Abschied nach zehn Jahren: Rückblick von Urs Karl Egger

29.01.2018 - 11:24 | Michael Ulmann

Nach zehnjährigem Engagement für die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist für mich die Zeit gekommen, einen neuen Weg einzuschlagen und mich neu zu orientieren. Ich verlasse die Stiftung per Ende Februar 2018. Dies tue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einem lachenden, weil ich mich auf das Neue freue und weiss, dass die Stiftung auf dem richtigen Weg ist, einem weinenden, weil ich viele tolle Menschen vermissen werde, die sich mit grossem Engagement für das Wohl der Stiftung und deren Ziele einsetzen.

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Im letzten Jahr konnten wir einiges ernten, auf das wir in den vergangenen Jahren hingearbeitet hatten. Mit den interkulturellen Austauschprojekten im Kinderdorf Pestalozzi und an Schweizer Schulen konnten über 2500 Kinder und Jugendliche eine einmalige und bleibende Erfahrung machen.

Besonders in Erinnerung bleibt mir das einwöchige European Youth Forum in Trogen vom letzten März mit 140 Jugendlichen aus acht europäischen Ländern, das erstmalig zusammen mit der Kantonsschule Trogen durchgeführt wurde. Es freut mich zudem, dass wir 2017 die 35-jährige, erfolgreiche internationale Arbeit der Stiftung in Anwesenheit des Direktors der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Manuel Sager, feiern konnten. 17 neue Projekte für eine bessere Bildung für Kinder sind im letzten Jahr in den elf Ländern gestartet worden, in denen die Stiftung tätig ist. Und da gerade im südlichen Afrika die Lage besonders prekär ist, haben wir begonnen, in einem weiteren Land, in Mosambik, neue Projekte aufzubauen.

Erinnerungen bleiben

Meine zehnjährige Tätigkeit bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist mit vielen Erinnerungen verbunden – mit Höhepunkten und Erfolgen, aber auch Herausforderungen. In Erinnerung bleiben mir vor allem die vielen einmaligen Begegnungen. So war ein persönliches Gespräch mit einem Jungen in El Salvador eindrücklich, der mir von seinem schwierigen Alltag erzählt hat. Und es bleiben Bilder von einem Schulzimmer in Tansania in meinem Gedächtnis, wo 200 Kinder gedrängt auf schmalen Holzbänken sitzen. Auch die leeren Augen der Einwohnerinnen und Einwohner einer zerrütteten indigenen Dorfgemeinschaft in Laos, wo die Globalisierung deutliche Spuren hinterlassen hat, werde ich nicht vergessen. Berührend waren auch immer wieder die emotionalen Verabschiedungen der Kinder und Jugendlichen am Ende der ein- bis zweiwöchigen interkulturellen Austauschprojekte im Kinderdorf.

Über all die Jahre hat mich auch das begeisterte Engagement der Mitarbeitenden der Stiftung getragen. Besonders gefreut haben mich die vielen inspirierenden Gespräche und Momente, wenn sich plötzlich neue Lösungen ergeben haben und konstruktive Ideen entstanden sind. Ich war immer wieder fasziniert, wie eine solche Organisation lebt und funktioniert, wie sich über 130 Mitarbeitende in der Schweiz und im Ausland kompetent, verantwortungsbewusst und mit viel Herzblut für Kinder und Jugendliche einsetzen.

Herausforderungen annehmen

Nachdenklich stimmt mich, dass in den letzten Jahren die Zahl der kriegerischen Konflikte, Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus sowie politischer Populismus wieder zugenommen haben. Auch die Umweltzerstörung und der Klimawandel schreiten ungebremst voran. Müssen wir da tatenlos zusehen? Nein, denn unzählige Anekdoten und die systematische Messung der Wirkung unserer Projekte zeigen, dass wir mit unserem Engagement für eine ganzheitliche und qualitativ gute Bildung etwas dagegen tun können.

Das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen als einmaliger internationaler Begegnungsort im Herzen Europas trägt dazu bei. Das Dorf ist ein einzigartiges Lernfeld zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Und mit den über 30 Bildungsprojekten in zwölf Ländern weltweit strahlt das Kinderdorf die Vision einer ganzheitlichen Bildung auch in die vier Weltregionen aus.

Liebe Spenderin, lieber Spender, ich danke Ihnen herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung, die Sie der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und mir in den letzten Jahren geschenkt haben. Ich bin überzeugt, dass Sie auch unter der neuen Geschäftsleiterin oder dem neuen Geschäftsleiter allen Grund dazu haben. Auch wenn ich mich nun aufmache, um mich neu zu orientieren, werde ich der Arbeit der Stiftung verbunden bleiben. Denn sie folgt einer Vision, die heute dringlicher denn je unterstützt werden muss: eine nachhaltigere und friedlichere Welt zu schaffen.

Erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins mehr über Urs Karl Eggers Zeit bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und informieren Sie sich über weitere Neuigkeiten aus dem Kinderdorf und den internationalen Projekten.

Das Magazin steht weiter unten bereit zum Herunterladen.

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