Wie funktioniert Entwicklungszusammenarbeit?

Mon, 05/02/2016 - 10:11 | Christin Eugster

Die Entwicklungshilfe, wie man früher sagte, hat sich zu einer echten Zusammenarbeit gewandelt. Es geht nicht um kurzfristige Überlebenshilfe, sondern um andauernde Veränderungen. Die jeweilige Situation in den Entwicklungsländern wird in die Ausgestaltung der Projekte einbezogen. Aber wie sieht das bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi konkret aus? Anhand eines Beispiels aus El Salvador zeigen wir auf, wie ein Projekt organisiert und durchgeführt wird.

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Am Anfang: Situation in El Salvador und Projektkontext
Das zentralamerikanische Land ist von Gewalt geprägt. Mit 18 Morden pro Tag erreichte es 2015 einen traurigen Rekord. Ausserdem leben 30 Prozent aller Salvadorianerinnen und Salvadorianer unter der Armutsgrenze. Für Kinder und Jugendliche ein denkbar schlechtes Umfeld. Der Auslöser des Projekts in El Salvador war folgender: Das Bildungsministerium El Salvadors hat vor kurzem verordnet, dass Kinder und Jugendliche in der Schule ganztägig betreut werden sollen. Dazu fehlen den Bildungseinrichtungen aber die Ressourcen, weshalb der Unterricht nur halbtags stattfindet. So verbringen viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit auf der Strasse und werden dort oft Zeugen von Gewalt oder selbst in Jugendbanden hineingezogen. Zudem kann der obligatorische Unterricht auf diese Weise nicht alle Fächer abdecken, und es entstehen grosse Bildungslücken.

2013: Projektidee
Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Glasswing entstand die Idee, dass Lehrpersonen und Freiwillige aus lokalen Unternehmen die Kinder und Jugendlichen am Nachmittag und am Wochenende unterrichten und unterstützen könnten. Die Inhalte der Kurse werden so gestaltet, dass die jungen Menschen dadurch ihre formale Bildung ergänzen können. Langfristig sollen die Kurse systematisiert und ein Modell entwickelt werden, das andere Schulen übernehmen können.

2014: Vorphase
In einem ersten Schritt verfasste das Projektteam, das sich aus Mitarbeitenden unserer Stiftung und der Partnerorganisation zusammensetzt, ein Grundkonzept. Es beschreibt die zu lösenden Probleme, die Aufgaben der Beteiligten und die Ziele des Projekts. Dafür untersuchte das Team zunächst, welche Defizite der obligatorische Lehrplan in El Salvador aufweist, um danach die Art der Kurse zu definieren.

2015-2018: Phase I
Eine Analyse der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zeigte, dass sie vor allem in vier Bereichen nicht genügend gefördert werden: in Kommunikation, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Technologie sowie Sport. In diesen Gebieten schulten wir in einem ersten Schritt Freiwillige und Lehrpersonen in kreativer und lebendiger Wissensvermittlung, um die Lernmotivation der Kinder und Jugendlichen aufrechtzuerhalten. Im August 2015 nahmen dann erstmals 104 Kinder in Quetzaltepec und Nuevo Cuscatlán während ihrer Sommerferien vier Wochen lang an den sogenannten Sommerklubs teil. Im März 2016 begannen in neun Schulen mit rund 6500 Kindern und Jugendlichen die ersten regelmässigen Kurse, die sich einer grossen Beliebtheit erfreuen.

Die Zukunft: Ausblick
Am Ende der ersten Phase wird das Projekt von unabhängigen Experten evaluiert, die Erfolge und die Schwierigkeiten untersucht und die Schwerpunkte angepasst. Während der zweiten Phase ist geplant, fortlaufend weitere Freiwillige und Lehrpersonen auszubilden, um das Angebot an Kursen zu erhöhen. Während der dritten und letzten Projektphase soll ein Modell der Schulklubs erstellt und dessen Verbreitung gefördert werden. So sollen zukünftig möglichst viele Schulen Schulklubs durchführen können. Schliesslich ist unser Ziel, Kinder und Jugendliche zum einen vor den gefährlichen Jugendbanden zu schützen. Zum anderen soll die Bildung in El Salvador massgeblich verbessert werden.

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