser dicht bewaldeten Berglandschaft häufig antrifft. Die Bambushütten zeugen von grosser Handwerkskunst, die ausgewaschenen Pfade von der zerstörerischen Kraft der Regenzeit. Der grosse Unterschied liegt darin, dass die Menschen nicht freiwillig in Ban Mai Nai Soi leben, sondern vor dem bewaffneten Konflikt in ihrer Heimat Myanmar flüchten mussten. Sie können sich nicht frei bewegen und ihr Leben kaum ohne Unterstützung Dritter bestreiten.

Bildung in Flüchtlingscamp verbessern

An den Schulen im Camp mangelt es an gut ausgebildeten Lehrkräften. Die jüngere Generation ist im Camp aufgewachsen und im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten ausgebildet worden. So auch Shel Meh, eine der Lehrerinnen auf Kindergartenstufe. «Ich will den Kindern meine Erfahrungen weitergeben und dabei helfen, das Lernen hier im Camp zu verbessern», sagt sie. Einen wichtigen Beitrag dazu soll zukünftig der muttersprachbasierte multilinguale Unterricht leisten. Das Ziel: Kinder werden in ihrer Muttersprache an eine Zweitsprache – in diesem Fall das Burmesische – herangeführt. «Wenn sie eines Tages zurückkehren, wird es wichtig sein, die Amtssprache zu verstehen», findet die 25-jährige Lehrerin. Je besser die Kinder und Jugendlichen beide Sprachen beherrschen, desto einfacher wird es sein, sie ins Bildungssystem integrieren zu können – wo immer dies sein wird.

«Ich will den Kindern meine Erfahrungen weitergeben.»

In einem ersten Schritt wird gemeinsam mit der Partnerorganisation vor Ort Schulmaterial für den zweisprachigen Unterricht entwickelt. Hier wird versucht, wo möglich lokale Geschichten oder Wissen aus der Literatur der Karenni zu integrieren. Voraussichtlich im Frühjahr startet die Ausbildung der 64 bestehenden und 50 angehenden Lehrpersonen für die entsprechenden Unterrichtsmethoden und kindzentrierten Lehransätze.

Dieser Artikel ist im Patenschaftsbericht 01|2019 erschienen.

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