Fachtagung Medienpädagogik
«Schule 2.0: Medien – Ethik – Verantwortung»

Chancen und Risiken der digitalen Transformation

Am Freitag, 16. Oktober 2020, findet die Fachtagung Medienpädagogik für Lehrpersonen, Pädagoginnen und Pädagogen, Mitarbeitende der Jugendarbeit sowie Studierende im Kinderdorf Pestalozzi statt.

Was haben Ethik, Verantwortung und Digitalisierung für einen gemeinsamen Nenner und wie zeigt sich diese Verbindung in Gesellschaft und Schule? Wer trägt Verantwortung für digitales Handeln in Zeiten, in denen anonyme, rassistische und sexistische Beleidigungen, Public Shaming und Shitstorms in sozialen Netzwerken die Norm sind? Diesen und weiteren Fragen möchten wir an der Fachtagung Medienpädagogik nachgehen.

Viele Menschen verlieren jegliches Gefühl dafür, welche Wirkung ihre Äusserungen bei einem Gegenüber haben kann, sobald sie online sind. Man spricht hier von einer empathischen Kurzsichtigkeit: Man ist der Meinung, aufgrund seiner Anonymität keine Konsequenzen fürchten zu müssen. Andere veröffentlichen abwertende Kommentare unter ihrem echten Namen, weil sie mit dem Rückhalt einer breiten Anzahl von Gleichgesinnten rechnen.

Auch im Cyberspace agieren wir als Personen: Warum sollten dort nicht die gleichen moralisch-ethischen Prinzipien gelten wie in der analogen Welt? Bestimmte kulturelle Standards des zwischenmenschlichen Umgangs, haben wir für den persönlichen Kontakt und klassische Massenmedien bereits festgelegt. Aber welche Regeln der analogen Welt lassen sich in die digitale Welt übertragen – und wie? Und wie können wir als Lehrpersonen und Eltern den Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Kompass in dieser Digitalwelt mit auf den Weg geben und wie kann so ein Kompass aussehen? Wir brauchen eine Diskussion über einen digitalen Kodex für die Informationsgesellschaft.

Speziell im Kontext Schule sind diese Fragen extrem wichtig und eine Auseinandersetzung ist im Umfeld der Schule und Gesellschaft unerlässlich. In Form einer längeren Keynote und drei kürzeren Präsentationen spüren wir diesen Fragen nach und vertiefen diese in verschiedenen Workshops. Diskutieren auch Sie im Rahmen der Fachtagung Medienpädagogik mit.

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Programm 16. Oktober

09.00    Eintreffen, Kaffee und Gipfeli

09.30    Kurzreferate zu verschiedenen Themen

  • «Jugendliche und Social Media: Empowern statt verbieten!» mit Annette Kielholz
  • «Cybermobbing – Mobbing in der digitalen Lebenswelt von Kindern» mit Sherin Attoun, Pro Juventute
  • «Aktuelles zur Digitalisierung im Kanton St.Gallen» mit Martin Hofmann, PHSG

11.00    Pause

11.30    Keynote: Digitale Transformation und Bildung aus kinderrechtsethischer PerspektivePeter G. Kirchschläger, Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern

12.30    Lunch (Apéro riche)

14.00    Workshops zu verschiedenen Themen

15.30    Résumé, Inputs und Abschluss

15.45    Verabschiedung mit Kaffee und Kuchen

16.00    Führung durch das Kinderdorf für Interessierte

Speaker/innen

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Annette Kielholz

Annette Kielholz, lic. phil. I, hat in Bern Medienpsychologie und Volkswirtschaft studiert und 20 Jahre (v.a.) als Marketing- und Kommunikationsleiterin in der IT- und Online-Branche gearbeitet. Von 2012 bis 2018 leitete sie verschiedene Kampagnen in der Deutschschweiz und im Grossraum Zürich, die die Nachwuchsförderung von Mädchen und Jungen für die Informatik zum Inhalt hatten. Sie ist Autorin eines Buches zum Thema Online-Kommunikation in der Berufspraxis beim Springer Verlag. Die Mutter zweier auf Social Media sehr aktiven Kinder (15 und 12 Jahre) lebt in Zürich und arbeitet bei der Stiftung der Universität Zürich.

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Sherin Attoun, Pro Juventute

Sherin Attoun ist Ethnologin und hat sich in ihrer Forschung auf die digitale Wissensvermittlung und Kommunikation unter Jugendlichen zum Thema Sexualität spezialisiert. Sie leitet im Rahmen ihrer Arbeit bei der Pro Juventute Präventionsveranstaltungen und Workshops für Eltern, Kinder und Jugendliche im Bereich Medienkompetenz. Zudem ist sie als Projektverantwortliche für ein neues Projekt der Pro Juventute gegen Hatespeech und Cybermobbing tätig. Im Projekt befasst sich Sherin Attoun unter anderem mit der Rolle von künstlicher Intelligenz in der Unterstützung von Kindern in Fällen von Cybermobbing und Hatespeech.

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Martin Hofmann, Medienpädagoge und Mediendidaktiker

Martin Hofmann, Prof. lic. phil., ist Hochschuldozent für Medienpädagogik & Mediendidaktik sowie Co-Leiter des Instituts ICT & Medien an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Zudem arbeitet er als Koordinator für Mittelschulen im Rahmen der IT-Bildungsoffensive im Kanton St. Gallen sowie als Co-Lehrgangsleiter im Zertifikatslehrgang Medienpädagogik. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich mit der Digitalen Transformation an Schulen. Seine derzeitigen Interessensschwerpunkte sind frühe Medienbildung, E-Identity (Big Data – Privatsphäre – digitale Mündigkeit) sowie Human Upgrading.

