Voneinander lernen für mehr Entfaltung

02.03.2020 - 13:37 | Sereina Meienhofer

Im honduranischen Departement Yoro setzt sich die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi dafür ein, dass Kinder mehr am Unterricht teilnehmen können. Lehrerin Carolina Chávez sieht an ihrer Schule deutliche Veränderungen.

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Partizipation bedeutet, Platz zu schaffen für die Wünsche der Kinder und ihre Kreativität sowie ihren Ideenreichtum für den Unterricht zu nutzen.

Die John F. Kennedy-Schule in der Gemeinde Santa Rita liegt in einem der konfliktträchtigsten Gebiete von Honduras. Die raue Gegend beeinflusst nicht nur das Konfliktlösungsverhalten der Kinder, sondern prägt auch die Qualität ihrer schulischen Leistungen. Seit 2014 läuft das Projekt «Wir sind die Stimme», welches den Kindern auf Grundschulstufe mehr Unterrichtspartizipation ermöglichen will.

Wenn Carolina Chávez zurückdenkt, erinnert sie sich an die schlechte Beteiligung der Kinder im Unterricht. Einfluss auf den Unterricht hatten vor allem die Erwachsenen. Die Schulleitung habe ihre Vorschläge lediglich mit den Lehrpersonen abgesprochen, diese wiederum hätten bestimmt, an welchen Aktivitäten Schülerinnen und Schüler teilnehmen. «Die Meinungen der Kinder wurden an der Schule kaum gehört.» Dank des Projektes erlebt die Schule einen kulturellen Wandel. Neben der Ausrichtung des Lehrplans auf einen an Kinderrechten orientierten Ansatz wurde auch intensiv mit den Lehrpersonen gearbeitet. Sie haben Trainings und fachliche Unterstützung erhalten und Methoden kennengelernt, die im Unterricht mehr Teilhabe ermöglichen.

Offenheit gibt Mut

Carolina Chávez lässt Gelerntes direkt in den Unterricht und das Miteinander an der Schule einfliessen. Neben einer neu eingeführten morgendlichen Grusskultur können die Schüler im Unterricht nun audiovisuelle Medien nutzen und Inhalte auch über Lernspiele erarbeiten. An Tagen der Solidarität können die Kinder ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zuhause besuchen, die krank sind oder familiäre Schwierigkeiten haben. Die neue Offenheit der Lehrpersonen hilft den Kindern, ihre Angst davor zu verlieren, sich auszudrücken. Die Lehrerin ist überzeugt, dass es diesen Wandel braucht und dass zudem ganz allgemein die Kultur in ihrem Land hinterfragt werden muss. Denn viele kulturelle Praktiken finden sich im Schulsystem wieder und hindern die Kinder daran, ihre Ideen zu teilen und wichtige Entscheidungen treffen zu können. Carolina Chávez ist beeindruckt vom Potenzial der Kinder, welches das Projekt offengelegt hat. Sie hat gelernt, dass sich ihre Schülerinnen und Schüler entfalten können, wenn sie selbst offen für neue Ideen ist. «Es geht darum, die Kinder zu motivieren und die Prinzipien der Gerechtigkeit, des Vertrauens und der Toleranz vorzuleben», erzählt sie. Den Sinn für diese Dinge würden die Kinder bereits mitbringen. «Was sie brauchen, ist die Möglichkeit, zu erfahren und zu reflektieren.»

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