Zeichen setzen für den Dialog

Tue, 02/09/2016 - 17:10 | Remo Schläpfer

Eine Auftaktveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern des Staates und der Religionsgemeinschaften, ein Radioprojekt für Jugendliche und die interreligiöse Bettagsfeier bilden Schwerpunkte der diesjährigen Interreligiösen Dialog- und Aktionswoche (IDA) vom 14. bis 20 September 2015.

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Szene vom interreligiösen Bettag 2009 auf dem Klosterplatz in St.Gallen: Im Vordergrund eine Kindergruppe der Siks, dahinter albanische Muslime in traditioneller Tracht. infowilplus.ch

Seit dem Jahr 2005 findet im Kanton St.Gallen alle zwei Jahre im September die Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche IDA unmittelbar vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag statt. «Vielfalt ist Stärke» lautet das Motto, unter welchem die Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche IDA dieses Jahr in allen Regionen des Kantons mit diversen Aktivitäten gefeiert wird.

Nach zehn Jahren wichtiger denn je

Zehn Jahre nach der ersten IDA-Woche hat der Einsatz für eine tolerante Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil. Auch Europa steht unter dem Eindruck fundamentalistischer Bedrohungen. Umso wichtiger ist es den Religionsgemeinschaften im Kanton St.Gallen, ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Respekt zu setzen.

Dies tun sie insbesondere mit der IDA. Damit sollen die friedensstiftenden Kräfte von Religionen und damit jene gestärkt werden, die den Dialog mit Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften auf Augenhöhe führen. Auch dieses Jahr setzen zahlreiche Veranstaltungen auch in allen Regionen des Kantons Zeichen für ein tolerantes Miteinander.

Öffentliche Auftaktveranstaltung

Die «St.Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog» ist das Herzstück der IDA und spricht sich für freie Religionsausübung, gegenseitigen Respekt und gegen jede Form von Intoleranz und Fundamentalismus aus. Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2005 wurde sie Hunderte Male unterzeichnet.

«Zehn Jahre nach der ersten IDA-Woche hat der Einsatz für eine tolerante Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften nichts an Bedeutung verloren.»

Regierungsrat Martin Klöti, Stadtrat Nino Cozzio, Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Martin Schmidt, Vertretungen des Dachverbands Islamischer Gemeinden der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein, Tovia Ben-Chorin, Rabbiner der jüdischen Gemeinde St.Gallen, Vertreterinnen und Vertreter der Hindus, Baha‘i, Sikhs und der Christkatholiken stellen die St.Galler Erklärung in den aktuellen Kontext. Diese Auftaktveranstaltung vom 9. September 2015 um 15 Uhr in der Lokremise St.Gallen ist öffentlich. Zum Start der IDA-Woche wird im Rahmen der Veranstaltung die St.Galler Erklärung erneuert und mit Unterzeichnung nochmals bekräftigt.

Radioprojekt «ida on air»

Einen zweiten Schwerpunkt bildet das Radio­projekt «ida on air» in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi: Jugendliche der Oberstufe aus Wattwil, Abtwil, Oberriet und Altstätten gestalten an vier Tagen während der IDA-Woche ein ganztägiges Radioprogramm. Mit Interviews, Gesprächen im Studio, Reportagen und selbst gewählter Musik widmen sie sich dem Thema Religion und dem Umgang mit weltanschaulicher Vielfalt. Ein mobiler Radiobus der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi besucht dabei vier Schulhäuser. Die Sendungen werden über eine eigene UKW-Frequenz gesendet und können per Webradio empfangen werden.

Dieser Artikel stammt von Andreas Schwendener und ist am 29. Juli 2015 bei infowilplus.ch erschienen.

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