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Peter G. Kirchschläger, Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern

Peter G. Kirchschläger ist Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Zuvor war er Visiting Fellow an der Yale University. Er ist zudem Research Fellow an der University of the Free State, Bloemfontein (Südafrika). Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt in der ethischen Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation und mit künstlicher Intelligenz.

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Moderation: Markus Weidmann, Kommunikations- und Medientrainer, Coach und Erwachsenenbildner SVEB1

Neben 18 Jahren als Radiojournalist bei SRF und 15 Jahren körpertherapeutischer Arbeit (Shiatsu), prägen sein NLP-Masterabschluss im therapeutischen Setting, seine Ausbildung zum Clown und die Mitarbeit im Ensemble Theaterimpuls als Improvisationsschauspieler seine Arbeit im und am Gespräch.

Kurzreferate

«Jugendliche und Social Media: Empowern statt verbieten!» mit Annette Kielholz

Die sozialen Medien sind für Jugendliche heute zu einem wesentlichen Lebensbestandteil geworden. Ihre Kultur und Weltanschauung werden von YouTubern geprägt, sie verabreden sich im Gruppenchat und nutzen Online-Medien für Informationszwecke und das Austesten ihrer eigenen Identität und ihrer Beziehungen. Wie können wir sicherstellen, dass sie diese neuen Räume aktiv und kreativ gestalten und dabei möglichst positive Erfahrungen machen können? Annette Kielholz lädt anhand von praktischen Anschauungsbeispielen zu einer kritischen und «empowernden» psychologischen Reflexion der vielen Möglichkeiten ein, die die sozialen Medien für Jugendliche bieten.

«Cybermobbing – Mobbing in der digitalen Lebenswelt von Kindern» mit Sherin Attoun, Pro Juventute

Cybermobbing stellt Bezugspersonen vor eine grosse Herausforderung, denn diese Art von Mobbing geschieht eher im Verborgenen, was eine Intervention schwieriger macht. Cybermobbing ist zudem anonymer, zieht oft grössere Kreise und hört auch im vermeintlich sicheren Zuhause nicht auf. Im Kurzreferat von Sherin Attoun wird vermittelt, was Cybermobbing ausmacht, wie verbreitet es ist und vor welche Herausforderungen Kinder gestellt werden. Ausserdem werden präventive Massnahmen aufgezeigt.

«Aktuelles zur Digitalisierung im Kanton St. Gallen» mit Martin Hofmann, PHSG

Keynote

Digitale Transformation und Bildung aus kinderrechtsethischer Perspektive mit Peter G. Kirchschläger, Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern

Die digitale Transformation und der Einsatz von künstlicher Intelligenz eröffnet aus kinderrechtsethischer Perspektive Chancen für Bildung. Sie bringt aber auch Risiken mit sich. Sollen Schulen digitalisiert werden oder «bildschirmfreie Oasen» sein? Welche datenbasierten Veränderungen der Gesellschaft sind bildungsrelevant?

Workshops

Folgende Workshops stehen ab 14 Uhr zur Auswahl:

Workshop 1: Jugendliche und Social Media: Empowern statt verbieten!

Am Nachmittag vertiefen die Teilnehmenden des Workshops das am Morgen gehörte und können sich in der Kleingruppe vertieft über das Empowerment von Jugendlichen im Rahmen von Social Media austauschen.

Workshop 2: Cybermobbing und No-Blame-Approach

Im Workshop erhalten die Teilnehmenden einen vertiefenden Input zum Interventionsmodell «No-Blame Approach». Die Teilnehmenden können sich in Gruppendiskussionen vertieft mit der Thematik und der Methode auseinandersetzten und so vom Erfahrungsschatz anderer Teilnehmenden profitieren.

Workshop 3: Aktuelles zur Digitalisierung im Kanton St.Gallen

Gemeinsam mit Marin Hofmann beschäftigen sich die Teilnehmenden dieses Workshop intensiv mit der Digitalisierung und deren Entwicklung im Kanton St.Gallen.

Kosten

CHF 130.–(inkl. Mittagessen, Zwischenverpflegungen während der Pausen und freiwilliger Führung durchs Kinderdorf)

CHF 35.– für Studierende (kostenlos für Studierende der PHSG)

Es gibt die Möglichkeit, im Kinderdorf Pestalozzi zu übernachten. Die Kosten belaufen sich auf CHF 26.50 pro Nacht (Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad inklusive Frühstück). Falls Sie an diesem Angebot interessiert sind, kreuzen Sie die Option bitte im Anmeldeformular an.

Anmeldung

Der Anmeldeschluss für die Fachtagung Medienpädagogik war der 5. Oktober. Falls Sie sich nachträglich noch für eine Teilnahme interessieren, kontaktieren Sie bitte Nancy Oswald unter bildung@pestalozzi.ch oder +41 71 343 73 44. Sie entscheidet individuell, ob die Teilnahme noch möglich ist.

Ihre Kontaktperson

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«Sie haben Fragen zur Fachtagung Medienpädagogik? Melden Sie sich bei mir, ich erzähle Ihnen gerne mehr darüber.»

Florian Karrer
Projektleitung

f.karrer@pestalozzi.ch
+41 71 343 73 45

In Zusammenarbeit mit

Adresse

Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Kinderdorfstrasse 20
9043 Trogen

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