Nach sechs Jahren heisst es loslassen

17.07.2020 - 16:02 | Christian Possa

In Honduras beendet die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi das Projekt «Wir sind die Stimme». Die Programmverantwortliche Gisela Wattendorff über einen Entscheid, der ihr nicht leichtfiel und trotzdem nötig war.

cristian_im_gesprach

«Im ersten Moment ist man versucht, am Bestehenden festzuhalten», erzählt Gisela Wattendorff. Aber das sei einfach nicht ehrlich und auch nicht im Sinne der Spenderinnen und Spender. Verschiedene Gründe haben gemäss der Programmverantwortlichen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in ihrer Summe dagegen gesprochen, die dritte dreijährige Projektphase wie geplant anzugehen. Zum einen sollte die Partnerorganisation das Projekt aus Effizienzgründen erstmals selber implementieren. In den ersten beiden Projektphasen hatten noch drei Unterorganisationen das operative Geschäft verantwortet. Die dritte Planungsphase verlief jedoch ohne deren Unterstützung holprig und es zeichnete sich ab, dass die Stärken des Partners viel mehr in Netzwerken auf politischer Ebene als in der operativen Umsetzung liegen. Ebenso sprachen relativ hohe Verwaltungskosten gegen die Fortführung des Projektes. Darum habe man sich schweren Herzens dazu entschieden, das Projekt in den Departementen Franzisco Morazán und Yoro nicht fortzusetzen.

Erfreulich ist für Gisela Wattendorff, dass die Ziele der ersten sechs Jahren erreicht werden konnten und mehr Kinderpartizipation in die Schulen Honduras’ brachten. «Unser Engagement hat zu Lehrplananpassungen geführt, die vom Bildungsministerium bewilligt und auf nationaler Ebene integriert wurden.» Unerwarteter Erfolg und Projekthöhepunkt zugleich war das neue Schülerkomitee- Reglement, welches die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi gemeinsam mit der Partnerorganisation, UNICEF, GIZ und dem Bildungsministerium erarbeitete. 460 Kinder und Jugendliche aus dem Projekt und aus dem ganzen Land haben an dem über 60-seitigen Dokument mitgewirkt, das definiert, wie in den Schülerräten in Honduras die Kinderrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie Partizipation berücksichtigt werden. Der 15-jährige Cristian durfte die neu ausgearbeitete Verordnung dem Bildungsministerium und der First Lady vorstellen. «Ich hatte das Gefühl, dass unsere Stimme gehört wird und dass man die Rechte der Kinder wahrnimmt und anerkennt», erinnert er sich.

Weitere Artikel von Christian Possa

Spenden

Placeholder disclamer

Ja, ich möchte für die dringendsten Projekte spenden.

Ja ich möchte für das Kinderdorf spenden.

Ja ich möchte für Ostafrika spenden.

Ja ich möchte für Südostasien spenden.

Ja ich möchte für Südosteuropa spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja, ich möchte dem Freundeskreis beitreten.

Herzlichen Dank für Ihre Spende

Erzählen Sie Ihren Freunden vom Kinderdorf Pestalozzi.

Weitersagen