Wie Kinder aus Serbien, Mazedonien und der Schweiz Vorurteile abbauen

Tue, 07/25/2017 - 09:24 | Christin Eugster

Anfang April 2017 trafen im Kinderdorf Pestalozzi Schülerinnen und Schüler aus der Schweiz auf Kinder aus Serbien und Mazedonien. Gemeinsam nahmen sie an einem interkulturellen Austauschprojekt teil. Während fünf Tagen lernten sich die Gleichaltrigen kennen und erfuhren viel über die anderen Kulturen. Erjon aus Mazedonien, Jana aus Serbien, Anes und Amanda aus der Schweiz waren Teil des Austausches, von dem sie viele positive Erinnerungen und wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause nahmen.

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«Was denkt ihr über Serbinnen und Serben? Was über Mazedonierinnen und Mazedonier?», fragt Barbara Germann, Leiterin des Workshops, die Schülerinnen und Schüler aus der Schweiz. Nach längerem Überlegen melden sich die Ersten. «Sie haben fast alle dunkle Haare», antwortet ein Junge zaghaft. Germann notiert alle Antworten auf der Wandtafel. Mit der Zeit beteiligen sich immer mehr Kinder und das Bild, das die Schülerinnen und Schüler aus der Schweiz von den Menschen aus Serbien und Mazedonien haben, wird immer klarer. Es ist kein schmeichelhaftes – einige Begriffe sind sogar ziemlich erschreckend: «Gewaltsam» und «bewaffnet», so stellen sich einige Kinder die serbische und mazedonische Bevölkerung vor.

Gemeinsamkeiten verbinden
Am Tag darauf trifft die Klasse von Anes und Amanda aus Wattwil zum ersten Mal auf die Schülerinnen und Schüler aus Mazedonien und Serbien. Spielerisch stellen sie sich gegenseitig vor und die zurückhaltende Stimmung lockert sich langsam. Nach der Kennenlernphase wird den beiden Gruppen eine erste Aufgabe gestellt: Dazu werden gemischte Gruppen gebildet, die sich zusammen in einen Kreis setzen. Jede Gruppe bekommt ein Blatt Papier, auf dem sie Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe aufschreiben soll. Die Kinder kommen ins Gespräch und schnell wird klar, dass sie sehr viele ähnliche Interessen haben: Erjon hat so viele Hobbys, dass er mit fast jedem Gemeinsamkeiten hat: Mit Amanda verbindet ihn das Gitarre spielen. Anes und er spielen beide gerne Basketball und Jana teilt die Leidenschaft, Klavier zu spielen. Durch die so entdeckten, gemeinsamen Interessen verstehen sich die Kinder gleich besser und das Eis ist gebrochen. Erjon aus Mazedonien ist erstaunt, dass die serbischen Kinder so nett mit den mazedonischen Schülerinnen und Schülern umgehen. Er dachte, dass die politischen Differenzen Spannungen verursachen würden.

Vielseitige Erlebnisse
Im Verlauf der Woche beschäftigen sich die Kinder intensiv mit Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Identität, Teamarbeit und Respekt. In der Freizeit spielen Anes und Erjon gerne Fussball, wohingegen Jana und Amanda lieber im Kinderdorf spazieren gehen. Am Abend treffen sich die Schülerinnen und Schüler im Jugendtreff des Kinderdorfes. Dort verweilen die Kinder der drei Nationen gemeinsam und spielen gerne mal eine Runde Tischtennis oder machen zusammen Musik.

Offener in die Zukunft

Am Ende der Woche kommt die Schweizer Klasse nochmals zusammen, um über den Austausch zu diskutieren. Die Klasse ist sich einig: Ihr Bild von den serbischen und mazedonischen Kindern sei jetzt ein anderes. Die meisten Vorurteile stimmten nicht und die serbischen und mazedonischen Kinder seien fast gleich wie sie selbst. Zum Abschluss des Projektes treffen sich alle drei Länder auf dem Fussballfeld, um sich zu verabschieden. Anes lässt sich von sämtlichen Kindern, die mit ihm in der Gruppe waren, seinen Pestalozzi-Rucksack bemalen. Schliesslich ist dieser so bunt, dass fast keine freien Flächen mehr zu sehen sind.

Erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins mehr über die Austauschprojekte im Kinderdorf Pestalozzi.

Das Magazin steht weiter unten bereit zum Herunterladen.

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