Die Welt gehört in Kinderhände

Wie die Kinderkonferenz jungen Menschen mehr Mitsprache ermöglicht 05.03.2021 - 15:01 | Carolin Hofmann

Kinderrechte sind weltweit verbindlich in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten. Kinder dürfen somit in ihrem Alltag ihre Rechte einfordern und darauf hinweisen, wenn sie sich in ihren Rechten verletzt fühlen. Hier setzt die nationale Kinderkonferenz in Trogen an: Sie klärt die Kinder nicht nur über ihre Rechte auf, sondern lässt sie auch entdecken, wie sie selber aktiv werden und ins Handeln kommen können. Kinder wie Mascha und Manuela bekommen die Chance selbst mitzusprechen.

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Mascha (11 Jahre) und Manuela (12 Jahre) sind nicht das erste Mal an der Kinderkonferenz vertreten, um für Ihre Rechte einzustehen.

Die beiden Mädchen Mascha und Manuela haben im Schneidersitz Platz genommen, um mit uns über die Kinderkonferenz und das Thema Kinderrechte zu sprechen. Sie erzählen uns, woran sie glauben, was ihnen wichtig ist und was genau sie im Alltag tun können, um ihren Beitrag für eine gerechtere und friedlichere Welt zu leisten.
Ihr Interesse ist gross sich dafür einzusetzen, dass es anderen Kindern genauso gut geht, wie ihnen selbst.

«Unsere Meinung ist auch wichtig»

Mitbestimmen zu können, wenn Politik, Behörden oder Erwachsene Dinge entscheiden, die den Alltag der Kinder verändern, ist für viele nicht selbstverständlich. Meist entscheiden Eltern oder Lehrpersonen über das Wohl der Kinder, welche die Entscheidung hinnehmen müssen. Kinder wollen jedoch mitbestimmen und gefragt werden, wenn die Schweiz über Themen abstimmt, die ihren Alltag beeinflussen und viele fordern, dass Kinderrechte Teil des Schulunterrichts werden.

Rund dreissig 10- bis 13-Jährige, darunter auch Mascha und Manuela, setzen sich an der Kinderkonferenz mit den Themen Benachteiligung, Diskriminierung und Kinderrechtsverletzung, aber auch dem Klimawandel und Umweltschutz auseinander. Sie erarbeiten Forderungen und präsentieren im Rahmen einer Abschlusspräsentation, was sie an der fünftägigen Kinderkonferenz über die Kinderrechte gelernt haben und mit welchen Ideen sie ihre Rechte schweizweit bekannter machen können. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen haben Eltern, Familien, Lehrpersonen und Vertreter*innen aus der Politik erstmalig per Livestream an der Abschlusspräsentation teilgenommen. Die engagierten Teilnehmenden der Kinderkonferenz wirken somit als Botschafterinnen und Botschafter und bringen die Ergebnisse in ihre Schulhäuser und ihr privates Umfeld zurück.

Kinder sind Botschafterinnen und Botschafter

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Livestream der Abschlusspräsentation zur Kinderkonferenz 2020

Obwohl die Kinderrechte seit mehr als 30 Jahren bestehen, sind sie auch in der Schweiz noch zu wenig verankert.
Immer wieder werden Verstösse gegen die Kinderrechte publik. Kinder erfahren davon in der Schule oder vielleicht zu Hause von ihren Eltern. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi beteiligt sich als Teil der Zivilgesellschaft daran, die Kinderrechte bekannter zu machen und leistet einen Beitrag zu ihrer Umsetzung. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, ihre eigene Meinung zu bilden und die Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau aus diesem Grund erhalten Kinder aus der Deutschschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein an der Nationalen Kinderkonferenz in Trogen die Möglichkeit, sich einzubringen und über ihre Rechte zu diskutieren. Die Kinderkonferenz im Kinderdorf fand bereits zum fünften Mal statt und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände sowie der Kinderlobby Schweiz.

Kinder helfen Kindern

Jedes Kind soll gleichbehandelt werden. Unabhängig seiner Herkunft, Hautfarbe oder seinem sozialen Status: Alle Kinder sind gleich viel wert. Mascha und Manuela sehen das genauso und nehmen daher schon seit einigen Jahren an der Kinderkonferenz teil.

«Es soll allen Kindern in der Welt gut gehen und nicht nur denen, die viel Geld haben.»

Manuela – Teilnehmerin Kinderkonferenz

Die beiden Teilnehmerinnen der Kinderkonferenz stehen für ihre Überzeugungen ein und sehen es als wichtig an, dass jedes Kind im Grossen wie auch im Kleinen einen Beitrag leisten kann. Sei es bei Gesprächen mit Lehrpersonen oder im Klassenzusammenhalt, bei der aktiven Teilnahme an Veranstaltungen wie der Kinderkonferenz oder mittels einer Spende. Manuela ist der Meinung: «Jeder kann etwas bewirken, wenn er nur möchte. Kinder können Kindern helfen.» Auch in der Schweiz begegnen vielen Kindern Ungerechtigkeit und Ausgrenzung im Alltag. Manuela berichtet uns von ihren ersten Erfahrungen und wie sie dem entgegengetreten ist.

An ihrer Schule gibt es Kinder, die nicht aus der Ostschweiz kommen und keinen richtigen Anschluss fanden. Ein unbefangenes Begegnen und Anfreunden sowie gemeinsame Unternehmungen mit anderen Gleichaltrigen brachten die Wende. Manuela hat massgeblich dazu beigetragen, dass sich die Neuankömmlinge wohlfühlen, Freunde finden und sich somit gut integrieren. «Jeder braucht Freunde», so Manuela.

«Mir ist es sehr wichtig, dass alle Kinder ihre Rechte kennen und dafür kämpfen.»

Mascha – Teilnehmerin Kinderkonferenz

Auch Mascha verhalf einer Mitschülerin anderer Herkunft bei der Integration in den Klassenverband. Sie fand trotz Sprachbarrieren Zugang zu ihrer Klassenkameradin und unterstützte sie dabei, sich auch den anderen Mitschülerinnen und Mitschülern anzunähern und sogar Freundschaften zu schliessen. Solch scheinbar kleine Gesten des Mitgefühls und der Solidarität helfen die zwischenmenschliche Distanzen zu überwinden und Ausgrenzung im Schulalltag entgegenzuwirken. Es braucht offenherzige und engagierte Kinder wie Mascha und Manuela, die weiterdenken und sich für ihre Werte und Visionen von einer gerechteren Zukunft einsetzen.

Das Kinderdorf als Herzensort

Ganz nach dem Vorbild von Gründer Walter Robert Corti, der einst zu «Bauen wir eine Welt, in der Kinder leben können…» aufrief, ist das Kinderdorf damals wie heute ein Ort der Begegnung und des Friedens. Mascha und Manuela bezeichnen es als Herzensort, an dem Freundschaften geschlossen, gemeinsam diskutiert und an etwas Grossem gearbeitet wird. «Hier kann man sich wirklich begegnen und zusammen viel bewirken. Das macht das Kinderdorf für uns zu einem einzigartigen Fleckchen Erde, wo wir uns wohlfühlen und immer wieder gern zusammenkommen», so die Mädchen.

Dank der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi setzen sich weltweit hunderttausende Kinder und Jugendliche mit ihren eigenen Rechten auseinander. Helfen Sie mit Ihrer Spende, Projekte wie die Kinderkonferenz auch weiterhin zu realisieren. Für eine aktive junge Generation, die den Weg in eine friedliche Zukunft ebnen kann.

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